Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie BP setzt Verwaltungsratschef ab und verkauft Raffinerie Gelsenkirchen +++ Neun Vermisste nach tödlichem Chemie-Unfall

Von Wolfgang Ernhofer 24 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

26.05.2026

Los Angeles (dpa) *08:35 Uhr – Chemietank in Kalifornien: Feuerwehr hebt Evakuierungsbefehl auf

Nach tagelangem Bangen wegen der drohenden Explosion eines Tanks mit hochgiftigen Chemikalien im US-Bundesstaat Kalifornien dürfen alle evakuierten Anwohner in ihre Häuser zurückkehren. Das teilte die Feuerwehr im Bezirk Orange County südlich der Metropole Los Angeles am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Ein Teil der Evakuierungsanordnungen für die Gebiete rund um das betroffene Firmengelände war bereits am Montagabend aufgehoben worden.

Seitdem am vergangenen Donnerstag austretender Dampf gesichtet worden war, wurde eine Explosion des mit der leicht entzündbaren Chemikalie Methylmethacrylat gefüllten Tanks befürchtet. Etwa 50.000 Menschen, die in der Gefahrenzone rund um den Ort Garden Grove leben, mussten zeitweise ihre Häuser verlassen und das Wochenende in Hotels, Notunterkünften oder in ihren Autos verbringen.

Die seit Tagen unter gefährlichen Bedingungen arbeitende Feuerwehr versuchte den Tank zunächst von außen mit Wasser zu kühlen, damit er nicht überhitzt. Doch das brachte keinen Erfolg - im Gegenteil: Die Temperatur in dem riesigen Behälter stieg kontinuierlich weiter. Am Montag teilte die Feuerwehr dann mit, dass durch einen Riss in der Hülle des Tanks der Druck im Innern entwichen und damit auch die Gefahr einer großen Explosion abgewendet sei.

Longview (dpa) *06:35 Uhr – Neun Vermisste nach tödlichem Chemie-Unfall in den USA

- Bei einem Unglück auf dem Gelände einer Verpackungsfirma im Nordwesten der USA ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Neun Angestellte werden nach dem Vorfall am Dienstag in der Kleinstadt Longview noch vermisst, wie die Feuerwehr mitteilte. Zudem gebe es neun Verletzte, darunter ein Feuerwehrmann.

Einige befänden sich in kritischem Zustand.

Nach Angaben der Feuerwehr war auf dem Gelände der Firma, die Kartons für Flüssigkeiten herstellt, ein mehr als 3,4 Millionen Liter fassender Tank mit Weißlauge geborsten. Die Räumungsarbeiten seien gefährlich, der Tank, in dem sich immer noch Flüssigkeit befinde, drohe einzustürzen. Anwohner seien derzeit aber nicht direkt bedroht.

Der Gouverneur des Bundesstaats, Bob Ferguson, sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. «Meine Gedanken sind bei den Arbeitern und ihren Familien sowie bei den Ersthelfern», schrieb Ferguson auf der Onlineplattform X. Teams des Umweltministeriums und der Arbeitsschutzbehörde seien vor Ort, außerdem sei die Nationalgarde in Alarmbereitschaft versetzt worden.

In den vergangenen Tagen hatte bereits die drohende Explosion eines Chemietanks im Süden Kaliforniens die Menschen in der Gegend in Angst und Schrecken versetzt. Zehntausende Anwohner mussten ihre Häuser angesichts der Gefahr einer Explosion einer leicht entzündlichen Chemikalie verlassen. Inzwischen durften fast alle Evakuierten wieder in ihre Häuser zurückkehren. Doch vollständige Entwarnung gab die Feuerwehr bislang nicht.

London (dpa) *16:39 Uhr – Ölkonzern BP setzt Verwaltungsratschef ab – Aktie rutscht ab

Der britische Ölkonzern BP hat Verwaltungsratschef Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Hintergrund sind «schwerwiegende Bedenken» in Zusammenhang mit seinen Führungsstandards, seiner Aufsichtspflicht und seines Verhaltens, wie der Konzern am Mittag mitteilte. Der Vorstand habe «einstimmig beschlossen», dass Manifold nicht länger als Vorsitzender und Mitglied des Verwaltungsrats tätig sein solle.

Weiter Hintergründe nannte BP zunächst nicht. Zum Interimsvorsitzenden wurde Ian Tyler ernannt. Ein Nachfolgeprozess zur Besetzung des dauerhaften Vorsitzes werde eingeleitet, teilte der Konzern mit. An der Börse wurden die Neuigkeiten mit einem Kursrutsch quittiert. Die BP-Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent auf 500 britische Pence. Am Nachmittag lag sie noch mit 4,6 Prozent im Minus, gehörte damit aber weiter zu den größten Verlierern im britischen Leitindex FTSE 100.

