PROCESS Roundtable Energiemanagement

Wieviel Energieeffizienz geht noch?

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Rot – Grün – Gelb: Visualisierung ist auch für Clariant das große Thema, um das Energiebewußtsein seiner Mitarbeiter zu wecken. Für Dr. Herbert Maier, Head of Global Competence Center Energy & Utilities im Bereich Group Engineering bei Clariant, beginnt das schon bei der Auswahl der Ausrüster und Lieferanten. Intern plant Clariant deshalb die Einführung von Energy Efficiency Classes, die mittels eines grünen, gelben oder roten Ampel-Labels die Auswahl neuer Prozesskomponenten erleichtern sollen – ähnlich wie beim Kühlschrankkauf im Elektrofachmarkt.

Wie weckt man Energiebewußtsein?

Damit aber das Thema Energieeffizienz in der Prozessindustrie gerade bei Neuplanungen und Investitionen nicht unter die Räder kommt, muss auch das Management mit ins Boot. „Wir wollen diese Aspekte schon im Basic und Pre-Basic Engineering betrachten”, erklärte Maier. Dazu plant Clariant eine technische Vorlage für den Einkauf, in die schon während der Ausschreibungsphase gewisse Kriterien, abhängig von Equipment und Service aufgenommen werden sollen.

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Doch Investitionen sind nicht immer einfach zu vermitteln, war sich die Runde einig. Gerade Aktiengesellschaften seien extremem Druck ihrer Shareholder ausgesetzt, warf Volker Rink ein: „Alles, was sich innerhalb eines Jahres rechnet, wird umgesetzt.“ Mit Innovationen, die sich langfristig rechnen, sei da häufig nicht viel zu machen, erklärte der Projektingenieur der Endress+Hauser-Tochter Systemplan. Ein Teufelskreis: Denn fehlende Investitionen in existierende Anlagen machen es den deutschen Standorten noch schwerer im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.

Und für Neubauten gelte sowieso, gebaut werde, wo Energie, Rohstoffe und Arbeit günstig sind – derzeit also vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika. Dass für diese Projekte neueste und somit effizientere Technologien zum Einsatz kämen, verschärfe den Konflikt nur noch: „Wir potenzieren den Abstand!“, erklärte Frank Wittchen, Geschäftsbereichsleiter der SGL Group, der so seine Erfahrungen mit der Innovationsfreudigkeit einheimischer Unternehmen hat.

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