PROCESS Roundtable Energiemanagement

Wieviel Energieeffizienz geht noch?

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Ohne einen grundlegenden Wandel in der Mentalität bleibt vom Energiemanagement nur Symbolpolitik. Erst das Zusammenspiel über Techniken, Technologien und Anbieterkreisen könnte helfen, ganzheitliche Lösungsansätze zu entwickeln. Erzeugung, Speicherung und Verbrauch könnten nicht losgelöst voneinander betrachtet werden, erklärte Harald, Wilms, Leiter Unternehmensentwicklung bei Zeppelin Power Systems. Das Ziel müsse ein „integriertes Konzept“ sein, das die unregelmäßige Energieerzeugung der Erneuerbaren mit dem Bedarf nach stetiger Regelenergie der Industriekunden verbindet.

Warum auch die Mentalität eine Rolle spielt

Eine einheitliche Politik könnte helfen, in der Prozessindustrie den Boden für den Wandel zu bereiten. Verlässlich müsste eine derartige Politik aber sein, gab Wilms zu bedenken. „Die Politik muss wieder eine klare, deutliche Sprache sprechen – und nachhaltig sein. Das EEG muss sicherlich angepasst werden. Aber wir müssen anschließend eine Situation haben, die eine klare, auch langfristige Perspektive für industrielle Investoren ermöglicht.“ Anders seien die häufig auf Amortisationszeiten von bis zu zehn Jahren ausgerichteten Infrastrukturprojekte nicht vermittelbar.

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„Bewusstsein schaffen“ wolle man bei Industrie und öffentlicher Hand, erklärte Peter Rippen von Endress+Hauser. Wichtig sei, die gesamten Lebenszykluskosten einer Anlage zu betrachten. Ein Online-Tool des ZVEI soll helfen, pragmatisch solche Potenziale zu erkennen. Häufig, so Rippen, seien es kleine Investitionen, die einen großen Hebel hätten – vor allem auf längere Sicht: „Wenn wir jetzt 10.000 Euro mehr investieren, können wir über die Laufzeit der Anlage durchaus 100.000 Euro sparen!“

Hier gelangen Sie zum Berechnungstool des ZVEI.

Dabei kann die Prozessindustrie auf Hilfe von unerwarteter Seite hoffen: Die Kraftwerksbetreiber haben ihr Angebot um Dienstleitungen in Energiefragen erweitert, wie Dr. Hartmut Popella, Sales Manager bei Steag, erläutert: „Wir haben ein Team von 100 Ingenieuren, das aus der Kraftwerkstechnik kommt und jetzt Industriekunden betreut, wenn es um energieeffiziente Einspar- und Optimierungsmaßnahmen geht.“ Dabei gehe es von der „energetischen Konzepterstellung“ bis hin zu konkreten Einzelmaßnahmen. Gerade bei mittelständischen Kunden seien auch Mess-, Regel- und Steuertechnik wichtige Baustellen für die Energiemanager.

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