500-MW-Elektrolyseur EWE plant weitere große Wasserstoffproduktion im Nordwesten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wasserstoff soll bei der Energiewende eine zentrale Rolle spielen. In der Wesermarsch will der Energieversorger EWE deshalb eine weitere Produktionsanlage bauen — eine der größten in Europa.

Blick auf die Baustelle von EWE in Emden: Hier entsteht bereits eine 320-MW-Wasserstofferzeugungsanlage.(Bild:  EWE)
Blick auf die Baustelle von EWE in Emden: Hier entsteht bereits eine 320-MW-Wasserstofferzeugungsanlage.
(Bild: EWE)

Der Oldenburger Energieversorger EWE plant eine weitere große Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff im Nordwesten Niedersachsens. In der Wesermarsch soll voraussichtlich bis 2032 ein sogenannter Elektrolyseur mit einer Leistung von 500 Megawatt entstehen, wie der Energieversorger mitteilte.

Damit hätte die Anlage eine vergleichsweise große Kapazität. EWE baut bereits eine 320-Megawatt-Anlage im ostfriesischen Emden. Diese soll beim geplanten Produktionsstart Ende 2027 eine der bislang größten Anlagen ihrer Art in Europa sein.

Joint Venture von EWE und Verbund AG

Für das Vorhaben in der Wesermarsch ist EWE ein Joint Venture mit Verbund Green Hydrogen eingegangen, einem Tochterunternehmen der österreichischen Verbund AG.

„Mit dem Joint Venture schaffen wir die Grundlage für die Umsetzung eines der strategisch wichtigsten Wasserstoffprojekte in Norddeutschland“, sagte EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler in einer Mitteilung. Verbund und EWE hätten in den vergangenen Jahren vielfältige Erfahrungen mit großtechnischen Wasserstoffprojekten gesammelt, die sie nun zusammenlegten. Das Projekt „Elektrolyse Jade Weser“ sei ein zentrales Element der gemeinsamen Wasserstoffstrategie beider Unternehmen.

Als möglicher Standort kommen den Angaben zufolge Flächen bei Nordenham infrage. In der Nähe lägen ein leistungsfähiger Anschluss an das Stromnetz, ausreichende Wasserressourcen, der Zugang zu unterirdischen Kavernenspeichern und eine Anbindung an das künftige Wasserstoff-Kernnetz. Der Geschäftsführer von Verbund Green Hydrogen, Jost Ahrens, sprach von einem der „infrastrukturell am besten positionierten Wasserstoffprojekte Europas“.

Wofür Wasserstoff genutzt werden könnte

Mit erneuerbarer Energie hergestellter Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei der Elektrolyse wird Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Wird dafür erneuerbare Energie wie Windstrom genutzt, spricht man von „grünem Wasserstoff“.

Der Wasserstoff aus der Wesermarsch soll laut EWE für Industrie, Mobilität und den Energiesektor bereitstehen. Genutzt werden kann das Gas etwa in der Stahlindustrie. Für den künftig in Emden produzierten Wasserstoff hat EWE kürzlich eine Abnahmevereinbarung mit Salzgitter geschlossen. Es war der erste Großabnahmevertrag für Wasserstoff für beide Unternehmen.

In der neuen Anlage in der Wesermarsch sollen künftig jährlich 50.000 Tonnen grüner Wasserstoff hergestellt werden. Zum Vergleich: Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp baut in Duisburg eine Anlage zur klimafreundlicheren Stahlherstellung. Sie soll einen Hochofen ersetzen und benötigt jährlich etwa 143.000 Tonnen grünen Wasserstoff.

Auch an weiteren Standorten in Niedersachsen planen Unternehmen Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Im friesischen Sande ist beispielsweise eine 400-Megawatt-Anlage bis 2030 geplant. In Lingen will RWE bis Ende dieses Jahres eine Elektrolyseleistung von 200 Megawatt in Betrieb nehmen. Anschließend soll die Anlage im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden.

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