Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemiepräsident Steilemann mahnt zur Eile bei Energiepreisbremsen

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11.10.2022

Ludwigshafen (dpa/lrs) *19:35 Uhr – Bus und Lkw stoßen auf BASF-Werksgelände zusammen – 15 Verletzte

Beim Zusammenstoß eines Linienbusses mit einem Lastwagen auf dem Werksgelände von BASF sind am frühen Dienstagabend 15 Menschen verletzt worden. Zwei von ihnen seien nach einer Erstversorgung durch den Rettungsdienst zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gekommen, Lebensgefahr habe bei ihnen nicht bestanden, sagte ein Unternehmenssprecher. Weitere fünf Personen befanden sich am Abend zu weiteren Untersuchungen in der werkseigenen Ambulanz, die übrigen acht Betroffenen hätten die Unfallstelle selbstständig verlassen können.

Wie genau es zu dem Unfall kam, werde noch untersucht. Die Polizei Ludwigshafen sei vor Ort, und die zuständigen Behörden seien informiert worden. Der Unfall ereignete sich den Angaben zufolge im Werksteil Nord von BASF. Auf dem sehr weitläufigen Gelände unterhält das Unternehmen einen Busverkehr.

Ingelheim (dpa/lrs) *15:16 Uhr – Boehringer Ingelheim sieht Pharmastandort Deutschland in Gefahr

Wegen der Pläne der Bundesregierung zum Ausgleich eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen fürchtet der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim um den Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland. «Wenn das Gesetz durchkommt, ist das eine Entmutigung für Investitionen in Deutschland», warnte die Deutschland-Chefin des Konzerns, Sabine Nikolaus, am Dienstag. Deutschland könne es sich nicht leisten, diese Schlüsselindustrie zu verlieren.

Die geplanten Auflagen wie eine Erhöhung des Herstellerrabatts und ein Einfrieren der Medikamentenpreise würden die Innovationskraft der Pharmabranche in Deutschland mindern und hätten zudem dauerhafte negative Folgen für Patienten und Arzneimittelversorgung, sagte Nikolaus. Sie wies darauf hin, dass das Familienunternehmen nur neun Prozent seines Umsatzes in Deutschland erwirtschafte, dass aber etwa jeder dritte der weltweit 52.000 Arbeitsplätze in Deutschland angesiedelt sei. Zudem würden 48 Prozent der weltweiten Investitionen in Forschung und Entwicklung in Deutschland ausgegeben.

Die Betriebsratsvorsitzende am Stammsitz Ingelheim, Sibylle Anhorn, sagte, bisher habe sich das Unternehmen dem Trend entgegengestemmt, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Das könnte sich wegen der Pläne des Bundesgesundheitsministeriums nun ändern. Es gehe nicht nur um 17.000 «hochwertige» Arbeitsplätze in Deutschland bei dem Unternehmen selbst, sondern um weitere 36.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern, Dienstleistern und anderen.

Das von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammengeschnürte Finanzpaket, gegen das auch Branchenverbände seit Wochen mobil machen, soll ein für 2023 erwartetes Minus von 17 Milliarden Euro auffangen. Bestandteile sind unter anderem auch ein zusätzlicher Bundeszuschuss von zwei Milliarden Euro, ein Abbau von Finanzreserven bei den Kassen, der Wegfall einer Extra-Honorierung für Neupatienten in Praxen und ein Beitrag der Pharmaindustrie.

Nikolaus kündigte an, dass der Konzern bis 2027 insgesamt 15 «innovative Therapien» – also keine Nachahmerprodukte – auf den Markt bringen will. «Die Pipeline ist prall gefüllt», sagte sie. Es gehe unter anderem um Medikamente aus den Bereichen Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Immunologie, Krebsbekämpfung und Krankheiten des Zentralen Nervensystems.

Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen) gehört mit weltweit über 52.000 Beschäftigten – davon etwa 17.000 in Deutschland – zu den größten deutschen Pharmaherstellern. Gewinn und Umsatz waren im vergangenen Jahr kräftig auf 3,4 Milliarden Euro beziehungsweise 20,6 Milliarden Euro gestiegen. Zweiter großer Standort in Deutschland ist Biberach in Baden-Württemberg mit knapp 6900 Beschäftigten.

Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *14:19 Uhr – Pharmakonzern Bayer baut Produktion in Bitterfeld-Wolfen aus

Der Pharmakonzern Bayer will künftig noch mehr freiverkäufliche Medikamente an seinem ostdeutschen Standort Bitterfeld-Wolfen herstellen. Dafür entsteht eine neue Produktionsstätte mit Investitionen «in zweistelliger Millionenhöhe», erklärte Frank Wilgmann, Geschäftsführer von Bayer Bitterfeld, am Dienstag beim Richtfest für den Neubau. Der Start der neuen Anlage ist für September 2023 geplant. Damit werde nicht nur Raum für neue Technologie geschaffen. «Wir werden auch das Sortiment erweitern können», so Wilgmann. Die Pharmatochter von Bayer produziert seit 1995 in Bitterfeld rezeptfreie Medikamente.

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Mehr als 150 Milliarden Tabletten wurden seither den Angaben zufolge am Standort hergestellt. Zum Portfolio gehören in Bitterfeld zwischenzeitlich auch verschreibungspflichtige Arzneimittel. Rund 890 Millionen Euro wurden den Angaben zufolge seit der Inbetriebnahme des ostdeutschen Standortes investiert. Bayer Bitterfeld gehört zu den größten Arbeitgebern und Ausbildern in der Chemieregion. Rund 480 Menschen arbeiten derzeit bei Bayer Bitterfeld, 720 junge Menschen wurden seit Inbetriebnahme des Tablettenbetriebes ausgebildet.

Das Unternehmen galt als eine Schlüsselinvestition beim Umbau der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland. Die neu gebauten Bitterfelder Tablettenfabrik, wo das Schmerzmittel Aspirin hergestellt wird, befindet sich auf dem Areal des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen. Auf einer Fläche von rund 1200 Hektar saniertem Industriegelände haben sich nach 1990 rund 300 Firmen angesiedelt, die nach Angaben der Betreibergesellschaft rund 12 000 Menschen beschäftigen.

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