Line Clearance in der Pharmaproduktion
Wie Kameras die sichere Linienfreigabe ermöglichen

Ein Gastbeitrag von Klaus Dierolf, Gruppenleiter Projektmanagement bei Schubert Packaging Systems, und Daniel Greb, Leiter Bildverarbeitung bei Gerhard Schubert 4 min Lesedauer

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Bevor eine neue Arzneimittelcharge die Produktionslinie durchläuft, muss diese frei von Produkten oder anderen Rückständen sein. So will es das Prinzip der Line Clearance. Anlagendesign und bildverarbeitende Systeme helfen bei einem effizienten Chargenwechsel.

Mit Schutzelementen verkleidete Flächen sorgen dafür, dass Produkte zwischen den Prozessschritten nicht auf den Hallenboden fallen.(Bild:  Gerhard Schubert)
Mit Schutzelementen verkleidete Flächen sorgen dafür, dass Produkte zwischen den Prozessschritten nicht auf den Hallenboden fallen.
(Bild: Gerhard Schubert)

Tausende Produkte am Tag, nicht selten unter hohen Geschwindigkeiten verarbeitet: Der pharmazeutische Produktionsalltag nimmt hinsichtlich Effizienz gewiss eine Sonderstellung ein – und stellt damit auch hohe Anforderungen an Hygiene, Überwachung und Dokumentation. Denn wo täglich zahlreiche Einzelprodukte eine Linie durchlaufen, bestehen zwangsläufig Risiken: So kann es zu Verwechslungen oder Kreuzkontaminationen kommen, wenn schnelle Wechsel zwischen Produkten auf derselben Linie erfolgen. In solchen Fällen können Reste des vorherigen Produkts in die neue Charge gelangen.

Vermischen sich Wirkstoffe, können sie die Qualität des Endprodukts beeinträchtigen – mit potenziell negativen Folgen für Patienten. Auch Verpackungsmaterialien, Etiketten oder Beipackzettel können nach einem Chargenwechsel in der Linie verbleiben. Ähnliche Produktnamen oder Verpackungsdesigns erhöhen zusätzlich die Gefahr von Fehlzuordnungen und falsch deklarierten Arzneimitteln, die womöglich ihren Therapiezweck verfehlen.