Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie «Versprechen in Zukunft» – Spatenstich bei Abbvie in Ludwigshafen

Von Wolfgang Ernhofer 48 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst sowie manche Kuriosität.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

30.04.2024

Barleben (dpa) *17:25 Uhr – Habeck warnt vor Produktionsverlagerung bei Medikamenten

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat vor einer Verlagerung der Produktion von Medikamenten ins Ausland gewarnt. Habeck sagte am Dienstag in Barleben (Sachsen-Anhalt) zum Abschluss einer Reise zu Pharma-Standorten, dies könne dazu führen, dass Engpässe drohten. Die Logik, Nachahmerprodukte könnten auch gut in Südostasien produziert werden, möge eine Sicherheit geben in einem Weltmarkt, der immer funktioniere. «Allein wir alle wissen, dass die Welt im Moment nicht so ist.»

Habeck hatte ein Werk der Sandoz-Tochter Salutas Pharma besucht. Der Deutschland-Chef des Pharma-Konzerns Sandoz, Thomas Weigold, sprach sich für einen «Grundversorgergipfel» und Veränderungen beim Preissystem aus. Der Minister begrüßte den Vorschlag, sich die Versorgungssituation mit Grundmedikamenten anzuschauen und «vielleicht auch zu definieren», ob es bestimmte Produktreihen gebe, die man zumindest zu einem bestimmten Anteil in Europa oder in Deutschland herstellen wolle, um die Produktion zu steigern, wenn mal irgendetwas passiere. Die Corona-Pandemie habe eindeutig gelehrt, dass man an der Stelle wachsamer sein müsse. Das könne in der Folge bedeuten, dass Medikamente «ein Tickchen» teurer würden. Er werde die Idee eines solchen Gipfels innerhalb der Bundesregierung beraten. Bei einigen Medikamenten wie Antibiotika gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Lieferprobleme und Engpässe. Ein großer Teil wird in Asien produziert.

29.04.2024

Frankfurt/Darmstadt (dpa) *16:26 Uhr – Habeck will Pharma-Standort Deutschland stärken

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will den Pharma-Standort Deutschland stärken. Der Grünen-Politiker stellte am Montag staatliche Hilfen zur Ansiedlung von Produktionsstätten für «kritische Gesundheitsprodukte» in Aussicht. Habeck unternimmt eine zweitägige «Pharma-Reise» und besucht Unternehmen in Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Bei einigen Medikamenten wie Antibiotika gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Lieferprobleme und Engpässe. Habeck sagte nach einem Treffen mit Mittelständlern in Frankfurt, es gebe gute Gründe, nicht zulassen, dass «vielleicht lebenswichtige Produkte» nur im Ausland, im asiatischen Raum oder in China produziert würden. Wenn man eine Produktion in Deutschland wolle, «dann werden wir nicht umhinkommen, diese Unternehmen dann auch finanziell zu unterstützen», sagte er mit Blick auf günstigere Produktionsbedingungen vor allem in Asien.

Mit der Pharma-Strategie der Bundesregierung habe es eine gewisse Richtungsentscheidung gegeben, dass kritische Gesundheitsprodukte in einer gewissen Menge in Europa oder in Deutschland produziert werden sollten. Zum Auftakt seiner Reise besuchte Habeck in Darmstadt das junge Biotechnologie-Unternehmen Zedira, das den weltweit ersten Wirkstoff gegen Glutenunverträglichkeit entwickelt, sowie den Merck-Konzern.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *14:06 Uhr – «Versprechen in Zukunft» – Spatenstich bei Abbvie in Ludwigshafen

Im Jahr 2027 will der US-Pharmakonzern Abbvie sein neues Forschungs- und Entwicklungsgebäude am Standort Ludwigshafen in Betrieb nehmen. Am Montag erfolgte der symbolische Spatenstich für den rund 150 Millionen Euro teuren Bau unter anderem in Anwesenheit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Das Gebäude sei ein «Versprechen in die Zukunft und die Innovationskraft dieses Standorts», sagte der Geschäftsführer Forschung und Entwicklung von Abbvie Deutschland, Martin Gastens.

In dem sechsstöckigen Bau soll einmal etwa ein Drittel der ungefähr 1000 Forscherinnen und Forscher in Ludwigshafen, dem weltweit zweitgrößten Forschungs- und Entwicklungsstandort von Abbvie, arbeiten. Insgesamt beschäftigt der Konzern in der rheinland-pfälzischen Stadt nach eigenen Angaben mehr als 2000 Menschen.

Gastens lobte die Zusammenarbeit mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Das sei wichtig, weil man sich manchmal auch Gegenwind aus Berlin ausgesetzt sehe, sagte der Manager. Rheinland-Pfalz sei mit seiner Biotechnologie-Strategie «federführend».

Dreyer sagte, dies sei bereits der dritte wichtige Spatenstich binnen eines Monats. Der US-Pharmariese Eli Lilly feierte Anfang des Monats einen für eine 2,3 Milliarden Euro schwere Investition in Alzey und das Forschungsinstitut Tron kurz darauf in Mainz für ein neues Forschungs- und Verwaltungsgebäude in unmittelbarer Nähe zur Universitätsmedizin.

Die Ministerpräsidentin nannte die Investition von Abbvie einen Vertrauensbeweis eines weiteren großen Pharmaunternehmens in Rheinland-Pfalz. «Wir leben in einem Veränderungsjahrzehnt», sagte sie. Das sei in Ludwigshafen sehr sichtbar. «Wir haben hier Industrieunternehmen, die sich völlig verändern müssen.» Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther (FDP) sagte, mit Investitionen wie von Abbvie würden auch für die Zukunft attraktive Arbeitsbedingungen am Standort Ludwigshafen geschaffen - ein entscheidender Faktor, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.

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