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Geschäftsergebnisse Profitables Wachstum: Merck erreicht 2019 seine Finanzziele

| Redakteur: MA Alexander Stark

Im Jahr 2019 hat Merck alle selbst gesteckten finanziellen Ziele erreicht und ist somit profitabel gewachsen. Deutliche Fortschritte machte der Konzern auch dabei, seine strategische Agenda umzusetzen. Wegen der Coronavirus-Epedemie rechnet der Konzern im Jahr 2020 bereits mit einem negativen Effekt von -1 % im Umsatz.

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Merck hat alle Finanzziele erreicht und macht deutliche Fortschritte bei strategischer Agenda.
Merck hat alle Finanzziele erreicht und macht deutliche Fortschritte bei strategischer Agenda.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Darmstadt – Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck, konnte erfreuliche Zahlen melden: Der Konzern ist bei allen wesentlichen Finanzkennzahlen, also bei Umsatz, Ebitda pre und EPS pre gewachsen. Im Jahr 2019 machte das Pharmaunternehmen zudem Fortschritte dabei, seine strategische Agenda umzusetzen. So erhielt der Unternehmensbereich Healthcare in den USA, in Europa und in Japan Zulassungen für das Krebsmedikament Bavencio in Kombination mit Inlyta zur Behandlung bestimmter Formen von Nierenkrebs. Außerdem vereinbarte Healthcare eine strategische Allianz mit Glaxo Smith Kline (GSK) zur Entwicklung sowie Vermarktung der aus der hauseigenen Forschung stammenden Krebsimmuntherapie Bintrafusp alfa. Darüber hinaus wurden substanzielle Fortschritte mit den Pipeline-Projekten Tepotinib (Onkologie) und Evobrutinib (Immunologie und Neurologie) erzielt. Der Unternehmensbereich Life Science erhielt unter anderem weitere Patente für sogenannte CRISPR-Technologien zur Genomeditierung und verfügt nun über ein Portfolio aus 22 Patenten auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet. Zudem hat Life Science weitere Produkte seiner Bio Continuum-Plattform für eine effektivere, kontinuierliche Fertigung biopharmazeutischer Medikamente eingeführt. Der Unternehmensbereich Performance Materials erreichte mit den Akquisitionen von Versum Materials und Intermolecular wesentliche Meilensteine auf dem Weg zu seinem Ziel, eine führende Position im Markt für Elektronikmaterialien einzunehmen.

Der Konzernumsatz stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,9 % auf 16,2 Milliarden Euro. Organisch wuchs der Umsatz um 5,3 %. Hinzu kamen positive Währungseffekte von 2,1 % sowie ein akquisitionsbedingter Anstieg um 1,4 %. Das Ebitda pre, die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, legte stärker als der Umsatz um 15,4 % auf 4,4 Milliarden Euro zu, die Ebitda pre-Marge stieg auf 27,1 %.

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Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 22,8 % auf 2,1 Milliarden Euro. Der Rückgang des Konzernergebnisses um -60,9 % auf 1,3 Milliarden Euro war auf einen Einmaleffekt, den im Vorjahr erzielten Gewinn aus der Veräußerung des Consumer-Health-Geschäfts, zurückzuführen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen, vor allem infolge der Akquisition von Versum, von 6,7 Milliarden Euro Ende 2018 auf 12,4 Millairden Euro zum Jahresende 2019.

Das Ergebnis je Aktie pre, an dessen Höhe sich die Merck-Dividende orientiert, legte 2019 um 9 % auf 5,56 Euro zu. Im Einklang mit der nachhaltigen Dividendenpolitik von Merck werden Geschäftsleitung und Aufsichtsrat der Hauptversammlung daher eine Dividende in Höhe von 1,30 Euro je Aktie vorschlagen, ein Anstieg von 5 Cent gegenüber dem Vorjahr.

