Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemie-Unfall in USA: Sechs der neun Vermissten tot geborgen +++ Säure tritt bei Arzneimittelfirma in Karlsruhe aus

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12.05.2026

Gendorf (stmwi) – Aiwanger: „Arbeitsplätze im Chemiedreieck bleiben erhalten – ein starkes Signal für die Region“

Die Arbeitsplätze bei der Firma Dyneon im Chemiepark Gendorf bleiben erhalten, ebenso die Weiterproduktion von Fluorpolymeren. Der amerikanische Mutterkonzern 3M hat das Unternehmen an die schweizerische Capmont Group AG verkauft. Für Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger ist das ein lang erwarteter Lichtblick nach schlechten Nachrichten für die Chemieindustrie. Aiwanger betont: "Ich bin erleichtert, dass mit der Dyneon die Weiterproduktion von Fluorpolymeren und damit die Arbeitsplätze im Chemiedreieck erhalten bleiben. Das stärkt nicht nur den Chemiepark, sondern den gesamten Landkreis. Dadurch wird eine noch stärkere Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, zum Beispiel aus Asien, verhindert. Grundstoffproduktion im Land stärkt die Widerstandskraft der gesamten europäischen Industrie", so Aiwanger. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat sich in den vergangenen Jahren intensiv für den Verkauf von Dyneon und die Weiterproduktion von Fluorpolymeren sowie den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Laut 3M ist die Vereinbarung über den Verkauf nun erfolgreich abgeschlossen worden.

Premnitz/Leuna (dpa) *18:32 Uhr – Insolvenzverwalter: Investor für Domo in Premnitz gefunden

Für den insolventen brandenburgischen Kunststoff-Veredler Domo Engineering Plastics ist ein neuer Investor gefunden. Der Standort in Premnitz (Kreis Havelland) sowie 50 Arbeitsplätze blieben erhalten, teilte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Er habe sich mit einem Investor auf die Übernahme des Geschäftsbetriebs geeinigt. 20 Beschäftigte in Premnitz werden demnach aber nicht übernommen.

Domo in Premnitz ist eine Tochterfirma des belgischen Chemieunternehmens Domo-Chemicals. Zwei andere Domo-Töchter mit Sitz im sachsen-anhaltischen Leuna wurden bereits von einer neu gegründeten Gesellschaft übernommen.

Insolvenzverwalter Flöther teilte mit, nun habe auch der Standort Premnitz wieder eine Perspektive außerhalb der Insolvenz. Hinter dem Käufer stehe der branchenerfahrene und international ausgerichtete Investor Lone Star Funds. Er übernehme auch weitere Teile der weltweit tätigen Domo-Gruppe, so Flöther. «Bezüglich der 20 Beschäftigen, die nicht Teil der Investorenlösung sind, wurde mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan abgeschlossen.»

Die Domo Engineering Plastics in Premnitz veredelt spezielle technische Kunststoffe (Polyamid 6) mit hoher Festigkeit. Sie werden in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie eingesetzt.

Leuna (dpa/sa) *17:04 Uhr – Bioraffinerie Leuna soll 2027 volle Kapazität erreichen

Die Bioraffinerie in Leuna soll im Lauf des kommenden Jahres ihre volle Produktionskapazität erreichen. «Nachdem Ende 2025 bereits die ersten kommerziellen Lieferungen von Industriezucker erfolgten, soll in den kommenden Wochen die Produktion von erneuerbaren funktionellen Füllstoffen beginnen, die in verschiedenen Gummi- und Plastikapplikationen eingesetzt werden», teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit.

Der finnische Konzern UPM investierte in die Raffinerie im Chemiepark Leuna 1,3 Milliarden Euro. Hier werden Biochemikalien aus Hartholz hergestellt und ersetzen fossile Rohstoffe. «Innovative Biochemikalien sind ein echter Gamechanger», sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider, der mit Landesumweltminister Armin Willingmann (SPD) die Anlage besuchte. «Wenn aus Holz neue Verpackungen, Klebstoffe oder Textilien entstehen, dann spart das Plastik und hilft dem Klima.» Willingmann sprach von der Bioraffinerie als «Leuchtturm der Bioökonomie», der den Chemiestandort Leuna stärke.

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