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Prozessvalidierung Risikobasierte Prozessvalidierung nach US-FDA-Vorgaben

Autor / Redakteur: Gert Mølgaard, Holger Fabritz / Anke Geipel-Kern

Jede Produktionsausrüstung ist inzwischen mit je einem Satz von Prüfprotokollen für DQ, IQ, OQ und PQ versehen – unabhängig davon, ob diese sinnvoll sind. Und trotz der Einführung des risikobasierten Ansatzes findet noch zu selten eine Fokussierung auf wirklich kritische Parameter der Produktqualität statt. Die Folge ist eine Dokumentenflut mit immensen Kosten. Vor diesem Hintergrund entstand die Überlegung, ob diese Tätigkeiten vereinfacht und eine Good Engineering Practice eingeführt werden sollte.

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Es ist heute üblich, dass die Anforderungen an die Produktionsausrüstung mit je einem Satz von Prüfprotokollen für DQ, IQ, OQ und PQ überwacht werden. Was wesentlich oder qualitätsrelevant ist, wird dabei im Zweifelsfall weitreichend ausgelegt, um keine Versäumnisse zu riskieren. Die Folge ist eine Dokumentenflut, die sich mit einem Good Engineering Practice vermeiden ließe.
Es ist heute üblich, dass die Anforderungen an die Produktionsausrüstung mit je einem Satz von Prüfprotokollen für DQ, IQ, OQ und PQ überwacht werden. Was wesentlich oder qualitätsrelevant ist, wird dabei im Zweifelsfall weitreichend ausgelegt, um keine Versäumnisse zu riskieren. Die Folge ist eine Dokumentenflut, die sich mit einem Good Engineering Practice vermeiden ließe.
(Bild: NNE Pharmaplan)

Seit Veröffentlichung der Guideline on General Principles of Process Validation durch die FDA im Jahr 1987 gilt die Forderung, dass es zum Engineering und der Inbetriebnahme pharmazeutischer Herstellungsanlagen „etwas“ geben muss, das die „fitness for use“ nachweist. Die Anlagenqualifizierung nimmt in dieser Guideline nur eine Nebenrolle als Grundvoraussetzung der Prozessvalidierung ein, die das Kernstück ist. Im Laufe der Jahre hat in der täglichen Praxis großer pharmazeutischer und inzwischen auch medizintechnischer Unternehmen eine deutliche Schwerpunktverlagerung stattgefunden. Dies wurde unterstützt durch EC GMP Guide, Annex 15 oder die ISO 13485, die die Qualifizierungsphasen DQ, IQ, OQ und PQ konkret definieren.

Immense Kosten durch Dokumentenflut

Es ist heute üblich, dass die Anforderungen an die Produktionsausrüstung mit je einem Satz von Prüfprotokollen für DQ, IQ, OQ und PQ überwacht werden. Was „wesentlich“ oder „qualitätsrelevant“ ist, wird dabei im Zweifelsfall weitreichend ausgelegt, um keine Versäumnisse zu riskieren. Immer stärker sind dabei die Anlagenhersteller involviert, die von ihrem Standpunkt nur ein Nachprüfen ihres Lieferumfangs anbieten können. Auch der inzwischen durchgesetzte und notwendige risikobasierte Ansatz führt selten dazu, dass eine Fokussierung auf wirklich kritische Parameter der Produktqualität stattfindet.

Diese Entwicklung führte zu einer Dokumentenflut mit immensen Kosten. Letztere werden von manchen Firmen mit zehn Prozent der Investitionskosten beziffert. Als die ISPE im Jahre 2001 ihren Guidance on Commissioning & Qualification veröffentlichte, wurden darin Beispiele angeführt, in denen der Qualifizierungsaufwand in der Größenordnung der Investitionssumme lag.

Ähnliches gilt für die Verlängerung von Projektlaufzeiten durch intensive Qualifizierungsarbeiten. Qualifizierungsphasen werden oft parallel zu Engineering und Commissioning geplant. Wenn dann im Projektverlauf eine Terminverschiebung ansteht, flacht das Verständnis für die mühsam aufgebauten Qualifizierungskonzepte ab und gleichzeitig schmilzt das Zeitfenster für die wirklich bedeutsamen Validierungschargen zusammen.

Good Engineering Practice

Die enorme Zahl von Qualifizierungsdokumenten ist nicht erforderlich und war niemals beabsichtigt, weder von den Regulierungsbehörden, noch von den Verbänden wie der ISPE, PDA oder anderen. Doch wurden die formalen Anforderungen in der industriellen Praxis im Laufe der Zeit immer größer und strenger hinsichtlich Dokumentenerstellung, Änderungskontrolle, QA-Freigabe-Formalitäten usw. Nach Ansicht vieler Unternehmen hat dies im Vergleich zu Aufwand und Kosten nur wenig wirklichen Nutzen gebracht, doch hielt man stets daran fest; oft mit der Begründung dies seien „Forderungen der FDA“.

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