Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemiepräsident Steilemann mahnt zur Eile bei Energiepreisbremsen

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13.10.2022

Frankfurt/Ludwigshafen (dpa) *15:26 Uhr – Gewerkschaft kündigt Widerstand gegen BASF-Sparprogramm an

Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE hat Gegenwehr bei den geplanten Kosteneinsparungen des Branchenriesen BASF angekündigt. «Tiefe Einschnitte an den heimischen Standorten anzukündigen, während Politik und Sozialpartner einen milliardenschweren Abwehrschirm aufspannen, ist nicht nur maximal instinkt- und respektlos, sondern wird auch auf unseren entschiedenen Widerstand treffen», sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt am Donnerstag.

Man unternehme gerade massive Anstrengungen, um die Folgen der Gaskrise auf die energieintensive Industrie zu minimieren, sagte der Gewerkschaftschef, der als Co-Vorsitzender einer Expertenkommission an den Vorschlägen für eine Gaspreisbremse mitgewirkt hatte.

Es brauche jetzt Sicherheit für Beschäftigte, Perspektiven für Standorte und nicht nur Management zulasten Dritter, so Vassiliadis, der auch im Aufsichtsrat der BASF sitzt. «Der Vorstand wollte die in wenigen Tagen stattfindende Aufsichtsratssitzung offenbar nicht abwarten, um sich zu erklären. Jetzt werden wir sie nutzen, um unsere Position mit Nachdruck klarzumachen.»

Der Ludwigshafener Chemiekonzern, der in der Gaskrise unter Druck steht, will die Kosten deutlich drücken. Ein Sparprogramm, das von 2023 bis 2024 umgesetzt wird, soll die jährlichen Kosten außerhalb der Produktion um 500 Millionen Euro senken, hatte BASF am Mittwoch mitgeteilt. Mehr als die Hälfte der Einsparungen sollen am Standort Ludwigshafen realisiert werden, wo BASF rund 39.000 der etwa 111.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch die Konzernzentrale sollen gestrafft werden, hieß es. Dabei schließe man Stellenstreichungen nicht aus.

BASF hat im dritten Quartal wegen der Gaskrise und Abschreibungen auf die Mehrheitsbeteiligung am Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor.

Hannover (dpa) *08:29 Uhr – Neues LNG-Terminal – Umwelthilfe warnt vor schleichendem Chemieunfall

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine sofortige Umweltverträglichkeitsprüfung für das LNG-Terminal Wilhelmshaven gefordert. «In Wilhelmshaven und an den übrigen LNG-Standorten droht ein schleichender Chemieunfall», sagte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner, dem Politikjournal «Rundblick». Laut Antragsunterlagen wolle das verstaatlichte Gasunternehmen Uniper «mit seinem LNG-Terminalschiff zehn Mal so viel Biozid in die Nordsee einleiten, wie die australischen Behörden zuvor an vergleichbarem Standort für vertretbar gehalten haben», warnte er.

Das Schiff entspreche nach Einschätzung der australischen Behörden nicht dem Stand der Technik. «Die Bundesregierung droht hinter internationale Umweltstandards zurückzufallen», warnte Umwelthilfe-Klimaschutzleiter Constantin Zerger. Die Deutsche Umwelthilfe verlangte eine Novellierung von LNG-Beschleunigungsgesetz und Wasserhaushaltsgesetz.

Zuvor hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bekanntgegeben, dass das verstaatlichte Gasunternehmen Uniper die Einleitung von jährlich bis zu 178 Millionen Kubikmeter mit Bioziden behandelten Seewassers beantragt habe. Biozide sind Chemikalien zur Bekämpfung von Schädlingen.

Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll nach Angaben des niedersächsischen Energieministeriums noch in diesem Winter den Betrieb aufnehmen – vom 23. Dezember an soll Flüssigerdgas nach seiner Umwandlung in einen gasförmigen Zustand ins deutsche Gasnetz eingespeist werden. Ziel ist früheren Angaben zufolge ein Umschlag von bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr – das sind etwa 8,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

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