Newsticker Juni: Aktuelles aus der ProzessindustrieErfolg für Bayer vor Oberstem US-Gericht +++ Merck kauft Laborausrüster für zehn Milliarden Euro +++ Stada stemmt nächste Übernahme
Quelle: dpa
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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Aumühle (dpa/lno) *15:04 Uhr – Gasaustritt in Aumühle: Großeinsatz und Warnung an Anwohner
Ein mutmaßlicher Gasaustritt hat am Mittag einen Feuerwehr-Großeinsatz nahe dem S-Bahnhof Aumühle im Kreis Herzogtum Lauenburg ausgelöst. Mindestens ein Mensch wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Behörden warnten Anwohner vor möglichen Gesundheitsgefahren und riefen dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Nach Angaben der Einsatzkräfte war der Vorfall gegen 12.25 Uhr im Bereich des Mühlenwegs gemeldet worden. Betroffen ist ein Gebiet nordwestlich der S-Bahn-Gleise, dort befinden sich unter anderem eine Seniorenresidenz sowie Teile der Fürst-Bismarck-Quelle.
Nach ersten Erkenntnissen soll ein bislang Unbekannter eine Chemikalie unerlaubt entsorgt haben, wie eine Polizeisprecherin dpa mitteilte. Der Stoff sei daraufhin ausgegast. Mindestens ein Mensch wurde verletzt. Wie viele Menschen insgesamt betroffen sind, war zunächst unklar. Nach dem Tatverdächtigen wird ermittelt.
Die Leitstelle gab eine amtliche Gefahrenwarnung über die Warn-App NINA heraus. Anwohner in den Straßen Mühlenweg, Am Mühlenteich, Emil-Specht-Allee und Bismarckallee wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Zündquellen zu vermeiden und das Gebiet nicht zu betreten.
Der Einsatz dauerte am frühen Nachmittag an. Das betroffene Gebiet wurde großräumig abgesperrt, zudem ist eine Rundfunkwarnung aktiv. Die Behörden baten Verkehrsteilnehmer, den Bereich weiträumig zu umfahren, damit die Rettungskräfte ungehindert arbeiten können.
Washington (dpa) *16:29 Uhr – Erfolg für Bayer vor Oberstem US-Gericht in Glyphosat-Streit
Der Bayer-Konzern hat in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht des Landes erzielt. Dem Urteil zufolge kann Bayer nicht wegen fehlender Krebs-Warnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden.
Darmstadt (dpa) *13: 52 Uhr – Merck kauft US-Laborausrüster für zehn Milliarden Euro
Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck baut sein Geschäft mit Laborausrüstung durch eine Milliardenübernahme in den USA aus. Der Dax-Konzern übernimmt den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis für knapp zehn Milliarden Euro, wie Merck mitteilte. Mit dem geplanten Zukauf will Merck seine Laborsparte in wachstumsstarken Bereichen wie Zell- und Gentherapien sowie in der Präzisionsdiagnostik stärken.
Demnach bekommen die Aktionäre von Bio-Techne 73 US-Dollar je Aktie in bar, ein Aufschlag von 36 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs im vergangenen Monat. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 11,3 Milliarden Dollar oder rund 9,9 Milliarden Euro. Die geplante Übernahme sei vom Management beider Unternehmen bereits genehmigt und soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Aufsichtsbehörden sowie die Aktionäre von Bio-Techne müssen noch zustimmen.
Die Übernahme werde zwei führende und sich stark ergänzende Life-Science-Unternehmen vereinen, betonte Merck. Der neue Vorstandschef Kai Beckmann sprach von einem «Meilenstein». Bio-Techne passe hervorragend zur strategischen Ausrichtung von Merck, die darauf ziele, «hochmoderne Produkte und Lösungen für die gesamte Life-Science-Wertschöpfungskette anzubieten - von Forschungslaboren bis hin zu Kunden in der Biotech- und Pharmaindustrie».
Die angepeilte Übernahme ist nicht der erste Zukauf von Merck im wichtigen US-Markt, wo die Darmstädter 2025 rund ein Viertel ihres globalen Umsatzes erzielten. Die letzte große Übernahme in Amerika hatte Merck erst im vergangenen Sommer mit dem Kauf des Krebsspezialisten Springwork Therapeutics für rund 3,4 Milliarden Dollar gestemmt.
Größte Übernahme in der Konzerngeschichte war der Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich 2015 für 17 Milliarden Dollar, zudem kaufte Merck 2019 den amerikanischen Halbleiter-Spezialisten Versum für 6,5 Milliarden Dollar.
Bio-Techne erzielte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit rund 3.000 Menschen. Das Unternehmen bringe mehr als 6.000 Proteine und 5.000 Antikörper in das Portfolio ein und stärke Merck besonders in der biologischen Forschung, sagte Jean-Charles Wirth, Leiter des Life-Sciences-Geschäfts von Merck.
Stand: 08.12.2025
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Finanziert werden soll die Übernahme durch Barmittel und neue Kredite. Merck erwartet jährliche Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro. Zudem soll die Übernahme unmittelbar nach Abschluss die operative Marge steigern.
24.06.2026
Bad Vilbel (dpa) *16:45 Uhr – Stada stemmt nächste Übernahme unter neuen Mehrheitsbesitzer
Der hessische Arzneihersteller Stada setzt auch unter neuem Mehrheitseigentümer auf Übernahmen. Der Konzern kauft 16 Marken für Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsergänzungsmittel vom dänischen Pharmaunternehmen Orifarm, wie Stada in Bad Vilbel mitteilte. Mit dem Portfolio stärke Stada seine Position bei Verbrauchern und Apotheken in den nordischen Ländern, Belgien und Polen.
Vorstandschef Peter Goldschmidt kündigte bereits weiter Zukäufe an. «Stada hat eine Branchenplattform aufgebaut, die uns in Zukunft zu einem führenden Käufer von weiteren Unternehmen machen wird.»
Die Übernahme der Marken von Orifram passe nahtlos zur Strategie von Stada, den Fokus auf lokal führende Arzneimarken in den jeweiligen Ländern zu legen, hieß es. Man wolle zudem die Attraktivität der Marken für Verbraucher über alle Vertriebskanäle, einschließlich Online-Apotheken, steigern. Mit dem Zukauf wechsle eine kleine Zahl von Orifarm-Mitarbeitern zu Stada. Angaben zum Kaufpreis bei dem Deal wurden nicht gemacht.
Der Kauf des Arzneiportfolios von Orifarm ist die erste Übernahme, die Stada unter dem neuen Mehrheitseigner, der Londoner Beteiligungsgesellschaft CapVest Partners, stemmt. Schon in den vergangenen Jahren war Stada unter den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven stark über Zukäufen gewachsen.