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Industriearmaturen im Corona-Jahr Stark angefangen, stark nachgelassen: Abschwung holt Armaturen ein

| Redakteur: Dominik Stephan

Nach einem enttäuschenden Jahr 2019 wollen die Armaturenhersteller ausgerechnet im Corona-Jahr durchstarten. Nach einem starken Jahresauftakt hilft derzeit vor allem ein gesteigerter Inlandsumsatz, wegbrechende Auslandsaufträge zu verkraften. „Auf Sicht fahren“ sei jetzt die Devise, erklärt der VDMA.

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Bisher lief es gut, doch langsam erreicht die Coronakrise auch die Armaturenhersteller.
Bisher lief es gut, doch langsam erreicht die Coronakrise auch die Armaturenhersteller.
(Bild: Quelle: VDMA, Destatis)

Export runter, Binnengeschäfte rauf: Dank langfristiger Projektaufträge kommen die deutschen Industriearmaturen-Hersteller bislang mit einem blauen Auge durch die Krise: Während sich das Exportgeschäft im Zuge der Auswirkungen der Pandemie und der getroffenen Maßnahmen sehr verhalten entwickelte, avancierte das Inlandsgeschäft zum Zugpferd der Branche.

Vor allem langfristig angelegte Projekte spülen den Herstellern noch Umsätze in die Kassen: Gegenüber dem sehr schwachen ersten Halbjahres 2019 legte der Inlandsumsatz im ersten Halbjahr 2020 sogar um 20 Prozent zu, erklärt der VDMA. Das Auslandsgeschäft gestaltete sich 2020 deutlich schwieriger, lag aber aufgrund eines erfolgreichen Jahresstarts noch um 3 Prozent über dem Vorjahreswert.

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Der Start ins Krisenjahr verlief jedenfalls vielversprechend, betont Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Armaturen: „Mit einem Umsatzwachstum von 9 Prozent im ersten Halbjahr können die deutschen Hersteller von Industriearmaturen angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche sehr zufrieden sein.“

Obwohl auch hier und dort Lieferengpässe auftraten und Auftragsstornierungen verzeichnet wurden, musste deshalb noch kaum auf das Instrument Kurzarbeit zurückgegriffen werden. „Die Unternehmen haben ihre Geschäftsabläufe Corona-bedingt angepasst und umfassende Schutzmaßnahmen getroffen. Sie fahren bis auf Weiteres auf Sicht“, ergänzt der Geschäftsführer des VDMA Armaturen.

Schlechte Aussichten für Regelarmaturen: Abschwung wohl unausweichlich

Dabei konnten Regelarmaturen mit plus 15 Prozent vor Sicherheits- und Überwachungsarmaturen mit plus 10 Prozent und Absperrarmaturen mit plus 6 Prozent am stärksten zulegen, waren aber in der Vergangenheit auch besonders von rückläufigen Umsätzen betroffen.

Die Aussichten weichen allerdings stärker voneinander ab: Während die Auftragslage bei Regelarmaturen für ein deutliches Minus spricht, stehen die Zeichen bei Absperrarmaturen derzeit auf Stagnation, und bei Sicherheits- und Überwachungsarmaturen ist das Orderbuch noch einigermaßen gefüllt.

Im ersten Halbjahr exportierten die deutschen Industriearmaturenhersteller Waren im Wert von rund 2 Milliarden Euro ins Ausland. Das entspricht einem Rückgang von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Exportgeschäft mit den meisten Handelspartnern wurde durch die zahlreichen Lockdowns im Zuge der Pandemie stark ausgebremst, wie die Industrieverbände erklären.

Im Fall des wichtigsten Handelspartners China hat sich das Geschäft nach einer kräftigen Delle zum Jahresauftakt inzwischen wieder belebt und liegt leicht im Plus (1,3 Prozent). Insgesamt wurden Armaturen im Wert von 264,1 Millionen Euro in die Volksrepublik geliefert. Auch in die Schweiz (Platz 7 beim Export) gingen mit 75,0 Millionen Euro 8,2 Prozent mehr Waren als im Vorjahreszeitraum.

Die Lieferungen in die USA, das zweitwichtigste Abnehmerland der Branche, brachen jedoch um 16,9 Prozent auf 179,6 Millionen Euro ein. Nach Frankreich gingen ebenfalls deutlich weniger Armaturen als im Vorjahr (minus 10,7 Prozent). Das Land behauptete trotzdem Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte mit einem Abnahmevolumen von 110,6 Millionen Euro.

Abschwung holt die Armaturen ein: 2020 wird echtes Wachstum wohl nichts mehr

Bei der Prognose gibt man sich in Frankfurt wenig Illusionen hin: Die rückläufigen Aufträge zeigen, dass der Konjunktureinbruch sich mit einiger Verzögerung auch in der Industriearmaturenbranche bemerkbar machen wird: Wichtige Abnehmerbranchen, wie Öl- und Gas und Chemie, aber auch der Schiffsbau bekommen die Wirtschaftsflaute nach und nach zu spüren. Größere Investitionsvorhaben werden verschoben oder storniert. „Im zweiten Halbjahr rechnen wir daher mit stärkeren Rückgängen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir aktuell für 2020 nur eine Stagnation“, prognostiziert Wolfgang Burchard.

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