Pumpen Tag X für die Pumpe: Was tun, wenn Fördertechnik im kritischen Moment ausfällt?

Redakteur: Dominik Stephan

Pumpen-Ersatz für neue Trinkwasser-Transportleitung: So pumpt ein Miet-Aggregat kurzfristig 600 m3 Wasser aus altem Teilstück. Als drei Tage vor der geplanten Einbindung eines neuen Teilstücks in die Mainzer Trinkwasser-Transportleitung eine Pumpe ausfällt, kommt es auf Geschwindigkeit an.

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Die rot-graue Entwässerungspumpe des Typs PAS 150MF von Atlas Copco konnte kurzfristig als Miet-Aggregat herbeigeschafft werden. Sie saugt trocken an und eignete sich bestens zum Leerpumpen dieses Teilstücks einer Trinkwasser-Transportleitung.
Die rot-graue Entwässerungspumpe des Typs PAS 150MF von Atlas Copco konnte kurzfristig als Miet-Aggregat herbeigeschafft werden. Sie saugt trocken an und eignete sich bestens zum Leerpumpen dieses Teilstücks einer Trinkwasser-Transportleitung.
(Bild: Atlas Copco/Keil & Purkl)

Der Tag X im Projekt "Trinkwasser-Transportleitung der Mainzer Stadtwerke", das die Keil & Purkl Tiefbau 2020 umsetzt, ist ein Dienstag: An diesem Tag soll ein neues Leitungsstück eingebunden werden. "Am Donnerstag davor stellten wir fest, dass unser Pump-Aggregat defekt war", sagt Ralf Purkl, einer der beiden Geschäftsführer. Das Unternehmen mit Sitz in Groß-Zimmern ist vorwiegend im Rhein-Main-Gebiet tätig, hat viel Erfahrung mit Projekten im kommunalen Segment und seit einigen Jahren eine eigene Abteilung für den Rohrleitungsbau. Doch an diesem Donnerstag wird es hektisch. Eine Ersatzpumpe muss her, und zwar schnell.

Die Erneuerung einer Trinkwasser-Transportleitung will gut geplant und vorbereitet sein. "Ungefähr zehn Monate haben wir an diesem Projekt gearbeitet", sagt Purkl. Doch der eigentliche Austausch eines Rohrelements muss binnen kürzester Zeit erfolgen. "Für das Teilstück einer Hauptwasserleitung steht dafür ein fester Zeitraum von maximal 48 Stunden zur Verfügung", weiß der Bauunternehmer. "Dann muss alles klappen, denn die Trinkwasserversorgung wird in dieser Zeit heruntergefahren."

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Grauguss-Transportleitung durch Stahlrohre ersetzt

In dem Mainzer Projekt sanierte Keil und Purkl eine von drei großen Transportleitungen: "Wir haben auf etwa einem Kilometer Länge ein Stück der alten Graugussleitung mit einer Nennweite von 800 Millimetern durch eine moderne Stahlleitung ersetzt", erklärt Purkl. Hierzu wurde zunächst eine provisorische PE-600-Leitung gelegt, durch die das Trinkwasser während der Umbaumaßnahmen geleitet werden konnte.

Für die Zeit der Einbindung des neuen Leitungsstücks soll die Trinkwasserversorgung im Versorgungsgebiet der Mainzer Netze um 30 % reduziert werden. Dann muss alles reibungslos über die Bühne gehen: "Das Wasser wird aus dem alten Leitungsstück gepumpt, das Grauguss-Teilstück entfernt und die neue Leitung eingebunden", sagt Ralf Purkl. "Wir müssen Sorge dafür tragen, dass beim Leerpumpen des alten Rohrs keine Keime hineingeraten; denn das Wasser hat Lebensmittelqualität." Andernfalls könnten die Anbaustücke zur neuen Leitung verkeimen und das Wasser der Hauptversorgungsleitung kontaminiert werden.

Ersatzgerät durfte wegen der Gefährdung der Wasserqualität keine Tauchpumpe sein

Doch als die vorgesehene Pumpe ausfällt, drohen plötzlich alle Planungen Makulatur zu werden: "Es ging ja um keine kleine Pumpe, die man an jeder Ecke bekommt", erklärt Ralf Purkl. "Ein mobiles Aggregat mit so hoher Leistung, wie wir sie auf die Schnelle brauchten, hat kaum ein Händler vorrätig!" Zudem durfte es keine Tauchpumpe sein, da diese Öl oder Bakterien eintragen könnte. Der Bauunternehmer wendet sich daher an Jörg Habener bei der Atlas Copco Power Technique in Essen. Der Pumpenspezialist setzt alle Hebel in Bewegung, telefoniert sein gutes Netzwerk von Vertragshändlern und anderen Bauunternehmen nach einer Lösung ab.

"Wir standen dabei vor zwei großen Aufgaben", blickt Habener zurück: "Einerseits mussten wir eine mobile Pumpe mit Schlauch organisieren, die genug Anlaufleistung mitbringt, um den Höhenunterschied zu überwinden. Andererseits waren etwa 600 Kubikmeter Wasser zu entsorgen." Geplant war zunächst, das Wasser auf die angrenzenden Felder fließen zu lassen. "Die Bauern hatten aber gerade ihre Saat ausgebracht und wären mit dieser Lösung sicher nicht einverstanden gewesen", sagt Habener.

Um die Standfestigkeit der Baustelle nicht zu gefährden, sollte das Wasser zudem nicht in der Nähe abgelassen werden. "Wir brauchten also zur Pumpe passende Rohrleitungen, die das Wasser über 400 Meter Strecke in ein Sammelbecken befördern konnten."

Entwässerungspumpe PAS 150 MF meistert große Saughöhen

Habener ist daher froh, als er bei Bierganz Pumpen-Vertrieb in Duisburg schnell fündig wird: "Unser Vertragshändler konnte eine Entwässerungspumpe des Typs PAS 150 MF als Mietgerät zur Verfügung stellen." Das trocken ansaugende Diesel-Pump-Aggregat von Atlas Copco eignet sich bestens für die Anforderung: Diese Baureihe ist auf hohe Leistung ausgelegt und arbeitet unter jeglichen Bedingungen zuverlässig. Auch Saughöhen von mehreren Metern meistern die PAS-Pumpen problemlos, indem sie die Saugleitung schnell entlüften und mit dem Pumpen beginnen.

Fehlen nur noch zur Pumpe passende Schnellkupplungsrohrleitungen. Die findet Jörg Habener bei der Hettmansperger Spezialtiefbau in Karlsruhe. Die SK-Rohre mit einem Durchmesser von DN 150 können fliegend verlegt werden. "Am Freitag war schon das ganze Equipment auf der Baustelle", sagt Ralf Purkl. Am Montag wird etwa drei bis vier Stunden lang abgepumpt, um die neue Leitung einbinden zu können. Nach Abschluss der Arbeiten können die Hochbehälter wieder hochgefahren werden.

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"Wenn bei einem so großen Projekt, das einen über Monate beschäftigt, der wichtigste Termin durch einen Ausfall gefährdet ist, kommt man ganz schön ins Rotieren", resümiert Ralf Purkl. Der Bauingenieur ist froh, durch Jörg Habeners schnelle Vermittlung der beteiligten Unternehmen eine so gute Lösung gefunden zu haben. "Uns ist es wichtig, dass unsere Auftraggeber sich auf unser Engagement und höchste Verfügbarkeit verlassen können." Der nächste Bauschritt steht übrigens vermutlich bald an.

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