Newsticker Dezember: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chlorgasleck in Chemieanlage in Rheinberg

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06.12.2022

Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *17:36 Uhr – Firma will Siliziumkarbid für Halbleiterindustrie fertigen

Am Chemiestandort Bitterfeld-Wolfen soll nach Plänen von Investoren künftig hochreines Siliziumkarbid hergestellt werden. Es sei vor allem für die Halbleiterindustrie bestimmt, kündigte die Firma Silicon Products Bitterfeld am Dienstag an. «Wir haben vor, mehrere Millionen Euro in den nächsten Monaten zu investieren», sagte Geschäftsführer Hilmar Tiefel. Rund 50 Arbeitsplätze sollen entstehen. Das mittelständische Unternehmen mit 20 Beschäftigten hat Wurzeln in der Solarindustrie.

Die Branche hatte mit «Solar Valley» einst einen der größten Produktionsstandorte für Solarzellen in Europa in Bitterfeld-Wolfen. Die Firma Silicon Products sei für ihre neuen Produktionspläne eine Partnerschaft mit der französischen Firma Zadient Technologies eingegangen. «Wir sind auf dem Sprung von der Pilotanlage zur großchemischen Anlage. Wir hoffen, dass wir in einem Dreivierteljahr mit der Produktion beginnen können», sagte Friedrich Schaaff, der mit Tiefel die Geschäfte des Unternehmens leitet.

Geplant sei eine Jahresproduktion von 400 bis 600 Tonnen Siliziumkarbid mit einem Reinheitsgrad von gut 99 Prozent. Der Rohstoff sei in der Halbleiterindustrie für die Produktion von Chips einsetzbar, die für die Elektronikindustrie oder Elektromobilität benötigt werden. Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen sind 300 Firmen ansässig.

Schwarzheide (dpa/bb) *16:44 Uhr – BASF baut Stromnetz in Schwarzheide für 100 Millionen Euro aus

Das Chemieunternehmen BASF baut sein werkseigenes Stromnetz in Schwarzheide in der Lausitz für 100 Millionen Euro aus. Das zukünftige 110kV-Schaltwerk solle 2026 in Betrieb gehen und sei eine der größten Schaltanlagen im südlichen Brandenburg, teilte BASF am Dienstag mit. Für das neue Umspannwerk seien 1,8 Kilometer Stromleitungen geplant. Den Auftrag für das Projekt habe der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom erhalten.

«Wenn unser Standort wächst, muss die Infrastruktur mitwachsen», sagte die Leiterin für den Infrastrukturbereich, Julie De Keyser, laut Mitteilung. BASF setzt in der Lausitz zunehmend auf Strom aus erneuerbaren Energien, etwa mit einem eigenen Solarpark. In der Lausitz will BASF in einer neuen Fabrik Materialien für 400.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren. Zudem baut der Chemieriese eine Prototypanlage für Batterierecycling.

Mainz (dpa/lrs) *04:00 Uhr – Engpässe bei Medikamentenversorgung auch in Rheinland-Pfalz

Von den deutschlandweiten Engpässen bei der Versorgung mit Fiebersäften, Hustenmitteln, Blutdrucksenkern, Magensäureblockern und anderen Medikamenten sind auch Apotheken in Rheinland-Pfalz betroffen. Das sagte der Vizepräsident der Landesapothekenkammer, Thomas Christmann, der Deutschen Presse-Agentur. Kunden schauten ihn mitunter erst einmal verständnislos an, wenn es ein bestimmtes Arzneimittel nicht gebe, berichtete er. Aktuell bestehe beispielsweise ein «Riesenproblem» bei der Versorgung mit dem Standard-Antibiotikum Amoxicillin, das gegen vielerlei Infektionen eingesetzt wird.

«Da gibt es Engpässe beim Saft für Kinder und den Tabletten für Erwachsene», erklärte Christmann. Den Apotheken bleibe in derartigen Fällen oftmals nicht viel anderes übrig, als zu improvisieren. «Man hangelt sich durch», sagte er. Entweder weiche man auf ein Alternativmittel aus, was aber wiederum mit Blick auf mögliche Resistenzen nicht immer die beste Lösung sei. Oder man schwenke bei der Dosierung um. Wenn es beispielsweise keine Tablette mit 5 mg Wirkstoff gebe, werde es mit zweimal 2,5 mg versucht. «Das kann zu Verwirrung bei den Kunden führen und bedeutet auch mehr Beratungsarbeit für die Apotheken», sagte er.

Kern des Problems sind laut Christmann die Preise für Medikamente, die wegen der Rabattverträge «in den Keller gegangen» seien. Die Pharmaindustrie habe kein großes wirtschaftliches Interesse mehr daran, bestimmte Arzneimittel zu produzieren, weil sie damit keinen Gewinn mehr mache. Eine baldige Besserung der Situation erwarte er nicht.

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