Industriearmaturen Armaturen im Abwärtstrend: Nach gutem Jahresauftakt kommt die Krise verspätet

Redakteur: Dominik Stephan

Es konnte nicht ewig gut gehen: Waren die Industriearmaturen dank voller Auftragsbücher vergleichsweise optimistisch ins Corona-Jahr gestartet, schlagen Nachfragerückgänge im In- und Ausland auf den Markt durch. Trotzdem war bis September sogar noch ein Mikro-Wachstum drin. Bis zum Ende des Jahres wird sich aber auch dieser Trend ins Negative drehen, fürchtet der VDMA.

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Die Industriearmaturen-Branche spürt Nachfragerückgang
Die Industriearmaturen-Branche spürt Nachfragerückgang
(Bild: VDMA)

Frankfurt/Main – Trotz Corona-Krise und deutlich rückläufiger Auslands-Aufträge: Die deutschen Industrie-Armaturenhersteller konnten bis September dank starker Zahlen auf dem Binnenmarkt ein Mini-Umsatzplus von 1 Prozent erzielen. Die Inlandsumsätze legten in den ersten neun Monaten um satte zehn Prozent zu, während im Ausland ein fünfprozentiger Rückgang verzeichnet wurde. Bedingt durch ein starkes Minus im Auslandsgeschäft schrumpfte der Umsatz bei Absperrarmaturen insgesamt um 2 Prozent. Der Umsatz bei Regel- sowie Sicherheits- und Überwachungsarmaturen legte dagegen noch um 4 Prozent zu.

Doch damit ist jetzt Schluss: „Die seit dem Spätsommer deutlich schwächere Auftragslage lässt darauf schließen, dass in den nächsten Monaten rückläufige Umsätze zu erwarten sind“, erläutert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Armaturen. „Wir rechnen daher für das Gesamtjahr 2020 mit einem leichten Umsatzminus von einem Prozent.“ Ein Blick in die Orderbücher reiche aus um zu sehen, dass sich der Negativtrend der letzten Monate in naher Zukunft fortsetzen werden wird.

Armaturen nach starkem Jahresauftakt ausgebremst

Dabei hatte das Jahr gar nicht so schlecht begonnen: „Dank des sehr guten Jahresstarts und stabilen Inlandsmarktes kommen die deutschen Hersteller von Industriearmaturen bislang gut durch die Krise“, kommentiert Axel Weidner, Vorsitzender des VDMA Armaturen, die aktuelle Lage. Im Zeitraum Januar bis September 2020 exportierten die deutschen Hersteller Waren im Wert von rund 3 Milliarden Euro ins Ausland. Das entspricht einem Rückgang von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Aussichten haben sich unlängst nochmals verschlechtert, da im Zuge des zweiten Lockdowns in vielen Ländern der Welt größere Investitionsprojekte verschoben oder ausgesetzt werden. Davon sind auch wichtige Abnehmerbranchen der Industriearmaturen-Branche betroffen. Während die Chemieindustrie bisher vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist, sind die Umsätze in der Öl- und Gasbranche deutlich gesunken. Und auch der Schiffsbau wird 2021 voraussichtlich weiter zurückgefahren.

Dementsrpechend versuchen viele Unternehmen derzeit, sich in Sachen Digitalisierung stärker aufzustellen. Dieser Trend, auch dass ist neu, bleibt dabei nicht auf die Produktentwicklung beschränkt: „Remote Selling ist das Gebot der Stunde. Ziel ist, sich dadurch auch zukünftig gegenüber unseren internationalen Wettbewerbern mit hochwertigen Serviceleistungen und Qualitätsprodukten „Made in Germany“ abzugrenzen“, betont Weidner.

China kämpft sich zurück, USA und Frankreich schwächeln

Das Geschäft mit dem wichtigsten Handelspartner China hat sich nach einer kräftigen Delle zum Jahresauftakt wieder etwas belebt und liegt aktuell nur knapp (minus 1,4 Prozent) unter dem sehr guten Vorjahresniveau. Insgesamt wurden Armaturen im Wert von 401,4 Millionen Euro in die Volksrepublik geliefert.

Die Lieferungen in das zweitwichtigste Abnehmerland USA brachen um 18,1 Prozent auf 269,0 Millionen Euro ein. Nach Frankreich gingen ebenfalls deutlich weniger Armaturen als im Vorjahr (minus 12,5 Prozent). Das Land behauptete trotzdem Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte mit einem Abnahmevolumen von 162,2 Millionen Euro.

Positiv ragten unter den wichtigsten Abnehmerländern nur die Schweiz und Russland heraus. Die Exporte in das südliche Nachbarland stiegen um 5,3 Prozent auf 113,1 Millionen Euro und nach Russland wurden 4,3 Prozent mehr Waren (107 Millionen Euro) geliefert.

Trübe Aussichten für 2021: Das Schlimmste kommt erst noch

Damit ist die Corona-Krise endgültig in der Armaturen-Welt angekommen: „In den kommenden Monaten rechnen wir mit stärkeren Umsatzrückgängen. Vermutlich wird es noch dauern, bevor die Branchenkonjunktur dann im Zuge der für 2021 erwarteten Erholung der Weltwirtschaft wieder Tritt fassen kann. Vor diesem Hintergrund erwarten wir aktuell für 2021 ein Umsatzminus von 3 Prozent“, prognostiziert Wolfgang Burchard.

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