«Albert hat dazu beigetragen, der Transformation von BP die nötige Aufmerksamkeit und Dynamik zu verleihen», sagte das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Amanda Blanc. Die ihm vorgeworfenen Versäumnisse bei der Unternehmensführung und Verhaltensprobleme hätten den Verwaltungsrat jedoch «überrascht und enttäuscht». Das Gremium erachte sie als inakzeptabel.

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Ende April hatte BP hohe Gewinne dank höher Ölpreise mitgeteilt. Im ersten Quartal betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd. Euro), mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum mit knapp 1,4 Milliarden Dollar. Unter anderem eine höhere Ölproduktion im Golf von Mexiko habe Störungen im Nahen Osten angesichts des Iran-Kriegs wettgemacht, hieß es.

Bayreuth (dpa) *15:47 Uhr – Gefährliche Lösungsmittel an Schule gesprengt

An einem Bayreuther Gymnasium sind gefährliche Substanzen in einem Chemieschaukasten entdeckt worden. Drei Gefäße wurden nach Angaben der Polizei in einem Erdloch auf einer Wiese nahe der Schule kontrolliert gesprengt. Schüler und Lehrkräfte waren wegen der bayerischen Pfingstferien nicht im Gebäude. Auch das nahe gelegene Bayreuther Volksfest sei nicht beeinträchtigt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte ein Sicherheitsbeauftragter der Schule die Chemikalien entdeckt. Er informierte die Polizei. Nach Einschätzung von Spezialkräften «sind die Substanzen altersbedingt instabil geworden». Es handelte sich um alkoholische Lösungsmittel, die aufgrund der Dauer der Lagerung teils eingetrocknet und bereits auskristallisiert waren. Hierdurch waren sie laut Polizei stoßempfindlich und nicht mehr transport- oder handhabungssicher. Da ein gefahrloser Abtransport nicht möglich war, mussten die Behälter gesprengt werden. Anwohner waren gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Brüssel/Gelsenkirchen (dpa) *13:12 Uhr – BP verkauft Raffinerie Gelsenkirchen – EU gibt grünes Licht

Der Mineralölkonzern BP darf aus EU-Sicht seine Raffinerie in Gelsenkirchen an den Raffineriebetreiber Klesch-Gruppe verkaufen. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen einen Zusammenschluss, teilte die EU-Kommission mit. Die Unternehmen hätten nur eine begrenzte gemeinsame Marktstellung. Bei großen Übernahmen prüft die Brüsseler Behörde, ob dadurch unverhältnismäßig große Einschränkungen des freien Wettbewerbs entstehen können.

Die Raffinerie Gelsenkirchen ist eine der größten Deutschlands. Der aus zwei Standorten bestehende Komplex kann jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Hergestellt werden vor allem Kraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr. Produziert werden auch Rohstoffe für die petrochemische Industrie. Der integrierte Raffineriekomplex mitsamt Tanklager in Bottrop beschäftigt laut BP-Angaben von März rund 1.800 Menschen. Der Konzern hatte im März angekündigt, die Raffinerie an die konzernunabhängige Klesch-Gruppe zu verkaufen. Der Verkauf soll nach einer Zustimmung der Behörden noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, hieß es damals.

Die auf Malta ansässige Klesch-Gruppe des US-Amerikaners A. Gary Klesch betreibt in Europa zwei Ölraffinerien: die Raffinerie Heide im schleswig-holsteinischen Kreis Dithmarschen und eine Raffinerie im dänischen Kalundborg.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft laut einem «Spiegel»-Bericht von April ebenfalls den Verkauf der Raffinerie und nimmt dafür eine Investitionsprüfung vor. Hinter der auf Malta ansässigen Klesch-Gruppe stehe ein undurchsichtiges Firmenkonstrukt in der Steueroase Jersey, berichtete der «Spiegel». Der Staat kann unter bestimmten Voraussetzungen den Erwerb von Firmen durch nicht-europäische Investoren untersagen.

23.05.2026

Noworossijsk/Perm (dpa) *16:23 Uhr – Ukraine trifft Öllager und Chemiefabrik in Russland

Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine Öllagerstätte in der bereits mehrfach attackierten Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk in Brand gesetzt. Teile einer abgeschossenen Drohne seien auf das Gelände eines Treibstoffterminals gefallen, teilte der operative Stab der Region Krasnodar mit. In einigen technischen und administrativen Gebäuden seien Feuer ausgebrochen. Es gebe zwei Verletzte, hieß es in der Behördenmitteilung.

In sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass der Ölterminal Gruschowaja des Energiekonzerns Transneft in Brand geraten sei. Es handelt sich um eine der größten Öllagerstätten im Kaukasus mit Reservoirs unter der Erde und an der Oberfläche - samt einem Umschlagplatz. Die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie in Noworossijsk waren bereits wiederholt Ziele ukrainischer Drohnenangriffe.

Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte zu dem Drohneneinsatz gegen die Anlage: «Gerade Öl und Gas haben Russland so arrogant gemacht, dass es sich heute erlaubt, in der modernen Welt Krieg zu führen und weiterhin alle anderen zu bedrohen.» Er kündigte weitere Schläge gegen russische Ziele mit den neuartigen Langstrecken-Drohnen an. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe gegen Ziele im russischen Hinterland massiv ausgeweitet. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von 348 Drohnen. Von unabhängiger Seite ist diese Zahl nicht überprüfbar. Zu Treffern machte das Ministerium wie immer keine Angaben.

Allerdings gab es Berichte von Behörden über Schäden infolge von Drohnenangriffen in mehreren russischen Regionen, darunter etwa in Anapa am Schwarzen Meer. Im Gebiet Perm meldeten die Behörden ebenfalls einen Angriff auf einen Industriebetrieb. Dort soll ein Feuer in einer Chemiefabrik in der Stadt Gubacha ausgebrochen sein. Das Werk gehört zu den größten Methanolproduzenten in Russland.

Der ukrainische Präsident Selenskyj lobte die Streitkräfte für den Schlag gegen das Ziel rund 1.700 Kilometer von der Grenze seines Landes entfernt. «Ein russisches Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes, das den Betrieb anderer russischer Militärproduktionsstätten sowie die Herstellung von Sprengstoffen und Komponenten für Luftfahrtausrüstung und Drohnen unterstützt», sagte er in einer Videobotschaft.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte wiederum berichteten am Morgen von 124 russischen Drohnenangriffen. 102 Flugobjekte seien unschädlich gemacht worden, teilte die Flugabwehr mit. Infolge der russischen Angriffe seien zwölf Einschläge von Kampfdrohnen an neun Orten sowie herabfallende Trümmer an fünf Orten registriert worden, hieß es. Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine dominiert inzwischen ein Drohnenkrieg das Kampfgeschehen. Am Boden hingegen gibt es wegen der Gefahr durch Angriffe mit den Flugkörpern deutlich weniger Truppenbewegungen und Veränderungen als in den ersten Kriegsjahren. Die Kämpfe stecken nach Angaben von beiden Seiten in der Sackgasse.

Los Angeles (dpa) *04:03 Uhr – USA: Lagertank droht zu explodieren – Zehntausende evakuiert

Die drohende Explosion eines Lagertanks mit einer brennbaren, gefährlichen Chemikalie hat in Südkalifornien zu einer großflächigen Evakuierung geführt. Rund 40.000 Anwohner im Großraum Garden Grove, südöstlich von Los Angeles, seien von dem Aufruf betroffen, berichteten US-Medien. Nach Angaben von Behörden könnte der Notfall dazu führen, dass ein Leck auftritt oder der Tank explodiert.

Die Chemikalie Methylmethacrylat sei hochgiftig und leicht entzündbar, sagte Craig Covey von der Feuerwehr im Bezirk Orange County. Der Tank mit der Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet wird, befindet sich auf dem Gelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens. Im schlimmsten Fall könnte es zu einer unkontrollierten Explosion kommen, führte Covey aus. Der Tank wurde unterdessen von außen mit Wasser gekühlt, um ein weiteres Aufheizen zu verhindern. Ein defektes Ventil verursachte zusätzliche Probleme.

22.05.2026

Chemnitz (dpa/sn) *18:58 Uhr – Nach Chemikalienfunden: Chemnitz sperrt Wald

Nach dem Fund von Ampullen mit Chemikalien hat die Stadt Chemnitz ein Waldgebiet gesperrt. Es handle sich um Bereiche des Ebersdorfer Waldes, des Grenzwaldes sowie südlich davon gelegene Ruinenflächen, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Betreten dieser Gebiete außerhalb markierter oder ausgewiesener Straßen und Wege sei untersagt. Den Angaben zufolge sind dort seit Anfang Mai wiederholt Glasgefäße gefunden worden, deren Herkunft bisher nicht genau zugeordnet werden konnte. Darin seien teilweise Chemikalien enthalten gewesen, die giftig, krebserregend, ätzend oder auch explosiv seien, hieß es.

