Ethernet-APL Technology Day bei R. Stahl Fortschritte bei Stabilität, Sicherheit und Integration in der Prozessindustrie

Quelle: Pressemitteilung R. Stahl 3 min Lesedauer

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Der Ethernet-APL Technology Day von R. Stahl stellte aktuelle Entwicklungen rund um diese Technologie in den Fokus. Ethernet-APL etabliert sich zunehmend in der Prozessindustrie. Praxiserfahrungen aus realen Anlagen und Integrationskonzepte für bestehende Leitsysteme standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Auf dem ersten R. Stahl Ethernet-APL Technology Day präsentierten Hersteller, Anwender und Experten aktuelle Praxisprojekte, Testszenarien und Integrationslösungen.(Bild:  R. Stahl)
Auf dem ersten R. Stahl Ethernet-APL Technology Day präsentierten Hersteller, Anwender und Experten aktuelle Praxisprojekte, Testszenarien und Integrationslösungen.
(Bild: R. Stahl)

Die Digitalisierung der Prozessindustrie stellt steigende Anforderungen an industrielle Kommunikationsnetze. Insbesondere in komplexen Anlagen und explosionsgefährdeten Bereichen sind sichere und durchgängige Datenverbindungen entscheidend. Mit Ethernet-APL (Advanced Physical Layer) entwickelt sich derzeit eine Technologie, die genau diese Anforderungen adressiert.

Auf dem ersten R. Stahl Ethernet-APL Technology Day präsentierten Hersteller, Anwender und Experten aktuelle Erkenntnisse aus Praxisprojekten, Testszenarien und Integrationslösungen.

Stabilität im Fokus der Praxistests

Die Basis jeder erfolgreichen digitalen Prozessanlage ist ein robustes Netzwerk. Seit 2015 werden Praxistests durchgeführt, die die Leistungsfähigkeit von Ethernet-APL unter realen Bedingungen untersuchen. Neben Übertragungsraten und Latenzen steht dabei die Zuverlässigkeit in komplexen Anlagen mit vielen Feldgeräten und langen Leitungswegen im Mittelpunkt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Datenübertragung auch unter extremen Bedingungen stabil bleibt und die Integration neuer Endgeräte den laufenden Betrieb nicht stört. Entscheidend ist dabei die Kombination aus zertifizierten Endgeräten, zentraler Verwaltung und kontinuierlicher Diagnose. So werden Ausfallzeiten reduziert, Wartungsaufwand gesenkt und Flexibilität erhöht.

Eigensicherheit in Ex-Bereichen

In explosionsgefährdeten Bereichen gelten besondere Anforderungen an die Installation. In Verbindung mit 2-WISE kann Ethernet-APL hier zu vereinfachten Eigensicherheitsnachweisen beitragen, während klassische Lösungen oft komplexe Sicherheitsberechnungen und umständliche Umdimensionierungen erfordern. Für Planer und Betreiber ergibt sich daraus die Möglichkeit, Netzwerke flexibler zu gestalten und erweiterbare Netzwerke einfacher zu realisieren, ohne umfangreiche Einzelnachweise durchführen zu müssen.

Integration in bestehende Systeme

Ein weiterer Schwerpunkt des Ethernet-APL Technology Days lag auf der Integration in bestehende Prozessleitsysteme. Siemens zeigte exemplarisch, wie Profinet over APL in Simatic PCS 7 eingebunden werden kann. Standardisierte Geräteprofile und Plug-and-Play-Mechanismen sollen die Inbetriebnahme neuer Geräte erleichtern. Zugleich erweitern sich Diagnose- und Wartungsmöglichkeiten, da Feldgeräte stärker in zentrale Engineering- und Managementsysteme eingebunden werden können.

Funktionale Sicherheit und digitale Kommunikation

Ethernet-APL kann auch im Kontext funktionaler Sicherheit eingesetzt werden. Sensoren lassen sich über Zweidrahtkabel anschließen, während Daten digital und in Echtzeit zur Verfügung stehen. Sicherheitsprofile wie Profi-Safe greifen dabei zuverlässig, wie Hima in einem Vortrag demonstrierte. Die Technologie ermöglicht eine sichere, digitale Kommunikation, ohne dass die gesamte Infrastruktur zertifiziert sein muss.

Cybersicherheit als fortlaufende Aufgabe

Praxiserfahrungen von BASF zeigen, dass Ethernet-APL bereits im Anlagenbetrieb eingesetzt wird.(Bild:  R. Stahl)
Praxiserfahrungen von BASF zeigen, dass Ethernet-APL bereits im Anlagenbetrieb eingesetzt wird.
(Bild: R. Stahl)

Mit der Nutzung klassischer IT-Technologien in industriellen Netzwerken gewinnen auch Aspekte der Cybersicherheit an Bedeutung. Bekannte Risiken aus der IT lassen sich grundsätzlich auf die Prozessautomation übertragen. Diskutiert wurden unter anderem Konzepte wie Zero-Trust-Architekturen, digitale Geräteidentitäten und automatisiertes Asset-Management. Entscheidend bleibt jedoch, Sicherheitskonzepte frühzeitig in die Systemarchitektur zu integrieren und als fortlaufenden Prozess zu verstehen.

Wirtschaftlichkeit und erste Betriebserfahrungen

Neben technischen Aspekten wurden auch wirtschaftliche Effekte thematisiert. Studien für Neuanlagen weisen auf Einsparpotenziale bei Verkabelung, Schaltraumfläche und Montageaufwand hin. Gleichzeitig können Diagnose- und Wartungsfunktionen den laufenden Betrieb unterstützen.

Wie wirtschaftlich Ethernet-APL im laufenden Anlagenbetrieb ist, wird derzeit in einer weiteren Studie untersucht. Praxiserfahrungen von BASF zeigen, dass Ethernet-APL bereits im Anlagenbetrieb eingesetzt wird und dass sich Geräte verschiedener Hersteller integrieren lassen. Genannt wurden unter anderem vereinfachte Planungsprozesse und schnellere Anlageninbetriebnahme.

Ethernet-APL als Enabler der Prozessdigitalisierung?

Der Ethernet-APL Technology Day machte deutlich: Ethernet-APL entwickelt sich zu einer Technologie, die zentrale Anforderungen der Prozessindustrie adressiert. Dazu zählen:

  • durchgängige, digitale Kommunikation bis zum Sensor/Aktor,
  • Integration in bestehende Leitsysteme,
  • reduzierte Installations- und Wartungskosten.

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