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Interview Wie Currenta-Chef Hilken den Chempark zu Europas führendem Standort ausbauen will

Redakteur: Gerd Kielburger

Kontakte knüpfen, Raum für Innovationen bieten, Investoren gewinnen oder aber – ganz profan – eine Straße oder Rohrleitung sanieren: Die Aufgaben als Chemieparkbetreiber sind vielfältig und stehen doch unter einem einheitlichen Motto – die Leistungsfähigkeit im internationalen Wettbewerb zu erhalten. Der Chempark sieht sich nach Aussage von Currenta-Chef Dr. Günter Hilken dafür hervorragend gerüstet und will zum Standort Nr. 1 in Europa werden.

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(Bild: PROCESS)

PROCESS: Herr Dr. Hilken, vor etwa einem halben Jahr sind Sie von Bayer MaterialScience zu Currenta gewechselt. Bei BMS waren Sie für das weltweite Polycarbonat-Geschäft zuständig, heute leiten Sie den nationalen Chempark mit den drei Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen und Dormagen. Was bringen Sie für Ihre Aufgabe bei Currenta aus Ihrer vorherigen Tätigkeit mit?

Dr. Hilken: Unser Anspruch bei Currenta ist es, der attraktivste Chemiepark in Europa zu werden. Ich glaube, dass dabei meine internationale Erfahrung und meine guten Kontakte in Länder wie Japan, China, Taiwan oder Korea helfen können, diese Vision zu realisieren.

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PROCESS: Currenta hat einen Weg hinter sich, der nicht von Anfang an mit Erfolg gekrönt war. Seit 2008 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. Was hat sich geändert?

Dr. Hilken: Ich beantworte dies mal aus der Sicht des früheren Kunden: Damals habe ich Currenta und seine Vorläuferorganisationen eher wahrgenommen als eine Organisation, die Services und Kosten verteilt. Der dann erforderliche Wechsel zu einem selbstständig agierenden Unternehmen mit allen wirtschaftlichen Herausforderungen und Risiken hat einfach Zeit gebraucht – in den Köpfen der Mitarbeiter genauso wie mit allen Leistungen und Services, die optimiert und angepasst werden mussten.

PROCESS: Ist das mit der Grund, warum Sie die ganze Instandhaltungsthematik in eine eigene Tochtergesellschaft Tectrion überführt haben?

Dr. Hilken: Tectrion hat sich sehr positiv entwickelt. Aus einem weit verästelten Portfolio haben wir uns inzwischen auf einige Kerngebiete fokussiert. Heute bietet Tectrion sehr erfolgreich maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen für chemische und pharmazeutische Unternehmen an, etwa das komplette Management für die Instandhaltung von Produktionsanlagen.

PROCESS: In Deutschland haben sich zahlreiche Chemieparks etabliert, die nicht nur untereinander, sondern auch weltweit um Ansiedlungen konkurrieren. Was zeichnet den Chempark aus?

Dr. Hilken: An oberster Stelle steht der Verbund, den wir im Chempark erfolgreich etabliert haben und mit unseren internen Partnern leben. Netzwerke sind von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Neben jedem einzelnen Chemieunternehmen zählt zunehmend auch der Verbund.

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