Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemiepräsident Steilemann mahnt zur Eile bei Energiepreisbremsen

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17.10.2022

Wiesbaden (dpa) *17:31 Uhr – Chemie-Tarifgespräche gehen weiter – letzter Tag in dritter Runde

Inmitten von Energiekrise und Rekordinflation gehen die Tarifverhandlungen für rund 580.000 Beschäftigte in der deutschen Chemie- und Pharmabranche weiter. Am Dienstagvormittag wollen die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC in Wiesbaden zum letzten Tag ihrer dritten Gesprächsrunde zusammentreffen. Beide Seiten hatten die Absicht unterstrichen, einen Abschluss zu erzielen.

Die IG BCE hatte wegen der historisch hohen Inflation auf «starke und nachhaltige Entgelterhöhungen» gepocht. Sie will auch dauerhafte Steigerungen in den Tariftabellen. Die Arbeitgeberseite verwies hingegen auf eine angespannte Lage vieler Unternehmen gerade in der energieintensiven Chemie wegen der Gaskrise. Sie sieht nicht viel Spielraum für tabellenwirksame Tariferhöhungen, hatte aber die Option steuer- und sozialabgabenfreier Einmalzahlungen ins Spiel gebracht.

«Wir gehen mit dem festen Willen in die Verhandlungen, in Wiesbaden ein Ergebnis zu erzielen», hatte BAVC-Verhandlungsführer Hans Oberschulte gesagt. Und Ralf Sikorski, Verhandlungsführer der IG BCE, betonte, die Leute in den Betrieben wollten Lösungen sehen.

Bei vorhergegangenen Tarifgesprächen im Frühjahr hatten sich IG BCE und BAVC angesichts der Unsicherheit um den Ukraine-Krieg zunächst auf einen Teilabschluss als Brückenlösung geeinigt: eine Einmalzahlung von 1400 Euro pro Beschäftigten und 1000 Euro bei Firmen in wirtschaftlicher Not. Die Regelung läuft Ende Oktober aus.

Schwedt/Oder (dpa/bb) *17:21 Uhr – Enertrag treibt Plan für Wasserstoff-Anlage bei PCK-Raffinerie voran

Das brandenburgische Energieunternehmen Enertrag treibt seine Pläne für den Bau einer Wasserstoff-Anlage auf dem Gelände der Ölraffinerie PCK in Schwedt voran. «Die Umstände zwingen uns, extrem schnell zu handeln», sagte Enertrag-Eigentümer Jörg Müller am Montag. Mit PCK sei vereinbart, innerhalb des ersten Quartals 2023 ein Konzept für eine Anlage mit grünem Wasserstoff zu erarbeiten. Die erneuerbaren Energien sollen für den Verbrauch der Raffinerie selbst, aber auch für Verkehr und Industrie wie Stahl genutzt werden können.

Die Schwedter Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe besuchte am Montag die Energieunternehmen Enertrag und Verbio, die sich bei einem Umbau des Industriestandorts Schwedt in der Uckermark engagieren wollen. Die Bundesregierung bringt ein sogenanntes Zukunftspaket von über einer Milliarde Euro zum Erhalt von Arbeitsplätzen und dem Wandel des Standorts auf den Weg. Dabei geht es auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Die PCK-Raffinerie mit rund 1200 Mitarbeitern soll unabhängig von russischem Öl werden. Hintergrund ist das Ölembargo gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs, das am 1. Januar greift.

Schwedts Bürgermeisterin bezeichnete den Umbau des Standorts als «Mammutprojekt». Es seien schnelle Schritte nötig. Sie hoffe, dass innerhalb von zwei Jahren mit Enertrag eine erste Teilanlage für die Wasserstoff-Produktion auf dem PCK-Gelände entstehen könne. Damit sollten alternative Arbeitsplätze entstehen, sagte die Rathauschefin, die sich einen Elektrolyseur anschaute, der für die Erzeugung von Wasserstoff nötig ist. Die Stadt bereitet zudem die Gründung einer Strukturentwicklungsgesellschaft vor. «Wir werden voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres dazu eine Entscheidung treffen», sagte Hoppe.

Als ein möglicher Investor zeigt das Leipziger Unternehmen Verbio großes Interesse an PCK. Das Unternehmen produziert in Schwedt Bio-Treibstoffe wie Ethanol und Methan und ist auf dem Raffineriegelände angesiedelt. «Verbio hat seinen Hut in den Ring geworfen», sagte der Geschäftsführer von Verbio Schwedt, Klaus-Dieter Bettien. Das Unternehmen wolle die Transformation begleiten, aber es gebe noch viele Fragezeichen. «Der Prozess wird Jahre dauern. Von jetzt auf gleich wird das nicht funktionieren.»

Houston (dpa) *14:46 Uhr – BP übernimmt US-Biogas-Hersteller Archaea Energy für Milliardensumme

Der britische Öl- und Gaskonzern BP will bis Ende des Jahres den US-Biogas-Hersteller Achaea Energy für rund 4,1 Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro) inklusive Schulden übernehmen. Das Management von Archaea Energy stimmt dem Deal zu, für den BP rund 26 Dollar in bar pro Aktie zahlt, wie das US-Unternehmen am Montag in Houston mitteilte. Die Archaea-Aktie schnellte im vorbörslichen US-Handel um gut die Hälfte auf 25,75 Dollar nach oben. BP-Papiere gaben in London leicht nach.

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Laut Archaea soll der Gasproduzent in die Bioenergie-Sparte von BP eingegliedert werden. Durch den Erwerb könne Archaea gemeinsam mit BP eine stärkere Plattform für das Geschäft mit erneuerbaren Energien bilden. Archea betreibe 50 Biogas- und Gas-to-Energy-Anlagen in den USA, teilte BP mit.

Durch die Übernahme will der internationale Energieriese seinen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus dem Biogasgeschäft bis 2030 auf ungefähr zwei Milliarden Dollar verdoppeln. Archaea sieht sich als einen der führenden Biogasproduzenten in den Vereinigten Staaten.

Düsseldorf (dpa/lnw) *09:10 Uhr – Kunststoffbranche in NRW: Mehr Produktion und höhere Preise

Die Kunststoffproduktion in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr die Produktionsmenge leicht erhöhen und von gestiegenen Preisen profitieren können. Während 2021 um 2,8 Prozent mehr produziert wurde als im Vorjahr, stieg der Absatzwert um rund 35 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro an, wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Montag mitteilte. Der Absatzwert lag damit auch deutlich (rund 22 Prozent) über dem des Vorkrisenjahres 2019.

Insgesamt wurden laut dem Statistikamt 2021 in den 88 Betrieben in NRW 6,4 Millionen Tonnen Kunststoffe und 402 000 Tonnen synthetischer Kautschuk hergestellt. Schwerpunkte der Branche im bevölkerungsreichsten Bundesland sind die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln, dort werden fast vier Fünftel des NRW-Absatzwertes erwirtschaftet.

In diesem Jahr hielt der positive Preistrend zunächst an: Im ersten Halbjahr 2022 wurden in 90 Betrieben in NRW zwar knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum produziert, der Absatzwert stieg aber um rund 27 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro an. Der durchschnittliche Absatzwert pro Tonne Kunststoff und Kautschuk lag im ersten Halbjahr 2022 bei 2054 Euro, das ist fast ein Drittel mehr als ein Jahr davor.

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