Dekarbonisierung Lanxess befeuert erstmals Großanlage mit Wasserstoff

Quelle: Lanxess 2 min Lesedauer

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Am Standort Krefeld-Uerdingen ersetzt Lanxess Erdgas als Brennstoff für einen Sprühtrockner durch Wasserstoff. Der Wasserstoff entsteht als Nebenprodukt bei Covestro und wird über eine Pipeline direkt zur Anlage geliefert.

Michael Ertl, Leiter des Lanxess Geschäftsbereichs Inorganic Pigments, und Rob Eek, Produktionsleiter bei Covestro in Krefeld-Uerdingen, stehen vor der neuen Wasserstoffleitung, die die Anlage für Eisenoxide von Lanxess versorgt.   (Bild:  Lanxess)
Michael Ertl, Leiter des Lanxess Geschäftsbereichs Inorganic Pigments, und Rob Eek, Produktionsleiter bei Covestro in Krefeld-Uerdingen, stehen vor der neuen Wasserstoffleitung, die die Anlage für Eisenoxide von Lanxess versorgt.
(Bild: Lanxess)

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess trocknet seine Eisenoxidpigmente am Standort Krefeld-Uerdingen künftig mit Wasserstoff anstelle von Erdgas. Der Sprühtrockner ist damit eine der ersten großtechnischen Industrieanlagen in Deutschland, die Wasserstoff im Dauerbetrieb als Brennstoff einsetzen. Das Unternehmen reduziert seinen CO2-Fußabdruck dadurch nach eigenen Angaben um rund 6000 Tonnen pro Jahr. Der Wasserstoff fällt bei der Chlorelektrolyse im benachbarten Covestro-Betrieb an und gelangt über eine Pipeline direkt zu Lanxess.

„Der Schritt vom Erdgas- zum Wasserstoffbrenner markiert für uns einen technologischen Meilenstein hin zu treibhausgasarmen Prozessen“, sagt Michael Ertl, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments bei Lanxess. „Wir zeigen damit, dass die Dekarbonisierung der Industrie nicht nur in Modellprojekten funktioniert, sondern im laufenden Betrieb großer Produktionsanlagen“.

Lanxess hat den Wasserstoffbrenner Ende 2025 installiert und seitdem schrittweise in Betrieb genommen. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Die technische Anbindung umfasst eine eigene Wasserstoffleitung, angepasste Brenner- und Messregeltechnik sowie zusätzliche Sicherheits- und Steuerungssysteme.

Verbundstandort als Erfolgsfaktor

„Das Projekt zeigt, dass Industriepartner in einem Verbundstandort den Wandel hin zu einer klimaschonenden Produktion besonders erfolgreich gestalten können“, sagt Rob Eek, Produktionsleiter von Covestro in Krefeld-Uerdingen.

Grundlage dafür ist die enge Vernetzung am Verbundstandort: Kurze Leitungswege, gemeinsame Infrastruktur und etablierte Sicherheitskonzepte sorgen für eine verlässliche Wasserstoffversorgung.

Lanxess und Covestro verbindet am Standort Krefeld-Uerdingen eine langjährige Zusammenarbeit. Covestro liefert Nitrobenzol, das Lanxess zur Herstellung seiner Eisenoxidpigmente einsetzt. Als Nebenprodukt entsteht dabei Anilin, das wiederum als wichtiger Rohstoff für die Kunststoffproduktion an Covestro zurückfließt. Der nun implementierte Wasserstoffeinsatz im Sprühtrockner erweitert den etablierten Produktionsverbund um eine zusätzliche klimarelevante Komponente.

Weltgrößter Standort für Eisenoxidpigmente

Lanxess gehört mit seinem Geschäftsbereich Inorganic Pigments zu den weltweit führenden Herstellern anorganischer Farbpigmente. Das Portfolio umfasst Eisenoxid- und Chromoxidpigmente für die Bauindustrie, für Farben und Lacke, für Kunststoffe sowie für verschiedene Spezialanwendungen. In Krefeld-Uerdingen betreibt das Unternehmen die weltweit größte Produktionsanlage für Eisenoxidpigmente, die seit nunmehr 100 Jahren am Standort hergestellt werden.

Bereits vor dem Einsatz von Wasserstoff als Brennstoff wiesen die Eisenoxidpigmente von Lanxess einen branchenweit besonders niedrigen CO2-Fußabdruck auf. Ein wesentlicher Grund dafür ist der in der Produktion eingesetzte Laux-Prozess. Anders als andere Verfahren produziert er praktisch keinen Abfall und nutzt die eingesetzte Energie besonders effizient, betont der Konzern.

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