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Abbau von Treibhausgas-Emissionen

Lanxess will bis 2040 klimaneutral werden

| Redakteur: Alexander Stark

Lanxess hat sich ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt: Bis 2040 will der Konzern klimaneutral werden und seine Treibhausgas-Emissionen von derzeit rund 3,2 Millionen Tonnen CO2e abbauen. Bereits bis 2030 will der Spezialchemie-Konzern den Ausstoß um 50 % gegenüber heute auf rund 1,6 Millionen Tonnen CO2e reduzieren.

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Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will bis 2040 klimaneutral werden. (Symbolbild)
Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will bis 2040 klimaneutral werden. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Köln – Im Pariser Klimavertrag hat die Weltgemeinschaft beschlossen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Das erfordert massive Anstrengungen aller Beteiligten. Auch Lanxess sieht sich diesem Ziel verpflichtet und will bis 2040 klimaneutral werden. Das Unternehmen setzt dafür an drei Stellschrauben an: Neben Klimaschutzprojekten gehört dazu die Entkopplung von Emissionen und Wachstum sowie die Stärkung von Prozess- und Technologieinnovationen.

Das Unternehmen setzt in den kommenden Jahren Sonderprojekte um, die zu einer signifikanten Reduzierung von Treibhausgasen führen. So baut der Konzern am Standort Antwerpen, Belgien, derzeit eine Anlage zur Zersetzung von Lachgas. Die neue Anlage geht 2020 in Betrieb und reduziert die jährlichen Emissionen des Treibhausgases um rund 150.000 Tonnen CO2e. Nach der Installation einer zweiten Ausbaustufe im Jahr 2023 wird der CO2e-Ausstoß um weitere 300.000 Tonnen sinken.

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat sich ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt: Bis 2040 will der Konzern klimaneutral werden.
Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat sich ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt: Bis 2040 will der Konzern klimaneutral werden.
(Bild: Lanxess)

Darüber hinaus stellt der Konzern die Energieversorgung seiner indischen Standorte vollständig auf regenerative Quellen um. Das Unternehmen baut dort die Versorgung mit Biomasse und Solarenergie massiv aus und verzichtet künftig auf den Einsatz von Kohle und Gas. Dadurch soll der CO2e-Ausstoß ab 2024 um weitere 150.000 Tonnen sinken. Mit diesen Projekten und weiteren Maßnahmen senkt will das Unternehmen seinen CO2e-Ausstoß bis 2025 insgesamt um 800.000 Tonnen und wird dafür bis zu 100 Millionen Euro investieren.

Emissionen und Wachstum entkoppeln

Lanxess ist auf Wachstumskurs. Doch trotz steigender Produktionsmenge soll der Ausstoß von Treibhausgasen in den einzelnen Geschäftsbereichen sinken. Neben technischen Effizienzmaßnahmen spielen veränderte Governance-Instrumente eine Rolle: So wird der Einfluss auf die CO2e-Bilanz zum Investitionskriterium bei organischem Wachstum und Akquisitionen. Geschäftsbereiche, die ihre Treibhausgas-Emissionen überdurchschnittlich stark senken, haben so einen direkten finanziellen Vorteil. Darüber hinaus wird die CO2e-Reduktion zum Bewertungskriterium im Bonussystem für Führungskräfte und Vorstand.

Stärkung von Prozess- und Technologieinnovationen

Um bis 2040 klimaneutral zu werden, überarbeitet der Spezialchemie-Konzern zahlreiche bestehende Produktionsverfahren. So sollen Verbundstrukturen weiter verbessert werden, etwa im Bereich Wärmeaustausch zwischen den Betrieben oder bei der Abluftreinigung. Andere Verfahren müssten erst noch im großtechnischen Maßstab entwickelt werden. Der Konzern richtet daher seine Forschung stärker auf klimaneutrale Prozess- und Technologieinnovationen aus.

„Mit unserer Klimainitiative machen wir ein Angebot an die Politik. Das können wir aber nur realisieren, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft“, so Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess. Mit Blick auf das derzeit laufende Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung des Klimapakets der Bundesregierung betonte er, dass engagierter Klimaschutz nicht die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen dürfe. Das müsse die Politik bei der konkreten Ausgestaltung ihres Klimapakets berücksichtigen.

Insbesondere mahnte Zachert an, im funktionierenden europäischen Emissionshandel eine Doppelbelastung der Industrie durch nationale Systeme zu vermeiden. Diese ist momentan noch im aktuellen Gesetzentwurf über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen (BEHG) enthalten. Kurzfristig würden wieder wettbewerbsfähige Energiepreise benötigt, und langfristig könnten nur dann substanzielle klimaneutrale Lösungen erzielt werden, wenn auch erneuerbare Energien in ausreichender Kapazität und zu industriegerechten Preisen vorhanden sind. Zudem müssten Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt sowie die Finanz- und Steuerstruktur für Zukunftsinvestitionen verbessert werden.

50 % weniger Treibhausgase seit Gründung

Auf dem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit ist Lanxess seit seiner Gründung deutlich vorangekommen. Von 2004 bis 2018 hat der Konzern den Ausstoß von Treibhausgasen halbiert – von rund 6,5 Millionen Tonnen CO2e auf etwa 3,2 Millionen Tonnen CO2e. Einen substantiellen Beitrag dazu hat etwa die 2009 in Betrieb genommene Lachgas-Reduktionsanlage in Krefeld-Uerdingen geleistet. Das Projekt wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und mit dem „VCI Responsible Care Award Nordrhein-Westfalen“. Darüber hinaus hat der Spezialchemie-Konzern zahlreiche weitere Projekte zur Senkung seiner Emissionen an seinen Standorten weltweit durchgeführt und unterstützt lokale Initiativen gegen den Klimawandel. Seine bisherigen Ziele, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduktion der damit verbundenen CO2-Emissionen sowie die Reduktion von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen um jeweils 25 % gegenüber 2015, hat das Unternehmen bereits heute erreicht.

Zur Messung seiner klimarelevanten Emissionen betrachtet Lanxess den Ausstoß der im Kyoto-Protokoll definierten Treibhausgase und rechnet mit ihrer Treibhauswirksamkeit im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid (CO2e). Dabei bezieht der Spezialchemie-Konzern die Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1) und aus fremden Energiequellen (Scope 2) in die Berechnung ein.

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