VCI-Quartalsbericht 1/2026 Verband warnt vor historischem Belastungstest

Quelle: VCI 2 min Lesedauer

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Die aktuellen Zahlen zur Chemie- und Pharmabranche im ersten VCI-Quartalsbericht sehen alles andere als rosig aus. Es sei auch noch kein Ende in Sicht. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup appelliert an die Politik.

Auf der Pressekonferenz zum Quartalsbericht nennt der VCI drei Hauptprobleme der Branche: Bürokratie, Energiepreise und Rohstoffknappheit.(Bild:  KI-generiert)
Auf der Pressekonferenz zum Quartalsbericht nennt der VCI drei Hauptprobleme der Branche: Bürokratie, Energiepreise und Rohstoffknappheit.
(Bild: KI-generiert)

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ist mit deutlichen Belastungen ins Jahr 2026 gestartet. Produktion, Aufträge und Kosten bleiben unter Druck, während der Nahostkonflikt Lieferketten, Energiepreise und globale Warenströme zunehmend destabilisiert. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) spricht von einer Branche „unter Dauerstress“ – und warnt vor einer gefährlichen Spirale aus steigenden Kosten, Investitionszurückhaltung und wachsender Unsicherheit.

Pharmaproduktion geht zehn Prozent zurück

Obwohl der Umsatz saisonbedingt um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist, bleibt ein Minus von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die positiven Zahlen seien auf Vorsorgekäufe aus Angst vor einer weiteren Zuspitzung zurückzuführen. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup ordnet dieses Verhalten auf der Pressekonferenz als „geopolitisches Hamstern“ ein.

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Die Produktion liegt knapp 6 Prozent unter dem Vorjahr. Vor allem Pharma dämpfte das Ergebnis mit einem Rückgang von 10,1 Prozent zum Vorquartal, während die Chemie um 2 Prozent zulegte. Mit 75,1 Prozent bleibt die Kapazitätsauslastung weiter unrentabel. Auch der Stellenabbau setzt sich fort.

Energiepreise und Rohstoffknappheit weiterhin belastend

Große Entrup bezeichnete die Chemiebranche als einen Indikator für Prosperität. Keine Aufträge in der Chemie bedeuten auch keine Aufträge in den nachfolgenden Industrien.

In der Quartalsvorlage nennt er drei Hauptprobleme: Bürokratie, Energiepreise und Rohstoffknappheit. Energiepreise steigen vor allem bei Öl, wodurch auch Folgeprodukte teurer werden. Der Helium-Mangel, ausgelöst durch Lieferengpässe in Katar und die Sperrung der Straße von Hormus, hemmt die Chip-Produktion und die gesamte Halbleiterindustrie. „Auf geopolitische Krisen haben wir wenig Einfluss, aber auf Standort-Voraussetzungen haben wir Einfluss“, appelliert Große Entrup an die Politik.

Mittelstand ist unter dem Radar

Angesichts der schwierigen Situation ist Risikomanagement in vielen Unternehmen inzwischen Chefsache, denn ihre Existenz hängt davon ab. Etwa 80 Prozent der Betriebe geben steigende Kosten mittlerweile auch an Kunden weiter. Vor allem der Mittelstand steht unter Druck und kann die Krise nur schwer abfedern, ist aber meist unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung.

Der asiatische Druck lässt kurzfristig nach

China wird momentan durch den Irankrieg ausgebremst, so der VCI. Das verschafft der deutschen Chemieindustrie eine kurze „Atempause“. Aber scheinbar nur kurz, denn im neuen Fünf-Jahres-Plan stellt China KI, Halbleiter und Robotik in den Mittelpunkt. Ob der Branche dabei angst und bange werden sollte? „Ja, weil andere Vornehmen von China waren bereits nach zweieinhalb oder vier Jahren umgesetzt. Aber vielleicht brauchen wir genau diesen Druck“, sagt Große Entrup auf eine Nachfrage während der Pressekonferenz.

Keine belastbare Prognose

Der VCI sieht aufgrund der Unsicherheiten von einer genauen Prognose ab. „Wir gehen fest davon aus, dass das Schwierigste noch vor uns liegt“, so Große Entrup. 2026 wird also voraussichtlich ein schwieriges Jahr bleiben; die Produktion und Auslastungen werden weiter zurückgehen und auch beim Umsatz werden keine signifikant positiven Ergebnisse erwartet.

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