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Solids 2020 Diese 3 Trends greift die Solids 2020 auf

Autor / Redakteur: Manja Wühr* / M.A. Manja Wühr

Der Corona-Virus macht auch vor der Schüttgut-Branche nicht halt. Um die Ausbreitung des Virus weiter zu verlangsamen, ist nun auch die Solids 2020 verschoben wurden. Neuer Termin ist der 24. und 25. Juni 2020. Dann werden sich sich Experten der Pulver-, Granulat- und Schüttgutindustrien auf den Weg nach Dortmund machen, um auf der Solids den aktuellen Trends nachzuspüren. Die Veranstalter wollen mit der Ausstellung und dem Vortragsprogramm vor allem drei Trendthemen abbilden.

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Wie Digitalisierung, Sicherheit und Simulation die Schüttgut-Technik bestimmen.
Wie Digitalisierung, Sicherheit und Simulation die Schüttgut-Technik bestimmen.
(Bild: ©Torsten - stock.adobe.com)

Ob Lagern, Dosieren, Mischen oder Trennen – sichere und effiziente Schüttgut-Prozesse bedürfen besonderem Know-how. Am 24. und 25. Juni 2020 (neuer Termin) treffen sich Experten der Pulver-, Granulat- und Schüttgutindustrien zur Solids. Sie suchen in Dortmund den Austausch und Impulse, um sich für aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Branche zu wappnen. Im Rahmen ihrer Ausstellungs- und Vortragsschwerpunkte setzt der Veranstalter Easyfairs auf drei Trendthemen: Digitalisierung, Sicherheit und Simulation.

1. Digitalisierung

Der Trendbericht „Digitalisierung der Schüttguttechnik“ der Solids konstatiert, dass mit fortschreitender Digitalisierung der Betriebstechnik sich auch die Anlagenlieferanten auf die neuen Anforderungen einstellen müssen. Formuliert werden diese u.a. von der Namur: So fordert die Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie modular aufgebaute und modular automatisierte Produktionsanlagen. Auch wächst der Wunsch nach mehr Informationen aus dem Prozess, die über die künftige Namur Open Architecture (NOA) und nach deren Informationsmodell gewonnen werden sollen.

Doch wie sieht es tatsächlich aus? Während Anlagenbauer die digitale Planung für Effizienzgewinne im Engineering nutzen, sehen Lieferanten von Anlagenkomponenten den Mehrwert der Digitalisierung in einem steigenden Automatisierungsgrad. Schließlich sorgen Sensoren und Steuerungstechnik für die Datengrundlage, auf der die Digitalisierung der Produktionsanlagen aufsetzt. Im attraktiven Servicegeschäft wiederum schaffen Augmented und Virtual Reality neue Geschäftsmodelle. Neue datenbasierte Wartungskonzepte und -services ermöglichen zudem den Anlagen- und Komponentenlieferanten, sich über die Betriebsphase enger mit den Anlagenbetreibern zu verzahnen. Langfristig könnten sie so Bestandteil der Wertschöpfungskette oder Wertschöpfungsplattform werden und sich auf diese Weise unverzichtbar machen, so der Bericht.

Am Donnerstag, dem 2. April 2020, steht das Innovation Center I in Halle 4 ganz im Zeichen der Digitalisierung: In 30-minütigen Vorträgen beleuchten Experten der Kompetenzzentren Dortmund und Siegen die Themen „Digitalisierung im Mittelstand – Roadmap und Umsetzungsbeispiele“, „Von analogen Stärken zu digitalen Chancen – Digitale Unterstützung für qualifizierte Facharbeit“ und „Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Produktion und Instandhaltung“.

2. Sicherheit

Für 2018 hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung im Wirtschaftszweig Rohstoffe und chemische Industrie zwölf tödliche Arbeitsunfälle registriert. Auch Arbeiten im und am Silo fordern regelmäßig Tote. Zudem müssen sich Produzenten auf immer kleinere und hochgradig aktive Stoffe einstellen. Um auf Nummer sicher zu gehen, stellt die Solids 2020 das Thema Sicherheit in den Fokus. Ob Arbeitsschutz, Brand- und Explosionsschutz oder Umweltschutz – in Dortmund wird es reichlich Gelegenheit zum Austausch geben. So gibt das Innovation Center II in Halle 6 am Mittwochnachmittag dem Thema Explosions- und Brandschutz eine Bühne. Hier werden Experten der Bergischen Universität Wuppertal neben rechtlichen Anforderungen auch Sicherheitskenngrößen von Stäuben und Explosions- und Brandschutzmaßnahmen bei der Instandhaltung beleuchten.

Mit dem Trendbericht „Produktion von toxischen und aktiven Feststoffen“ widmet sich die ­Solids dem Thema Arbeitsschutz. Der Anlagentechnik kommt dabei eine weitaus größere Rolle zu als der persönlichen Schutzausrüstung, wie Vollschutzanzüge oder Atemschutzgeräte. Wer seine Mitarbeiter vor toxischen und aktiven Substanzen schützen will, kommt meist nicht an Containment-Lösungen vorbei. Mit Maximal-Anforderungen nach OEB 5 geht man zwar auf Nummer sicher, aber auch gleichzeitig die Gefahr ein, eine überdimensionierte Anlage zu spezifizieren. Für eine sichere und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung reicht es nicht aus, nur die Expositionsgrenze zu bestimmen. Es brauche ein umfassendes Prozessverständnis für eine optimale Containment-Lösung, stellt der Bericht fest.

3. Simulation

Wer das Bewegungsverhalten von Schüttgütern kennt, kann Anlagen und Prozesse sowie die Qualität der Produkte optimieren und Kosten senken. Mittel der Wahl ist die Diskrete Elemente Methode (DEM), eine numerische Berechnungsmethode. DEM lässt sich auf verschiedene Bereiche anwenden:

  • Gutübergabestellen,
  • Becherförderer,
  • Siloentleerung,
  • Fördertechnik,
  • Zerkleinerungstechnik,
  • Siebtechnik.

So lassen sich beispielsweise mithilfe der DEM-Simulation von Gutübergabestellen die Staubent­wicklung, das Verschleißverhalten oder auch Anbackungen vorhersagen. Bei Becherwerken wiederum können die Schüttgutauf- und -abgabe optimiert werden, indem die ideale Fördergeschwindigkeit und Bechergeometrie ermittelt werden.

Auch die Solids greift dieses Trendthema auf und bietet den Fachbesuchern eine Vortragsreihe rund um die Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten der DEM-Simulation: Das Innovation Center II in Halle 6 widmet den Mittwochvormittag der „Praxisorientierten Schüttgutsimulation mit der Diskreten Elemente Methode“.

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