Newsticker Dezember: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chlorgasleck in Chemieanlage in Rheinberg

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02.12.2022

Köln (dpa) *18:40 Uhr – Chemiekonzern Ineos will über Brunsbüttel Gas aus den USA bekommen

Der Chemiekonzern Ineos hat einen 20 Jahre laufenden Vertrag für Erdgaslieferungen aus den USA nach Deutschland unterschrieben. Pro Jahr sollen 1,4 Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG) verschifft werden, Start soll 2027 sein, wie der britische Konzern am Freitag mitteilte. Ineos hat eine Tochtergesellschaft, die in Köln sitzt und früher ein Gemeinschaftsunternehmen von BP und Bayer war.

Der Energieliefervertrag mit dem US-Lieferanten Sempra Infrastructure enthält einen unverbindlichen Teil, demzufolge die Menge um 0,2 Millionen aufgestockt werden kann.

Genutzt werden soll das geplante Flüssiggas-Terminal in Brunsbüttel an der Nordsee. Hierfür hatte Ineos bereits im Sommer einen Vertrag für Regasifizierungskapazitäten unterschrieben. Firmenangaben zufolge werden beide Vereinbarungen «die dringend benötigte Versorgungssicherheit für Europa gewährleisten». Mit dem importierten Gas will Ineos den eigenen Bedarf und den seiner Kunden decken.

Das Volumen des Deals ist etwas niedriger als die in dieser Woche bekanntgewordenen Abkommen zwischen Katar und einem US-Unternehmen, in deren Rahmen ab 2026 pro Jahr bis zu zwei Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas (LNG) nach Brunsbüttel gebracht werden sollen. Diese Menge würde etwa drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs decken.

Priolo (dpa) *13:52 Uhr – Italien stellt Lukoil-Raffinerie unter Staatskontrolle

Italien hat eine vom russischen Öl-Konzern Lukoil betriebene Raffinerie auf Sizilien unter staatliche Kontrolle gestellt. Ein entsprechendes Dekret verabschiedete die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstagabend. Rom schritt ein, weil der Isab-Raffinerie – eine der größten in Europa – das Aus drohte angesichts des am 5. Dezember beginnenden EU-weiten Verbots der Einfuhr von russischem Rohöl über den Seeweg. Etwa 1000 Italiener drohten ohne staatlichen Eingriff ihren Job zu verlieren, wie Meloni vorrechnete. Die Zwangsmaßnahme gelte vorerst für zwölf Monate.

Ähnlich wie die deutsche Bundesregierung mit der Rosneft-Raffinerie in Schwedt stellt nun also auch Italien die Anlage auf Sizilien unter externe Verwaltung. Ein Treuhänder soll dafür sorgen, «dass wir einen strategische Energieknotenpunkt schützen und unverzichtbare Arbeiter für Sizilien und die ganze Nation in Sicherheit bringen», wie Meloni sagte.

Brüssel (dpa) *00:00 Uhr – EU-Kommission will Regeln für «grünen» Wasserstoff festlegen

Wasserstoff aus erneuerbarem Strom soll in der EU künftig nur unter Auflagen als klimafreundlich gelten. So soll «grüner» Wasserstoff nur aus erneuerbarem Strom erzeugt werden können, der aus relativ neuen Anlagen stammt, wie aus einem Entwurf der EU-Kommission für neue Regeln der hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Gleichzeitig soll der Strom zur Produktion des klimafreundlichen Treibstoffs etwa aus Anlagen kommen, die in der Nähe sind. Diese Bedingungen sollen jedoch erst ab 2028 vollständig gelten. Die EU-Kommission könnte die neuen Regeln Mitte Dezember offiziell vorschlagen.

Die Kriterien für «grünen» Wasserstoff sind umstritten. Grundsätzlich gilt der Treibstoff als klimafreundlich, wenn er aus Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind produziert wurde – der Teufel liegt jedoch im Detail. Im September stimmte das EU-Parlament für einen Gesetzesentwurf mit flexibleren Bedingungen als von der EU-Kommission geplant. Etwa soll auch anderer Strom für die Produktion genutzt werden, wenn kein erneuerbarer verfügbar ist. Diese Änderungen müssen jedoch noch mit den EU-Ländern verhandelt werden.

Der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss begrüßte die Pläne der Kommission. «Es ist gut, dass die Kommission verlangt, dass grüner Wasserstoff aus zusätzlichen erneuerbaren Energien kommen muss und nicht einfach aus dem Netz», sagte er. Damit werde der Ausbau von Sonnen- und Windkraft beschleunigt. Kritisch sah er jedoch die Übergangsfrist: «Bis 2028 sollen Zertifikatetricks erlaubt sein und grüner Wasserstoff mit Atom-, Kohle- und Gasstrom erzeugt werden dürfen.»

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