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Weichenstellungen für Wasserstoffwirtschaft Konsortium bewirbt sich um EU-Fördergelder für wegweisendes Wasserstoff-Projekt

Redakteur: MA Alexander Stark

Das Projekt GET H2 Nukleus hat zum Ziel das deutschlandweit erste öffentlich zugängliche Wasserstoffnetz zu schaffen. Benötigt wird dazu die skalierbare industrielle Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Wasserstoff-Konsortium um RWE Generation, BP, Evonik, Nowega und OGE hat jetzt einen Antrag auf Förderung aus dem EU Innovation Fund eingereicht.

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Mögliche Einsatzgebiete für regenerativ produzierten Wasserstoff.
Mögliche Einsatzgebiete für regenerativ produzierten Wasserstoff.
(Bild: Evonik Industries)

Lingen; Essen; Bochum – Mit dem Projekt GET H2 Nukleus wollen führende Energieunternehmen den nationalen Ausbau einer Wasserstoffwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette in Deutschland in Gang setzen. Dafür plant RWE Generation, auf dem Gelände ihres Gaskraftwerks in Lingen in einem ersten Schritt eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage zu errichten. Die dann größte existierende Anlage dieser Art in Deutschland wird voraussichtlich ab 2024 pro Stunde zwei Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Dieser soll in künftig auf Wasserstofftransport umgestellte bestehende Leitungen des Erdgas-Fernleitungsnetzes zur BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, zum Chemiepark Marl der Evonik sowie gegebenenfalls zu weiteren Abnehmern gelangen. In der Raffinerie in Gelsenkirchen soll der grüne Wasserstoff für 105.000 Tonnen CO2-Einsparungen pro Jahr sorgen.

Die Unternehmen haben für das Megaprojekt nun einen Förderantrag bei der EU gestellt. Konkret geht es bei dem Förderantrag um die Übernahme eines Teils der Investitions- und Betriebskosten von RWE und BP für die Erzeugung und Abnahme des grünen Wasserstoffs im Rahmen des Projekts. Die beantragte Fördersumme beläuft sich auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag verteilt über zehn Jahre. Eine Förderzusage wäre wichtig, um im Rahmen des zur Erreichung der Klimaziele angestrebten Hochlaufs von klimaneutralen Wasserstoff das Projekt zur Wirtschaftlichkeit zu führen und verbindliche Investitionsentscheidungen zu ermöglichen, teilte das Konsortium mit.

In Unterstützung für die EU Innovation Fund Bewerbung wurde die Nutzung von grünem Wasserstoff in der Raffinerie Gelsenkirchen im Rahmen einer technischen Untersuchung tiefergehend analysiert. Dabei wurde die grundsätzliche Machbarkeit bestätigt.

Damit das gesamte Projekt zügig voranschreiten kann, braucht es nach Ansicht der Projektbeteiligten neben Fördergeldern zudem die richtigen staatlichen Rahmenbedingungen – etwa eine Entlastung des bei der Wasserstoffproduktion eingesetzten Stroms von der EEG-Umlage sowie gesetzliche Regelungen für den Betrieb der Wasserstoffnetze, damit die bestehenden Gasleitungen umgestellt werden können. Für künftige Abnehmer wie BP sei die Anrechenbarkeit des grünen Wasserstoffs auf seine Treibhausgasminderungsziele entscheidend.

Der EU Innovation Fund (EU IF) ist eines der weltweit größten Finanzierungsprogramme für die Demonstration kohlenstoffarmer Technologien und Prozesse. Es konzentriert sich auf Vorzeigeprojekte mit Potenzial für erhebliche Emissionsreduktionen. Nach Antragsprüfung entscheidet der EU IF voraussichtlich bis zum Frühjahr 2021, ob GET H2 Nukleus für die zweite Bewerbungsphase zugelassen wird. Bis Ende 2021 steht fest, ob der GET H2 Nukleus in den Genuss einer Förderung kommt.

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