Paris (dpa) *19:12 Uhr – Total und Aramco planen Großinvestition in petrochemischen Komplex
Die Energiekonzerne Total und Aramco wollen in Saudi-Arabien eine petrochemische Anlage mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet 10,4 Milliarden Euro errichten. Die Anlage soll von einem Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden und 2027 an den Start gehen, teilte Total am Donnerstag in Paris mit. Zu dem Projekt wollen beide Unternehmen 3,8 Milliarden Euro an Eigenmitteln beitragen.
Die Anlage soll die Umwandlung von Gas und Kondensat in Chemikalien mit höherer Wertschöpfung ermöglichen und in eine bestehende Raffinerie integriert werden. Um den Komplex herum sollen von anderen Investoren später weitere Anlagen zur Produktion von Kohlefasern, Schmierstoffen, Spezialflüssigkeiten, Autoteilen und Reifen geschaffen werden.
Berlin (dpa) *14:56 Uhr – Ministerium: Hohe Auslastung von Raffinerie in Schwedt gewährleistet
Dank einer Zusage Polens bleibt eine Auslastung der Ölraffinerie im brandenburgischen Schwedt von über 70 Prozent über den Jahreswechsel hinaus dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge gewährleistet. Das sagte Staatssekretär Michael Kellner am Donnerstag im Bundestag. Ab Januar soll wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kein russisches Öl mehr importiert werden. Bereits seit Anfang Dezember darf russisches Rohöl per EU-Beschluss nur noch in Ausnahmefällen in die Union eingeführt werden.
«Die Versorgungssicherheit kann durch Lieferungen über Rostock, Polen und Kasachstan gewährleistet werden», sagte Kellner. Er sei in der vergangenen Woche zu Gesprächen in Warschau gewesen. «Im Ergebnis haben wir jetzt die Zusage der polnischen Seite, ab Januar ausreichende Ölmengen zu liefern, die dem PCK eine komfortable Auslastung von rund 70 Prozent ermöglichen.» Auch die Verträge mit Kachstan steigerten die Auslastung. Schließlich gebe es auch die Lieferungen über die Pipeline Rostock-Schwedt. Die Schiffe zur Vollauslastung dieser Leitung sollten ab Januar in Rostock einlaufen.
«Das Ziel ist es, die Auslastung von über 70 Prozent im Januar im Laufe des Jahres weiter zu steigern, wenn sich die neuen Bezugsquellen im kommenden Jahr eingespielt haben», sagte der Grünen-Politiker. Der Abschied vom russischen Öl sei nicht nur angesichts des Ukraine-Kriegs notwendig, sondern auch um die Versorgungssicherheit auf die Dauer zu gewährleisten.
Angarsk (dpa) *10:49 Uhr – Zwei Tote bei Brand in russischer Ölraffinerie
Bei einem Brand in einer Ölraffinerie sind in Russland zwei Menschen gestorben. Fünf weitere Menschen seien bei dem Unglück in der sibirischen Stadt Angarsk verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Igor Kobsew, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram mit. Der Brand auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern ist den Behördenangaben zufolge mittlerweile gelöscht. Ausgelöst worden sei er möglicherweise von Gas, das aus einer Anlage ausgetreten sei, hieß es. Die Ermittlungen liefen aber noch. Die Raffinerie, die dem russischen Staatskonzern Rosneft gehört, ist Hauptlieferant von Kraftstoff in der Region.
Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie erwartet nach einem Produktionseinbruch weitere Rückgänge im kommenden Jahr. Die Herstellung werde kräftig sinken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag in Frankfurt mit. Auch der Umsatz in der Branche mit gut 475.000 Beschäftigten hierzulande werde 2023 voraussichtlich schrumpfen. Im Inlandsgeschäft rechnet der Verband wegen der schwächelnden Industrie mit einem deutlichen Rückgang. Eine konkrete Prognose gab er nicht ab.
Die Chemie- und Pharmaindustrie leidet unter den hohen Gas- und Strompreisen infolge des Ukraine-Kriegs. Die Produktion sinke dieses Jahr um sechs Prozent zum Vorjahr – etwas stärker als zuletzt in Aussicht gestellt. Die Herstellung der besonders energieintensiven Chemie schrumpfe alleine betrachtet um rund zehn Prozent. «Einen ähnlich starken Einbruch bei der Produktion gab es zuletzt 2009 als Folge der Weltwirtschaftskrise», erklärte der VCI.
Stand: 08.12.2025
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Hingegen soll der Umsatz der Branche 2022 um gut 17 Prozent auf den Rekordwert von 266,5 Milliarden Euro klettern. Das sei auf die stark gestiegenen Preise für chemische Erzeugnisse zurückzuführen, die um 22 Prozent zulegten. Die Verkaufsmengen seien rückläufig.
«Die Ertragslage der gesamten Branche hat sich im Jahresverlauf rapide verschlechtert. Und die Vorzeichen für das kommende Jahr stehen denkbar schlecht», sagte VCI-Präsident Markus Steilemann. Die enormen Energiepreise, aber auch Preissteigerungen von Rohstoffen und Vorprodukten machten der Branche zu schaffen.