Tablettenpressen reparieren

Ersatzteil oder Nachahmerprodukt – zwei Fallstudien bringen Klarheit

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Rattermarken bei minderwertigen Druckrollen

Über sie wird ein Druck von bis zu 100 Kilonewton auf Stempel ausgeübt, damit diese Pulver oder Granulate zu Tabletten verpressen. Bei qualitativ minderwertigen Druckrollen entstehen aufgrund der hohen Kräfte so genannte Rattermarken. Diese Verschleißspuren finden sich häufig auf Druckrollen von Fremdanbietern.

Sie führen zu einer höheren Standardabweichung bei den Presskräften und haben direkte Auswirkungen auf die Tablettenqualität. Durch einen erhöhten Verschleiß kann die Druckrolle beschädigt werden, was zu hohen Folgeschäden führen kann. Die Beschädigung überträgt sich hierbei über den gesamten Stempelsatz auf die übrigen Druckrollen sowie auf einzelne Kurven. Daraus resultieren häufigere Maschinenstillstände und ein erhöhter Wartungsaufwand.

Um die Materialqualität von Druckrollen im Detail zu vergleichen, hat Fette Compacting zwei unabhängige US-amerikanische Testlabors beauftragt: Dayton T. Brown und Taber Industries sind jeweils auf metallurgische Prüfungen spezialisiert. Sie verglichen eine nitrierte Original-Druckrolle mit dem Nachahmerprodukt eines amerikanischen After-Market-Herstellers.

Bei der Prüfung wurden die Druckrollen in zwei Schritten untersucht: Zunächst wurden die Rollen hinsichtlich ihrer Molekularstruktur und Härte analysiert. Im zweiten Schritt testeten die Wissenschaftler die Verschleißfestigkeit der Rollen.

Hoher Kohlenstoffgehalt für gute Festigkeit

Die Analysen haben ergeben, dass die Original-Druckrolle eine um mehr als neun Prozent höhere Härte aufweist als das Nachahmerprodukt. Dieser signifikante Unterschied wirkt sich auf die Langlebigkeit der Druckrolle sowie auf die Fähigkeit aus, hohen Presskräften standzuhalten.

Die Druckrolle des After-Market-Herstellers ist z.B. im Test von Taber Industries bei 1000 geplanten Testzyklen bereits nach 500 Zyklen verschlissen und wies einen um 50 Prozent höheren Materialabrieb auf.

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