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PROCESS: Könnten Sie das an einem Beispiel etwas konkreter darstellen?
Dr. Hilken: Beispielsweise wird der finnische Chemiekonzern Kemira im Chempark Dormagen eine Anlage zur Herstellung von Wasserchemikalien errichten, die der Aufbereitung von Trink- und Abwasser dienen. Dabei arbeitet Kemira eng mit Bayer MaterialScience zusammen und bezieht von dort Salzsäure, die als Nebenprodukt bei der Herstellung von Polyurethan-Rohstoffen anfällt. Neben dieser strategischen Partnerschaft ist der ökologische Mehrwert nicht zu unterschätzen, da Kemira die anfallende Salzsäure direkt aus dem internen Rohrleitungsnetz übernehmen kann. Transporte über Straßen und Schienen lassen sich so reduzieren. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass ein Chemiepark mehr als nur eine gemeinsame Infrastruktur bereit stellen kann, sondern wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie beiträgt.
PROCESS: Und neben dem stofflichen Verbund?
Dr. Hilken: Selbstverständlich verfügen wir über das klassische Leistungsportfolio eines Chemieparkbetreibers, das von der Energie- und Rohstoffversorgung über die Laboranalytik bis zu Sicherheits- und Umweltfragen reicht. Darüber hinaus tragen die Ausbildung und fachliche Qualifikationen entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte bei. Currenta bildet 2000 junge Menschen in mehr als 20 Berufen aus und bietet zusätzlich kombinierte Ausbildungs- und Studiengänge an. Außerdem wurde mit großer Hochachtung international registriert, wie der Verbund verschiedener Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zusammengearbeitet haben, um die Krise 2009 zu meistern.
PROCESS: Welche Synergieeffekte entstehen über die Vernetzung der einzelnen Standorte der von Currenta betriebenen Parks?
Dr. Hilken: Der Chempark besteht aus den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen mit einer Gesamtfläche von 1100 Hektar. Von den Managementstrukturen operiert Currenta wie ein gemeinsamer Standort und daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile. Wir sind in der Lage, Infrastrukturen auf der Energieseite – also Dampf, Strom, Wasserversorgung, aber auch Kälte, zwar nicht über eine physische Verbindung, aber doch mit einem gemeinschaftlichen Management anzubieten. Gerade bei der Bereitstellung von Strom profitieren die drei Standorte sehr davon. Oder wenn es um Sicherheit, Brandschutz und derartige Dinge geht, arbeiten die drei Chempark-Standorte eng zusammen. So können zum Beispiel auch die anderen Standorte im Bedarfsfall auf den in Dormagen stationierten Turbolöscher zurückgreifen. Übergeordnete Funktionen, wie die Überwachung, lassen sich sehr effizient gestalten.
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