Newsticker März: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Bayer will Pharmaproduktion mit Milliardenbetrag voranbringen

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17.03.2022

Amsterdam (dpa) *16:02 Uhr – EU-Behörde: Prüfung von russischem Corona-Impfstoff liegt auf Eis

Die Prüfung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V für die Zulassung in der EU liegt nach Angaben der EU-Arzneimittelbehörde EMA auf Eis. Zur Zeit geschehe dort nichts, sagte der zuständige Leiter der Abteilung für klinische Studien, Fergus Sweeney, am Donnerstag in Amsterdam. «Wir haben zur Zeit keinen Kontakt mit den russischen Instanzen.» Gründe nannte er nicht.

Es ist unklar, ob die Unterbrechung der Kommunikation im Zusammenhang steht mit dem Krieg in der Ukraine. Sweeney erwartet nicht, dass das Prüfverfahren in Kürze wieder aufgenommen werde.

Vor etwa einem Jahr hatte die EMA das Prüfverfahren von Sputnik V gestartet nach dem sogenannten Rolling Review-Prinzip. Dabei werden Daten von Forschungen und Tests laufend von den Experten bewertet, auch wenn noch kein offizieller Antrag auf Zulassung vorliegt. Auf diese Weise soll die Zulassung von Impfstoffen gegen Covid-19 beschleunigt werden. Die Prüfung von Sputnik V hatte sich mehrfach verzögert, da den EMA-Experten noch wichtige Daten fehlten. Der Impfstoff ist in Russland und einigen anderen Nicht-EU-Staaten zugelassen.

Brüssel (dpa) *16:01 Uhr – EU-Länder einigen sich auf neue Grenzwerte für bestimmte Chemikalien

Die Grenzwerte für bestimmte, besonders schädliche Chemikalien in Abfällen sollen in der EU verschärft werden. Die EU-Länder einigten sich am Donnerstag auf Grenzwerte für sogenannte persistente organische Schadstoffe, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Es handele sich um chemische Substanzen, die für Umwelt und Menschen eine besondere Gefahr darstellten, sagte die französische Umweltministerin Barbara Pompili. Nun muss gemeinsam mit dem EU-Parlament ein endgültiger Kompromiss zu dem Vorhaben gefunden werden. Ziel soll es sein, die Freisetzung der Stoffe aus Abfällen gänzlich zu vermeiden oder auf ein Minimum zu reduzieren.

Die EU-Kommission hatte im Oktober letzten Jahres einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt. Demnach geht es darum, mögliche Probleme wie eine Beeinträchtigung des Immunsystems, der Atemwege, des Hormonsystems, der Fortpflanzungsfähigkeit und des Herz-Kreislauf-Systems zu verhindern. Nach Angaben der Kommission werden die Chemikalien zwar eigentlich nicht mehr in neuen Produkten verwendet, könnten aber noch immer in Abfällen von beispielsweise wasserdichten Textilien, Möbeln, Kunststoffen und Elektronikgeräten nachgewiesen werden.

Als Beispiele werden etwa Perfluoroctansäure - zu finden etwa in Textilien und Löschschaum -, Dicofol - ein Pestizid, das früher in der Landwirtschaft verwendet wurde -, und Pentachlorphenol - das für die Bearbeitung von Holz verwendet wurde - genannt.

Frankfurt/Main (dpa) *10:00 Uhr – Chemieverband zieht wegen Ukraine-Krieg Prognose zurück

Die Hoffnungen der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie auf kräftige Geschäftszuwächse haben mit dem Krieg in der Ukraine einen herben Dämpfer bekommen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) zog daher seine Prognose für das laufende Jahr zurück, wie er am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Zuletzt hatte der VCI ein weiteres Rekordjahr mit Zuwächsen bei Umsatz (fünf Prozent) und Produktion (zwei Prozent) erwartet. Eine neue Vorhersage wollte der Verband nun nicht wagen. «Jegliche Prognose wäre im hohen Maß spekulativ», sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.

Die Lage habe sich mit dem Ukraine-Krieg für die energie- und rohstoffintensive Chemiebranche dramatisch verändert, so der VCI. Mit den rasant gestiegenen Preisen für Öl und Erdgas schwinde der finanzielle Spielraum der Unternehmen. In einer Umfrage unter 247 Mitgliedsfirmen berichteten demnach 70 Prozent über gravierende Probleme für ihr Geschäft wegen der hohen Energiepreise. 54 Prozent erwarteten Rückgänge bei Umsatz und Produktion im laufenden Jahr.

Im vergangenen Jahr hatte die Chemie- und Pharmabranche mit mehr als 466.000 Beschäftigten ein Rekordjahr erlebt. Mit der Erholung vom Corona-Krisenjahr 2020 stieg der Umsatz um 17,9 Prozent auf 225 Milliarden Euro. Die Produktion legte kräftig um 5,3 Prozent zu.

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