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VDI-Studie Hochschulen haben Aufholbedarf bei Vorbereitung auf digitale Transformation

| Redakteur: Alexander Stark

Ingenieurleistungen durch den Einsatz von KI nehmen immens an Bedeutung zu. Die aktuelle VDI-Studie „Ingenieurausbildung für die Digitale Transformation“ zeigt allerdings: Studierende und Berufseinsteiger fühlen sich nicht ausreichend durch digitale Fachinhalte auf die Arbeitswelt vorbereitet.

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VDI: Studierende und Berufseinsteiger fühlen sich nicht ausreichend durch digitale Fachinhalte auf die Arbeitswelt vorbereitet.
VDI: Studierende und Berufseinsteiger fühlen sich nicht ausreichend durch digitale Fachinhalte auf die Arbeitswelt vorbereitet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Düsseldorf – Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung und dem HIS-Institut für Hochschulentwicklung e.V. hat der VDI Professorinnen und Professoren an Hochschulen, Studierende und Berufseinsteiger zu digitalen Lehrinhalten befragt. Die Ergebnisse präsentierte der größte deutsche Ingenieurverein auf der Hannover Messe.

Im Bereich Informatik geben dabei nur 11 % der befragten Studierenden an, dass sie sich gut vorbereitet fühlen. 56 % sagen das Gegenteil. Bei den Berufseinsteigern fühlen sich nur 9 % adäquat vorbereitet und 61 % eher nicht bis gar nicht. Ein prekäres Ergebnis vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels und der zunehmenden Bedeutung von Schnittstellenkompetenzen im Bereich IT und Technik auf dem Arbeitsmarkt.

Digitalkompetenz der Lehrenden muss gestärkt werden

VDI-Direktor Ralph Appel fordert, dass sich die digitale Transformation in den Curricula im Pflichtbereich niederschlagen muss, wenn Deutschland weiterhin führender Technikstandort sein will. Noch unbefriedigend sei außerdem die Bereitschaft der Professoren, sich an die Anforderungen der digitalen Transformation anzupassen, so Appel weiter.

Auf die Aussage „Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen unterstützen die digitale Transformation in unserem Studiengang“ antwortete keiner der befragten Professoren mit „stimme vollkommen zu“. 41 % schätzen ihre Kollegen als weniger unterstützend ein und nur ca. 10 % der Befragten stimmten voll zu, dass ihre Kollegen bereit seien ihre Lehrveranstaltungen anzupassen.

Der VDI forderte deshalb mehr Personal für die Lehre, das die digitale Transformation mitträgt. Die Digitalkompetenz der Lehrenden müsse eindeutig gestärkt werden. Hierfür müssten Anreizsysteme geschaffen und Mittel bereitgestellt werden, die die notwendigen strukturellen Innovationen in der Lehre ausreichend befördern.

Hochschulen und Industrie müssen näher zusammenrücken

56 % der Studierenden sagen, dass ihre Professoren das Hemmnis an den Hochschulen sind. Als positive Treiber sehen sie die Unternehmen und die Anforderungen des Arbeitsmarkts. Hochschulen müssen laut Appel deshalb noch stärker mit modern agierenden Unternehmen bei Fragen zur digitalen Transformation kooperieren. Hier sei erhöhter Austausch und mehr Verzahnung notwendig, um die Bedürfnisse der zukünftigen Berufseinsteiger in den Lehrplänen stärker einzubinden.

Das sieht auch Prof. Klaus Kreulich so. Er ist Vizepräsident der Hochschule München und Mitglied im VDI-Fachbeirat Ingenieurausbildung. Die Rolle der Industrie an den Hochschulen sei extrem wichtig. Für die wissenschaftliche Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften war nach seiner Auffassung der Praxisbezug zu den Forschung-und-Entwicklung-Abteilungen und auch allen anderen Geschäftsbereichen schon immer von sehr hoher Bedeutung. Das Tempo der digitalen Veränderungen erlaube es den Hochschulen kaum noch, die jeweils aktuellen Technologien und Konzepte für Forschungs- und Lehrzwecke bereitzustellen.

Auch vor dem Hintergrund des lebenslangen Lernens müssten Hochschulen und Unternehmen näher zusammenrücken. Die Dynamik der Digitalisierung erfordere ebenfalls für hochqualifizierte Ingenieure einen lebenslangen Bedarf an Weiterbildung. Er appelliert aber auch an Bund und Länder. So sieht er in der aktuellen Diskussion um die Fortführung des Qualitätspakts Lehre die Chance, eine Grundfinanzierung für Zwecke der permanenten inhaltlichen Weiterentwicklung zu verankern. Das wäre in seinen Augen genau das, was Hochschulen brauchen.

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Digitale Fachinhalte in den Curricula verankern

Rainer Dittmar ist verantwortlich für die Themen Technik und Digitalisierung bei DB Training, dem Bereich für die Mitarbeiterqualifizierung bei der Deutschen Bahn. Er meint, dass im Hinblick auf den digitalen Wandel von den Absolventen aus den ingenieurwissenschaftlichen Bereichen eine Menge an neuen, insbesondere methodischen Kompetenzen verlangt wird. Neben der Fachkompetenz sei immer stärker die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt. Hier fehle es den Absolventen oft an entsprechender Erfahrung aus dem Studium. Auch er plädiert dafür, die Veränderungen in der Arbeitswelt bereits in den Curricula der Hochschulen zu verankern und die Hochschullandschaft mit der Industrie stärker zu verknüpfen.

HAWs/Fachhochschule scheiden besser ab

Im direkten Vergleich von Universitäten und HAWs/Fachhochschulen zeigt die Studie außerdem, dass laut der befragten Studierenden Fachhochschulen den Universitäten signifikant im Rahmen der digitalen Transformation voraus sind. Studierende bewerten HAWs/FHs besser als Universitäten – etwa im Hinblick auf den Stellenwert der Digitalen Transformation, die Einbindung digitaler Lehrinhalte, sowie die wahrgenommene Bereitschaft Lehrender, ihre Lehre im Zuge der digitalen Transformation anzupassen.

Die vollständige Studie mit Handlungsempfehlungen zum Download.

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