Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Burghausen klagt wegen PFOA-Belastung – Millionenforderungen

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15.09.2026

Biberach/Ingelheim (dpa) *17:51 Uhr – Resistente Erreger – Boehringer will wieder selbst forschen

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim will künftig wieder selbst in die Forschung zur Eindämmung der Gefahr von Erregern einsteigen, die resistent gegen Medikamente geworden sind. Der Wiedereinstieg in die eigene Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen (AMR) soll in Kürze erfolgen, wie aus Bemerkungen von Konzernchef Shashank Deshpande bei einem Mediengespräch am Unternehmensstandort Biberach hervorgeht.

Weiter heißt es, AMR sei eine «stille Pandemie»; es seien derzeit etwa nur wenige neue Antibiotika in der Entwicklung. Boehringer verspreche sich kurzfristig davon keine bedeutenden finanziellen Erträge. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen aus Ingelheim in der AMR-Forschung vor allem auf strategische Partnerschaften oder Joint-Venture gesetzt.

Mainz (dpa/lrs) *15:04 Uhr – Brand in Labor bei Biontech

Feuer an einer bekannten Adresse: In einem Labor am Hauptsitz des Pharmaunternehmens Biontech in Mainz hat es gebrannt. Die Flammen konnten nach Angaben der Feuerwehr innerhalb einer Stunde gelöscht werden. Die Entrauchung von Räumen habe anschließend noch längere Zeit in Anspruch genommen.

Ausgebrochen war der Brand Biontech zufolge in einer Abzugsanlage eines Labors im Stadtteil Oberstadt. Alle Mitarbeitenden hätten das Gebäude sicher verlassen können. Zunächst war von zwei vorsorglich medizinisch betreuten Personen die Rede gewesen. Die Feuerwehr teilte später nach Abschluss des Einsatzes mit, dass drei Personen betroffen gewesen seien. Sie seien vom Rettungsdienst medizinisch betreut und vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

Nach Feuerwehrangaben waren rund 60 Feuerwehrleute vor Ort, hinzu kamen weitere Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW), Polizei, Rettungsdienst und vom Medizinischen Katastrophenschutz. Das Unternehmen teilte mit, die Ursache werde nun untersucht. Eine Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner habe nicht bestanden.

Das von dem Brand betroffene Gebäude hat die Adresse «An der Goldgrube 12». Diese Adresse war während der Corona-Pandemie bekanntgeworden, weil Biontech zu der Zeit mit Covid-19-Impfstoff Milliarden verdiente.

Leuna/Halle (dpa/sa) *14:42 Uhr – Was die Stilllegung von Leuna Polyamid kosten könnte

Die Stilllegung des Chemiewerks von Leuna Polyamid könnte bis zu 30 Millionen Euro kosten. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten im Auftrag des Landesverwaltungsamtes in Halle. Die Behörde hat die Kosten eines gesicherten Herunterfahrens der Produktionsanlagen aus Gründen der Gefahrenabwehr bewerten lassen.

Die Kostenschätzung diene dazu, «im Ernstfall handlungsfähig zu sein und die notwendigen Maßnahmen unverzüglich einleiten zu können», so eine Sprecherin. Dies sei aber keine Aussage darüber, dass die Kosten tatsächlich anfallen werden. Zuvor hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» berichtet.

Vergangene Woche hatte die Leuna Polyamid GmbH die Suche nach einem neuen Investor für eine der größten Produktionsanlagen im Chemiepark Leuna für gescheitert erklärt. Geschäftsführer Martin Naundorf hatte angekündigt, die Produktion ab Ende September schrittweise herunterfahren zu müssen. Dies werde nicht nur mehrere Wochen dauern, sondern auch einen Großteil der mehr als 400 Mitarbeiter weiterhin nötig machen. Im Oktober soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Das Landesverwaltungsamt hatte in Reaktion auf die Ankündigung vergangene Woche den sicheren und geordneten Betriebsstopp der Anlagen angeordnet. Ziel sei es, «Gefahren für Mensch, Umwelt und öffentliche Sicherheit zu verhindern», teilte die Behörde mit. Die Anlagen bildeten «einen hochkomplexen Stoffverbund mit störfallrelevanten Stoffen».

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Verantwortlich für die Umsetzung bleibe das Unternehmen selbst. Aktuell bestehe kein Anlass für eine staatliche Durchführung der Maßnahmen. Sollte der Betreiber dazu aber nicht in der Lage sein, könne eine sogenannte Ersatzvornahme nötig werden, so das Landesverwaltungsamt weiter.

Zu einer ähnlichen Situation ist es in Leuna bereits nach der Insolvenz des vorherigen Betreibers Domo Caproleuna im vergangenen Jahr gekommen. Damals hatte die Behörde einen staatlich finanzierten Notbetrieb der Anlage zur Gefahrenabwehr zu Kosten von rund 79,5 Millionen Euro finanziert. «Die Situation war besonders kritisch, weil die Anlagen aus Sicherheitsgründen nicht kurzfristig stillgelegt werden konnten», erklärte das Landesverwaltungsamt vergangene Woche.

Das Unternehmen Leuna Polyamid hatte das Werk als Auffanggesellschaft im April vom insolventen Betreiber Domo Caproleuna übernommen.

Würzburg (dpa/lby) *13:31 Uhr – Chemische Flüssigkeit ausgelaufen – 2.000 Schüler evakuiert

Rund 2.000 Schüler sind in Würzburg in Sicherheit gebracht worden, nachdem im Schwimmbad der Schule eine chemische Flüssigkeit ausgelaufen ist. Außerdem soll auch noch Gas ausgetreten sein, wie die Polizei mitteilte. Neun Schüler sowie ein Mitarbeiter der Schule wurden leicht verletzt. Sechs davon kamen in ein Krankenhaus.

Der Mitarbeiter habe am Morgen zwei Flüssigkeiten mischen wollen, hieß es. Dabei kam es zu einer chemischen Reaktion. Zahlreiche Einsatzkräfte machten sich daraufhin auf den Weg und sicherten den Einsatzort. Der Unterricht der Fachoberschule und Berufsschule wurde für den restlichen Tag gestrichen.

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