Synthetisches Kerosin Demonstrationsanlage für nachhaltigen Flugtreibstoff am PSI eingeweiht

Quelle: Paul Scherrer Institut (PSI) 2 min Lesedauer

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Am 20. August wurde auf dem Areal des Paul Scherrer Instituts PSI die „aerobrew“-Demonstrationsanlage feierlich eingeweiht. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des PSI und des Zürcher Unternehmens Metafuels. Hier wird die Herstellung von nachhaltigem Flugtreibstoff erprobt und für die Kommerzialisierung vorbereitet: besonders effizient hergestelltes synthetisches Kerosin.

Die neu eingeweihte „aerobrew“-Demonstrationsanlage befindet sich auf dem Gelände des Paul Scherrer Instituts PSI.(Bild:  Markus Fischer/ Paul Scherrer Institut)
Die neu eingeweihte „aerobrew“-Demonstrationsanlage befindet sich auf dem Gelände des Paul Scherrer Instituts PSI.
(Bild: Markus Fischer/ Paul Scherrer Institut)

Aus Wasser, erneuerbarem Strom und Kohlendioxid mittels nachhaltiger Quellen soll ein hochwertiger und klimaneutraler Treibstoff für die Luftfahrt entstehen. Dies ist das Ziel von Forschenden des Paul Scherrer Instituts PSI in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Unternehmen Metafuels. Am 20. August 2026 wurde greifbar, wie ihr Innovationsprojekt Wissenschaft und Industrie verbindet: mit der Einweihung der Demonstrationsanlage „aerobrew“ auf dem PSI-Areal. Mehr als 150 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Energiewirtschaft nahmen an der Einweihungsfeier teil, darunter der Regierungsrat des Kantons Aargau Dieter Egli, die Direktorin des Bundesamts für Zivilluftfahrt Francine Zimmermann sowie der CEO der SWISS International Air Lines Jens Fehlinger.

Mit der neuen Demonstrationsanlage wird die junge „aerobrew“-Technologie nun erstmals in einem praxisnahen Anlagendesign betrieben. Es handelt sich um einen neuartigen katalytischen Prozess zur Herstellung eines künstlichen Flugtreibstoffs, kurz SAF – Englisch für: Sustainable Aviation Fuel –, den die PSI-Forschenden und das Metafuels-Team gemeinsam entwickelt und patentiert haben. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Forschung mit industrieller Entwicklung, um neue Erkenntnisse gezielt in eine praktische Anwendung zu überführen.

„Am PSI forschen wir für die Gesellschaft. Die Energiewende ist dabei eine der derzeitigen großen Herausforderungen, denen wir uns stellen“, so Christian Rüegg, Direktor des PSI. „Die Einweihung der „aerobrew“-Demonstrationsanlage ist ein wichtiger Meilenstein zu einer nachhaltigeren Luftfahrt. Wir sind stolz darauf, dass unsere Spitzenforschung den entscheidenden Beitrag leistet für den Schritt zur Industrialisierung.“

Die Technologie wurde gemeinsam mit Metafuels erfolgreich im Labormaßstab entwickelt. Mit der Demonstrationsanlage soll das Verfahren nun den Test unter realen Bedingungen durchlaufen. „Damit werden wir die Technologie weiter optimieren können und schaffen die Voraussetzungen für die industrielle Produktion“, so Marco Ranocchiari, Forscher am Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften des PSI, der seitens PSI führend am „aerobrew“-Projekt beteiligt ist.

Die neue Anlage am PSI ist darauf ausgelegt, fünfzig Liter SAF pro Tag zu produzieren. Es ist die erste Anlage weltweit, die alle Herstellungsschritte für künstlichen Flugzeugtreibstoff aus Methanol unter einem Dach vereint.

„Internationale Reisen und globale Lieferketten werden auch künftig auf den Luftverkehr angewiesen sein“, erklärt Saurabh Kapoor, Mitgründer und CEO von Metafuels. „Darum haben wir ein Produkt entwickelt, das sich in die bestehende Flughafeninfrastruktur integrieren lässt, in konventionellen Triebwerken genutzt werden kann und gleichzeitig die klimaschädlichen Emissionen deutlich reduziert.“ Metafuels plant, ab 2030 die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung von SAF mit der „aerobrew“-Technologie zu betreiben.

Das „aerobrew“-Verfahren kann ganz ohne fossile Ausgangsstoffe auskommen und erzielt im Vergleich zu bisher eingesetzten Produktionsverfahren für SAF eine höhere Selektivität – also ein besseres Verhältnis von Ausbeute und Umsatz, betonen die Projektbeteiligten. Die Ausgangsstoffe sind einerseits Wasser, aus dem mit nachhaltigem Strom Wasserstoff gewonnen wird, sowie Kohlendioxid. Zweiteres kann kurzfristig aus biogenen Quellen wie Holz- oder Pflanzenabfällen stammen und langfristig direkt aus der Atmosphäre gewonnen werden. Wasserstoff und Kohlendioxid werden zu grünem Methanol verarbeitet. Schließlich kommt die „aerobrew“-Technologie zum Einsatz: Sie generiert aus dem grünen Methanol nachhaltiges Kerosin.

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