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Chemieparkmanagement

Erfolgreiches Jahr für Chemiepark-Betreiber: Infraserv Höchst knackt die Milliarde

| Redakteur: Dominik Stephan

Die Geschäftsführung von Infraserv Höchst: Dr. Joachim Kreysing (l.) und Jürgen Vormann
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Die Geschäftsführung von Infraserv Höchst: Dr. Joachim Kreysing (l.) und Jürgen Vormann (Bild: wmp-wizard-media Fotografie-Schepp)

Der Chemieparkbetreiber Infraserv Höchst kann 2018 einen konsolidierten Umsatz von 1,039 Milliarden Euro verbuchen. Besonders die Bereiche Site Services und Logistik performten im Jahresvergleich gut. Und die Zukunft des ehemaligen Höchst-AG-Stammsitzes scheint dank Investitionen der Standortgesellschaften in dreistelliger Millionenhöhe auch in Zeiten der Konjunkturdelle sicher…

Des einen Leid ist des anderen Freud: Dank des Niedrigwassers in Rhein und Main glänzt der Infraserv-Geschäftsbereich Logistik, zu dem das große Tanklager der Gruppe gehört, 2018 mit guten Zahlen. Doch auch ansonsten kann der Chemieparkbetreiber auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: Mit einem konsolidierten Umsatz von 1,039 Milliarden Euro wird das Ergebnis von 2017 um 6,6 % übertroffen. Und das, obwohl das Investment am Standort im vergangenen Jahr eher durchschnittlich ausfiel.

„Wir sind mit diesem Geschäftsverlauf zufrieden“ erklärt Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Infraserv Höchst. „Wir haben uns trotz einiger Herausforderungen in einem Marktumfeld, das in einigen Leistungsfeldern nicht einfach ist, sehr gut behauptet.“ Geholfen dabei hat sicher auch das Geschäft mit Kunden außerhalb des Chemieparks, welches 2018 nochmals gestärkt wurde und auch in Zukunft zum Wachstum des Industriedienstleisters beitragen soll. Insgesamt konnten die Site Services der Höchster um 3,1 % zulegen – ein Ergebnis, auf dass die Geschäftsführung „sehr stolz“ ist.

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So sind die Experten für Facility Management der Gruppe etwa in Darmstadt, Wiesbaden, Hanau, Monheim oder Penzberg aktiv. „Für Kunden aus der Chemie- und Pharmabranche sind wir ein aufgrund unserer Fachexpertise ein gefragter Partner, etwa wenn es um die Planung und Betrieb von Laborgebäuden geht“, erklärt Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst.

2018 feierte außerdem die Prozesstechnik ein Comeback in Höchst: Nachdem Infraserv sich 2005 von der Technikabteilung der ehemaligen Höchst AG getrennt hatte, wagte die Firma im vergangenen Jahr den Neustart. Und das mit Erfolg: 1,5 Millionen Umsatz im Gründungsjahr sollen erst der Anfang für die neueste Infraserv-Abteilung sein. Für künftiges Wachstum kam Anfang 2019 eine Abteilung für Prozessanalysetechnik hinzu. So will die Infraserv-Geschäftsführung 2019 die 7,5 Millionen Marke beim Umsatz in der Prozesstechnik knacken.

Ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück blicken kann der Geschäftsbereich Thermal Conversion, der im Industriepark Höchst eine Ersatzbrennstoff-Verbrennungsanlage für die thermische Verwertung von energiereichen Abfällen, betreibt.

Investment im Industriepark Höchst bleibt stabil

Auch die Betreiberfirmen planen 2019 wieder dreistellige Investments in Höchst – Insgesamt 327 Millionen wollen die Betriebe am Standort investieren, erklärte der Standortbetreiber. Das entspricht fast den Werten des Vorjahres, allen eingetrübten Konjunkturaussichten zum Trotz. Zudem ist der hessische Industriepark mit im Rennen um den Standort einer neuen Bio-Raffinerie der finnischen UPM – Die Anlage, für die UPM gerade das Basic Engineering durchführt, könnte zum „Pfeiler der Bioökonomie in Höchst“ werden, wie Kreysing betont.

Seit der Jahrtausendwende wurden in Höchst insgesamt etwa 7,65 Milliarden Euro investiert, erklärt der Chemiepark-Manager. Eine stattliche Summe – allerdings auch eine, die klar macht, dass selbst in Zeiten der Hochkonjunktur das Investment in dem deutschen Vorzeige-Chemieparks eher durchschnittlich ausfällt. Deshalb, so die Infraserv-Manager, brauche es sowohl die politischen Rahmenbedingungen wie auch eine passende Standort-Infrastruktur, um Investitionsprojekte nach Höchst zu locken. Um letzteres sicherzustellen, hat die Gesellschaft etwa 60 Millionen Euro in die Modernisierung einer Kraftwerks-Gasturbine mit 100 MW Leistung investiert –die Pläne für eine weitere Turbine liegen schon in der Schublade.

Zug um Zug Richtung Chemiepark der Zukunft

Infraserv selbst investiert unter anderem in ein neues Gefahrstofflager, dass die in die Jahre gekommenen Kapazitäten am Standort ergänzen und ersetzen soll. Nach Fertigstellung 2020 soll das neue Lager außerhalb der Seveso-Abstände zu bebauten Flächen, aber inmitten des Industrieparks Platz für 19.4000 Paletten auf 16.000 Quadratmetern bieten. In Kürze soll die Ausschreibung erfolgen, der Baubeginn ist für das laufende Jahr geplant.

Ebenfalls neu: Das 2018 eingeweihte Ideation-Lab, das zum Innovations-Hub des Chemieparks werden soll. Das im hippen Start-Up-Stil gehaltene Innovations-Labor soll die Rahmenbedingungen für ein Denken über Abteilungsgrenzen und Hierarchie-Ebenen bieten. Die ersten Innovationskampagnen sind mit den Projekten „Zero Waste“ und „Zukunft des Facility Management“ schon angelaufen. Zusammen mit Alstom und dem hessischen Verkehrsverband RMV arbeitet Infraserv zudem an einer Infrastruktur für wasserstoffbetriebene Züge, die die vorhandenen Dieseltriebwagen auf nichtelektrifizierten Strecken im Taunus ersetzen sollen.

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