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Hafen Rotterdam zieht Bilanz

LNG-Umschlag am Hafen Rotterdam wächst rapide

| Redakteur: Alexander Stark

Mit 469 Millionen Tonnen lag das gesamte Umschlagsvolumen des Hafens Rotterdam im Jahr 2018 knapp über dem Rekord des Vorjahres. Bei einem weiterhin gesunden Wachstum des Containerumschlags gingen die Umschlagzahlen für Rohöl, Mineralölprodukte und Agribulk allerdings zurück. Dem gegenüber standen jedoch hohe Wachstumsraten beim Umschlag von LNG (+163,6 %) und Biomasse (+31,6 %).

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Mit Ausnahme von LNG (Flüssiggas) verbuchte flüssiges Massengut am Hafen Rotterdam im vergangenen Jahr einen Rückgang.
Mit Ausnahme von LNG (Flüssiggas) verbuchte flüssiges Massengut am Hafen Rotterdam im vergangenen Jahr einen Rückgang.
( Bild: Danny Cornelissen/ Port of Rotteram )

Rotterdam/Niederlande – Für den Hafenbetrieb Rotterdam war 2018 ein Jahr mit einem hohen Investitionsniveau. Die Brutto-Investitionen stiegen um 91 % auf 408,1 Millionen Euro (2017: 213,8 Millionen Euro), den höchsten Betrag seit dem Bau von Maasvlakte 2. Der weitaus größte Teil dieses Betrags wurde für die weitere Verbesserung der logistischen Erreichbarkeit des Hafens von Rotterdam verwendet, wie für den Weiterbau der Container Exchange Route auf der Maasvlakte, des Prinses-Amalia-Viadukts sowie für die Verlegung der Havenspoorlijn (Hafenbahnlinie) über die Theemsweg-Trasse. Ebenso erhielt die Internationalisierungsstrategie des Hafenbetriebs 2018 durch den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung am brasilianischen Hafen Pecém einen deutlichen Schub.

Flüssiges Massengut

Mit Ausnahme von LNG (Flüssiggas) verbuchte flüssiges Massengut im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den Umschlagmengen in allen Unterkategorien. Der Umschlag von Rohöl sank geringfügig, was eine Folge der etwas niedrigeren Raffinierungsmargen war. Bemerkenswert ist, dass der Umschlag trotzdem im vierten Jahr in Folge bei über 100 Millionen Tonnen lag. Der Umschlag bei den Mineralölprodukten sank vor allem aufgrund eines geringeren Umschlags von Heizöl. Der enorme Anstieg des Umschlags von LNG (+163,6 %) wurde hauptsächlich durch das Umladen von LNG aus dem Jamal-Feld (Nordrussland) von LNG-Tankern der Eisklasse auf „normale" LNG-Tanker verursacht, welche die Ladung unter anderem auch nach Asien weitertransportierten.

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Trockenes Massengut

Trotz eines stark angespannten Marktes verzeichnete das Segment trockenes Massengut nur einen leichten Rückgang beim Umschlag (-3 %). In der Unterkategorie Kohle scheint die verfolgte Konsolidierungsstrategie für Rotterdam gut zu funktionieren: Der Umschlag stieg um 2,3 %. Die Energiekohle blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umschlag von Kokskohle stieg aufgrund der Übernahme von Ladungen für Deutschland. Der Umschlag von Eisenerz sank 2018, was zum Teil auf die Renovierung eines Hochofens und eine stagnierende Nachfrage aus der Stahlindustrie zurückzuführen ist. Der Rückgang beim Umschlag von Agribulk in Rotterdam ist zum Teil auf die Verlagerung von Ladungen nach Amsterdam zurückzuführen.

Container

Im Jahr 2018 nahm der Containerumschlag erneut stark zu, wodurch Marktanteile in der Hamburg-Le-Havre-Range gewonnen wurden. Eine der Triebfedern für das Plus im Jahr 2018 war der Anstieg bei der Umladung und bei den vollen Importcontainern. Der Containerexport entwickelte sich weniger stark, unter anderem bedingt durch chinesische Importbeschränkungen im Hinblick auf Abfallströme. Das Shortsea-Segment hatte unter den Wachstumsverzögerungen in der britischen und russischen Wirtschaft zu leiden.

Prognose

Der Hafenbetrieb geht davon aus, dass das Umschlagsvolumen 2019 leicht steigen wird, wobei sich das Wachstum im Containersektor auf einem niedrigeren Niveau als in den vorangegangenen Jahren mit außerordentlichem Wachstum einpendeln wird.

Der Hafenbetrieb verfolgt eine Sowohl-Als-Auch-Strategie: Stärkung des bestehenden Hafenindustriekomplexes und gleichzeitige Umsetzung neuer Initiativen in den Bereichen Energiewende und Digitalisierung. Auch aus diesem Grund erwarten wir für die kommenden Jahre ein hohes Investitionsniveau. Eine aktuelle Studie der Erasmus-Universität Rotterdam zeigt, dass die zukünftige Ertragskraft des Hafens solide Wachstumschancen aufweist. Dazu muss sich der Hafenindustriekomplex jedoch weiterentwickeln.

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