4. Quartal 2019: deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ebitda pre

Im letzten Quartal des Geschäftsjahrs 2019 legte der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,7 % auf 4,4 Milliarden Euro zu. Dazu trug ein organischer Anstieg um 4,3 % bei, der durch die Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science getragen wurde. Hinzu kamen vorteilhafte Währungseffekte von 2,2 % und ein Portfolioeffekt von 6,2 %, der vor allem auf die Akquisition von Versum zurückzuführen ist. Das Ebitda pre stieg um 27,0 % auf 1,2 Mrd. €. Das EPS pre erreichte 1,54 Euro.

Gesamtjahr 2019 nach Unternehmensbereichen

Der Unternehmensbereich Healthcare steigerte seinen Umsatz 2019 um 7,5 % auf 6,7 Milliarden Euro Organisch wuchsen die Umsätze um 6,2 %, positive Währungseffekte trugen 1,3 % bei. Wesentliche Treiber des Umsatzwachstums waren insbesondere das Medikament Mavenclad zur oralen Kurzzeitbehandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) mit hoher Krankheitsaktivität und die Produkte der Geschäftseinheit General Medicine & Endokrinologie. Letztere stießen vor allem in Wachstumsmärkten wie China auf hohe Nachfrage. Der Umsatz mit Mavenclad stieg gegenüber dem Vorjahr auf rund das 3,5-Fache und erreichte 321 Millionen Euro. Dieser Anstieg konnte den Umsatzrückgang des etablierten MS-Medikaments Rebif überkompensieren. Zu dem starken Umsatzwachstum von Mavenclad trug auch die 2019 erhaltene Zulassung in den USA bei. In diesem wichtigen Markt wurde Mavenclad im März als erste und einzige orale Kurzzeittherapie für schubförmig-remittierende und aktive sekundär progrediente Multiple Sklerose zugelassen. Der Bereich General Medicine & Endokrinologie wuchs organisch um 8,3 % und erzielte einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs in diesem Bereich erzielte das Diabetesmedikament Glucophage, insbesondere aufgrund einer positiven Entwicklung in China.

Ebenfalls in China wurde das Krebsmedikament Erbitux im Herbst 2018 in die Liste der erstattungsfähigen Medikamente aufgenommen, was wesentlich zum organischen Umsatzwachstum von 6,7 % im Jahr 2019 beitrug.

Vor allem getragen von höheren Umsätzen, Meilensteinzahlungen, einer ertragswirksamen Vereinnahmung aus der GSK-Allianz sowie einem stringenten Kostenmanagement stieg das Ebitda pre von Healthcare 2019 um 23,5 % auf 1,9 Milliarden Euro.

Life Science: Process-Solutions-Geschäft befeuert Wachstum

Der Unternehmensbereich Life Science erzielte 2019 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 11,0 % gegenüber dem Vorjahr. Organisch stieg der Umsatz stark um 9,0 %, hinzu kamen vorteilhafte Währungseffekte von 2,6 % und ein negativer Portfolioeffekt von -0,6 % durch den Verkauf des Durchflusszytometrie-Geschäfts im Dezember 2018. Das starke organische Wachstum war getragen von allen Geschäftseinheiten. Den größten Beitrag leistete die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet. Process Solutions steigerte seinen Umsatz 2019 organisch um 15,1 %. Nahezu alle Geschäfte von Process Solutions trugen mit zweistelligen Wachstumsraten zur Umsatzsteigerung bei. Regional betrachtet erzielte Life Science die stärksten Umsatzzuwächse in Nordamerika und der Region Asien-Pazifik. Das Ebitda pre von Life Science für das Geschäftsjahr 2019 belief sich auf 2,1 Milliarden Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 15,7 % bedeutet.

