Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie Baustart für Südeuropas größte Anlage für grünen Wasserstoff

Von Wolfgang Ernhofer 17 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

17.09.2026

Heidelberg/Dossenheim (dpa/lsw) *16:52 Uhr – Spezialisten machen Chemikalie in Steinbruch unschädlich

Spezialisten haben eine explosive Chemikalie in einen Steinbruch gebracht und dort unschädlich gemacht. Zuvor wurde eine kleine Menge der Chemikalie auf einem Firmengelände in Heidelberg gefunden, wie die Polizei mitteilte. Die alarmierten Spezialisten des Landeskriminalamtes entschieden sich dazu, den Stoff in den Steinbruch bei Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) zu bringen. Die Arbeiten dort sorgten für einen lauten Knall. Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht, verletzt wurde niemand.

Palos de Frontera (dpa) *16:10 Uhr – Baustart für Südeuropas größte Anlage für grünen Wasserstoff

Das spanische Energieunternehmen Moeve hat in Palos de Frontera in Andalusien den Bau der größten Anlage für die Herstellung sogenannten grünen Wasserstoffs aus erneuerbaren Energiequellen in Südeuropa in Angriff genommen. Das Projekt «Onuba» in der Region Huelva sieht in einer ersten Phase Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro und eine Leistung von 300 Megawatt vor, mit der durch Elektrolyse von Wasser 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugt werden sollen. Das entspricht nach Regierungsangaben einer Einsparung von 250.000 Tonnen Kohlendioxid.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete das Projekt als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels sowie für die energetische Autonomie und industrielle Zukunft des Landes und Europas. Die Anlage, die mit 304 Millionen Euro aus dem Aufbauprogramm «Next Generation EU» gefördert wird, könnte laut Planung ab der Jahreswende 2027/2028 die Produktion aufnehmen. Eine leicht größere Anlage ist in Emden im Bau.

Der Strom in Spanien soll ausschließlich aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne kommen und der immense Wasserbedarf durch die Aufbereitung von Abwässern aus Haushalten und der Wirtschaft gedeckt werden. In einer zweiten Ausbauphase des Gesamtprojekts unter dem Namen «Andalusiens grünes Wasserstoff-Valley» ist laut Angaben des Unternehmens eine Erweiterung der Anlage in Palos de Frontera und eine zweite Produktionsstätte in San Roque in der Provinz Cádiz ebenfalls in Andalusien geplant.

Die Gesamtleistung soll dann auf insgesamt 2.000 Megawatt steigen und eine Jahresproduktion von 300.000 Tonnen grünen Wasserstoffs ermöglichen. Spanien will diesen Wasserstoff langfristig durch Pipelines auch zu energieintensiven Industrien unter anderem in Deutschland liefern.

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