Die Behörden gehen den Angaben zufolge davon aus, dass weiteres belastetes Material und mit schädlichen Chemikalien gefüllte Kleinbehälter im gesamten Waldstück oberflächennah gelagert sind oder von Wildtieren oder Personen ausgegraben werden könnten. Über die Funde heißt es weiter, die Gefäße seien teilweise kyrillisch beschriftet gewesen. Daher sei möglich, dass ein Zusammenhang mit der einstigen Nutzung der Fläche durch die Sowjetarmee besteht, die bis etwa 1993 dort stationiert war.

Münster/EIken (ots) *13:24 Uhr – Millioneninvest: Westfalen verdoppelt Industriegase-Kapazitäten in der Schweiz

Spatenstich: Die Westfalen-Gruppe baut ihr Industriegase-Geschäft in Europa weiter aus und erweitert ihr bestehendes Abfüllwerk im schweizerischen Eiken bei Basel umfassend. Mit einer Investition im zweistelligen Millionen-Bereich wird die Produktionskapazität der Tochtergesellschaft Westfalen Gas Schweiz (WGS) künftig nahezu verdoppelt. Die WGS versorgt in der Schweiz überwiegend mittelständische Kunden mit Gasen für die Getränke- und Pharmaindustrie, für Labor und Medizin sowie für Anwendungen beim Schweißen und Schneiden.

«Eiken hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort innerhalb unseres internationalen Industriegase-Geschäfts entwickelt. Mit der Erweiterung schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in der Schweiz und stärken zugleich unser europäisches Netzwerk», sagte Thomas Perkmann, Vorstandsvorsitzender der Westfalen-Gruppe, anlässlich des Spatenstichs zum Werksausbau. «Die Investition ist ein wichtiger Meilenstein für den weiteren Ausbau unseres Europageschäfts.»

Vor 25 Jahren wurde die Westfalen Gas Schweiz gegründet. Zehn Jahre danach nahm das Abfüllwerk in Eiken seinen Betrieb auf. Für WGS-Geschäftsführer Tony Moes ist die Erweiterung deshalb auch ein besonderes Jubiläum: «Dass wir die Werkserweiterung mit unserem 25-jährigen Bestehen verbinden können, macht diesen Tag für uns besonders.» Das Wachstum in der Schweiz sei vor allem das Ergebnis des großen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so der Westfalen-Geschäftsführer weiter. Sie hätten dafür gesorgt, dass sich das Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren zu dem entwickelt hätte, was es heute ist. Moes: «Mit der Werkserweiterung kommen wir unserem Ziel einen weiteren Schritt näher, bevorzugter Industriegase-Partner für den Mittelstand in der Schweiz zu werden.»

Die Westfalen-Gruppe versorgt europaweit rund 40.000 Gewerbekunden mit Industriegasen und realisiert jährlich rund 2,2 Millionen Flaschenabfüllungen an elf Standorten in vier Ländern. Neben der Schweiz sollen zukünftig noch weitere Investitionen in Europa folgen. «Wir treiben das Wachstum in unseren europäischen Kernmärkten konsequent voran und so bauen wir derzeit im Südwesten Frankreichs einen weiteren Abfüllstandort», so Perkmann.

21.05.2026

Wiesbaden (dpa) *11:47 Uhr – Minister: Land setzt sich für Erhalt des Biontech-Werks ein

Das Land Hessen macht sich nach den Worten von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) für eine Zukunft des von der Schließung bedrohten Marburger Werks des Impfstoffherstellers Biontech stark. Die Landesregierung sei im Austausch mit der Führung von Biontech, mit dem Betriebsrat sowie mit Gewerkschaften, sagte er im Landtag in Wiesbaden. In den Gesprächen gehe es etwa um die Frage von strategischen Reserven mit Blick auf mögliche Pandemien.

Das Mainzer Unternehmen hatte vor wenigen Wochen harte Einschnitte angekündigt. Die geplante Schließung mehrerer Produktionsstandorte betrifft allein in Marburg rund 540 Arbeitsplätze. Das Werk war 2021 während der Corona-Pandemie eröffnet worden, bis heute wird dort der Covid-19-Impfstoff hergestellt.

Mansoori sagte, in der Corona-Pandemie habe sich die Schwierigkeit gezeigt, kurzfristig Kapazitäten hochzufahren. Es sei auch eine Frage der Resilienz, solche Kapazitäten aufrechtzuerhalten. Sollte sich ein Investor für den Marburger Standort finden, werde das Land schauen, dass dieser «möglichst schnell an dem Standort ankommen» kann. Dazu zähle etwa, Genehmigungen zu erleichtern.

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