Dechema-Forum Europas Chemie: stark vernetzt, stark gefährdet

Ein Gastbeitrag von Dr. Florian Ausfelder, Fachbereichsleiter Energie und Klima, Dechema e.V. 1 min Lesedauer

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Gemeinsam mit Partnern aus Flandern (Belgien) und den Niederlanden hat die Dechema den Chemie‑Cluster in Nordwesteuropa untersucht. Der Bericht analysiert den aktuellen Zustand der chemischen Industrie in der trilateralen Chemie‑Region, die Flandern, die Niederlande und Nordrhein‑Westfalen umfasst, und zeigt Wege auf, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gestärkt werden kann.

Dr. Florian Ausfelder, Fachbereichsleiter Energie und Klima, Dechema(Bild:  Dechema  / Sven Langer)
Dr. Florian Ausfelder, Fachbereichsleiter Energie und Klima, Dechema
(Bild: Dechema / Sven Langer)

Rund 40 Prozent der europäischen Produktion von Polyethylen und Polypropylen entstehen in einer vergleichsweise kleinen trilateralen Region: Flandern, die Niederlande und Nordrhein-Westfalen. Steamcracker liefern dort die Basischemikalien für diese Kunststoffe, Pharmazeutika und weitere Werkstoffe. Dieses Netzwerk ist ein industrielles Rückgrat Europas. Und es steht unter erheblichem Druck.

Der Abschlussbericht des Projekts 3C-VaCS, den die Dechema gemeinsam mit VITO/EnergyVille und TNO erarbeitet hat, zeigt: Die Energie- und Kostenkrisen der vergangenen Jahre haben die Wettbewerbsfähigkeit dieser Region spürbar geschwächt. Investitionen in klimafreundliche Technologien – CO₂-Abscheidung, Elektrifizierung, nachhaltige Rohstoffe – sind technisch machbar. Aber sie brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, die bislang fehlen.

Die enge Vernetzung der drei Regionen birgt nicht nur Stärken, sondern auch Risiken: Wer eine Anlage schließt, denkt selten an die Folgen für die Nachbarn. Deshalb ist ein koordinierter, gesamteuropäischer Infrastrukturplan für Strom, Wasserstoff und CO₂-Netze keine Kür: Er ist die Voraussetzung dafür, dass Transformation unter Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit gelingen kann.

Der Bericht liefert die wissenschaftliche Grundlage für genau diese Diskussion – auf EU-Ebene, und hoffentlich bald auch in der politischen Praxis.

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