Klärschlammtrocknung CO2-neutraler Brennstoff für die Zementproduktion

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Getrockneter Klärschlamm kann als Brennstoff energetisch verwertet werden. Lesen Sie, wie Heidelberg Cement dank einer innovativen Bandtrocknungsanlage von Huber dem gesteckten Ziel „CO2-Neutralität“ näher kommen will.

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Konzeptionelle Darstellung der Schlammtrocknungsanlage, inklusive Peripherie
Konzeptionelle Darstellung der Schlammtrocknungsanlage, inklusive Peripherie
(Bild: Huber)

Aufgrund der herstellungsbedingt notwendigen Brennprozesse und der Verwendung von fossilen Brennstoffen sowie Abfällen ist die Zementbranche generell für relativ hohe CO2-Emissionen bekannt. Heidelberg Cement hat sich zum Ziel gesetzt, die Kohlendioxid-Emissionen bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren. Dann soll die Herstellung einer Tonne zementartigen Materials weniger als 525 kg Kohlendioxidemissionen erzeugen. Bis 2050 soll über das gesamte Portfolio CO2-neutraler Beton angeboten werden.

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Heidelberg Cement

Heidelberg Cement ist ein börsennotierter Baustoffkonzern, der mit rund 54.000 Mitarbeitern in über 50 Ländern weltweit aktiv ist. Mit der Herstellung und dem Handel von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton wurde im Jahr 2019 ein Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Neben Maßnahmen, welche die Zusatz- und Grundstoffe betreffen, soll auch die Verwendung alternativer Brennstoffe zu den genannten Zielen beitragen. Ein solch alternativer Brennstoff – noch dazu CO2-neutral – ist die Verwendung von kommunalen oder industriellen Schlämmen, die bei der Aufreinigung der Abwässer anfallen (sog. Überschussschlämme). Bisher werden und wurden schon vorentwässerte Schlämme – mit dann niedrigen Heizwerten – in nahezu allen Zementwerken in Deutschland mitverbrannt.

Heidelberg Cement betreibt unter anderem acht Zement- und drei Zementmahlwerke, hauptsächlich im Süden und Nordwesten Deutschlands. Einer dieser Standorte ist Geseke, südwestlich von Paderborn. Das Werk besteht aus einem Steinbruch, aus dem Kalkstein, Ton und Mergel gewonnen werden und dem eigentlichen Zementwerk, in dem die Weiterverarbeitung zu fertigem Zement erfolgt.

An diesem Standort wird derzeit eine Bandtrockungsanlage von Huber zur Trocknung kommunaler Klärschlämme konzipiert und errichtet. Die Anlage besteht aus zwei Trocknungslinien und soll bei Inbetriebnahme bis Ende 2021 bis zu 70.000 t/a entwässerten Klärschlamm auf bis zu 90 Prozent Trockensubstanz trocknen. Zur Beheizung des Trockners wird Prozesswärme verwendet, die bei der Klinkerkühlung entsteht und sonst nicht genutzt werden würde. Das so erzeugte Trockengut hat einen Heizwert von 8 bis 13 MJ/kg und wird nach Speicherung in einem Silo vor Ort energetisch verwendet. Dies stellt eine optimale Verwertung überschüssiger Wärme zur Erzeugung CO2-neutralen Brennstoffs dar.

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