Performance Materials: Umsatz und Ebitda pre steigen durch Akquisitionen und Währungseffekte

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Performance Materials stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 7,0 % auf 2,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für das Wachstum waren Umsatzerlöse beigesteuert aus den Akquisitionen von Versum und Intermolecular von 10,4 % sowie positive Währungseffekte von 3,1 %. Diese beiden Entwicklungen konnten den organischen Rückgang der Umsatzerlöse von -6,5 % überkompensieren.

Für den organischen Umsatzrückgang waren mehrere Faktoren verantwortlich. Im Flüssigkristallgeschäft der Geschäftseinheit Display Solutions liefen Projekte zum Aufbau von Produktionskapazitäten bei Panelherstellern in China erwartungsgemäß aus. Diese hatten im vorangegangenen Jahr noch für hohe Nachfrage gesorgt. Dagegen entwickelte sich das OLED-Geschäft weiter stark, vor allem getrieben von einer hohen Nachfrage in China. Auf den Umsätzen der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions lastete die anhaltende Schwäche des Halbleitermarkts. Im Vergleich zu diesem Markt entwickelte sich Semiconductor Solutions jedoch besser. Im Geschäft von Surface Solutions schlug sich insbesondere die schwächere Nachfrage aus dem Automobilmarkt nieder. Das Ebitda pre von Performance Materials stieg, bedingt durch die Akquisitionen und Währungseffekte, um 2,3 % auf 803 Millionen Euro.

Ausblick 2020: Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie derzeit schwer zu bestimmen

Die möglichen Auswirkungen der aktuellen Coronavirus-Epidemie auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und auf das Geschäft von Merck sind derzeit schwer zu bestimmen. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen verschiedene Szenarien entwickelt. Gemäß dem zurzeit angewandten Szenario erreicht die Epidemie im ersten Quartal 2020 ihren Höhepunkt und klingt im Laufe des zweiten Quartals ab. Für das zweite Halbjahr 2020 wird von einer Normalisierung der Lage ausgegangen. Unter diesen Annahmen sollte sich die Coronavirus-Epidemie im Jahr 2020 mit einem negativen Effekt von -1 % im Konzernumsatz niederschlagen. Dieser Effekt dürfte vor allem im ersten Quartal auftreten und stünde im Einklang mit der nachstehenden qualitativen Prognose für das Geschäftsjahr 2020. Sollte sich die Krise jedoch ausweiten oder gar eine globale Rezession auslösen, würde das Unternehmen die Geschäftsprognose anpassen.

Der Konzern erwartet im Jahr 2020 ein solides organisches Wachstum der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr, das hauptsächlich von den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science getrieben sein sollte. Für Performance Materials rechnet das Unternehmen mit einem leichten organischen Anstieg. Insbesondere für das Geschäft mit Halbleitermaterialien wird eine starke Wachstumsdynamik erwartet. Mit Blick auf die Wechselkurse geht Merck infolge der politischen und makroökonomischen Entwicklungen weiterhin von einem volatilen Umfeld aus und erwartet einen leicht unvorteilhaften Währungseffekt auf den Konzernumsatz von 0 % bis -3 %. Dieser dürfte sich auf die Währungen mehrerer Wachstumsmärkte sowie die Entwicklung des US-Dollars zurückführen lassen.

Hinsichtlich des Ebitda pre rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 mit einem starken organischen Wachstum, hauptsächlich getrieben von den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science, wobei auch Performance Materials mit einem leichten organischen Wachstum beitragen sollte. Die erwartete Währungsentwicklung dürfte das Ebitda pre des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich leicht, zwischen 0 % bis -3 %, belasten und sich insbesondere in den Geschäften von Performance Materials und Healthcare niederschlagen.

Eine Prognose für das Ergebnis je Aktie pre veröffentlicht der Konzern, zusammen mit der ersten quantitativen Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr, im Rahmen des Geschäftsergebnisses des ersten Quartals am 14. Mai 2020.

Einen wesentlichen Fokus wird das Unternehmen in diesem Jahr auf die Reduzierung der Nettofinanzverbindlichkeiten legen.

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