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Ausblick auf 2019 Pharma-Unternehmen erwarten für 2019 mehr als 30 neue Medikamente

| Redakteur: MA Alexander Stark

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) teilte mit, dass 2019 in Deutschland mindestens 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff eingeführt werden sollen. Für für zahlreiche neue Medikamente sei zudem die europaweite Zulassung beantragt - oder bereits erhalten - und könnten in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden.

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2019 stehen voraussichtlich 30 neue Medikamente für Patienten zur Verfügung.
2019 stehen voraussichtlich 30 neue Medikamente für Patienten zur Verfügung.
(Bild: Martin Joppen/ vfa)

Berlin – Gegen Infektionskrankheiten könnten in diesem Jahr gleich mehrere neue Antibiotika verfügbar werden, die auch bei Bakterien mit Resistenzen gegen einige ältere Medikamente wirksam sind. Denn zwei Mittel haben bereits die Zulassung erhalten, und für vier weitere ist die Zulassung beantragt. Andere Medikamente, die kommen könnten, sind gegen Grippe, Milzbrand und HIV-Infektionen gerichtet. Ein monoklonaler Antikörper soll beispielsweise für HIV-Infizierte herauskommen, bei denen die bisher verfügbaren Therapien versagt haben.

2019 wird erneut rund ein Drittel der neuen Medikamente gegen eine Krebserkrankung gerichtet sein. Bis zu vier Medikamente könnten gegen Lungenkrebs (genauer: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, NSCLC) herauskommen, der im fortgeschrittenen Stadium bislang schwer behandelbar ist. Weitere Medikamente im Zulassungsverfahren richten sich gegen kutanes Plattenepithelkarzinom (eine Form von Hautkrebs), gegen bestimmte Leukämien und Formen des Lymphknotenkrebs sowie gegen Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs.

Für ein weiteres Krebsmedikament ist die Zulassung nicht gegen eine bestimmte Krebsart beantragt; vielmehr soll es organübergreifend der Bekämpfung von solchen Tumoren dienen, die bestimmte Mutationen im NTRK-Gen aufweisen. In den letzten Jahren kamen verstärkt immunonkologische Medikamente heraus, die körpereigene Immunzellen gegen die Tumorzellen „mobilisieren“. Auch 2019 könnte ein Medikament dieser Art dazukommen. Ansonsten dürften aber vor allem Medikamente die Versorgung erreichen, die direkt die Tumorzellen angreifen. Sie blockieren dazu beispielsweise die intrazelluläre Signalübertragung oder stören die DNA-Reparatur. Anders als Immunonkologika werden sie meist chemisch-synthetisch hergestellt.

Gegen Störungen der Blutgerinnung und weitere Krankheiten

Ein weiterer Schwerpunkt 2019 könnte dem Verband zufolge bei Medikamenten für Patienten liegen, deren Blutgerinnung aufgrund eines Mangels an Gerinnungsfaktor VIII, an von-Willebrand-Faktor oder an Blutplättchen gestört ist. Auch für Patienten, die z.B. zur Schlaganfall-Prophylaxe bestimmte „Blutverdünner“ einnehmen, könnte ein Mittel herauskommen, das z.B. vor einer Notfalloperation die volle Gerinnungsfähigkeit wieder herstellt.

Zum breit gefächerten Spektrum der neuen Medikamente von 2018 könnten auch Mittel gegen Entzündungskrankheiten der Haut und der Blutgefäße sowie gegen Osteoporose gehören. Weitere Medikamente könnten das Repertoire an Mitteln zur Migräne-Prophylaxe erweitern.

Anders als Patienten mit dem häufigen Diabetes Typ 2 können Patienten mit der Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 ihren Blutzuckerspiegel bislang nur mit Insulininjektionen in Verbindung mit Ernährungskenntnissen regulieren. 2019 könnte erstmals ein Medikament zum Schlucken hinkommen, das die Zuckerkontrolle weiter verbessern soll.

Seit einigen Jahren bringen Pharma-Unternehmen verstärkt Medikamente für Patienten mit seltenen Krankheiten auf den Markt, sogenannte Orphan Drugs. 2019 dürfte das für rund ein Drittel der neuen Medikamente gelten. Erwartet wird unter anderem eine Gentherapie gegen die Lebersche Amaurose und die Retinitis pigmentosa - zwei angeborene Krankheiten, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Auch mehrere Medikamente gegen seltene Krebsarten wie das kutane T-Zell-Lymphom sind Orphan Drugs.

Medikamente mit neuem Fälschungsschutz

Um Patienten noch besser vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen, werden die Arzneimittelhersteller 2019 die Packungen aller ihrer rezeptpflichtigen Medikamente - ob neu oder schon Jahre oder Jahrzehnte auf dem Markt - mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausstatten. Dadurch wird jede Packung zum Unikat und kann in Apotheken und Krankenhäusern auf Echtheit geprüft werden, ehe sie zum Einsatz kommt. Das entsprechende Sicherheitssystem secur Pharm, das Hersteller, Großhändler, Apotheken und Kliniken einschließt, wird im Februar seine Arbeit aufnehmen. Von Monat zu Monat werden dann immer mehr Packungen die Apotheken erreichen, die diese zusätzlichen Sicherheitsmerkmale tragen.

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