Suchen

Wachstumsplan Chem China will Krauss Maffei an die Börse in Shanghai bringen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Chem China will sein Tochterunternehmen Kraus Maffei in Shanghai an die Börse bringen und damit den Wachstumskurs des deutschen Unternehmens in China vorantreiben. Dazu soll der Anlagenhersteller für die Kunststoff- und Gummiproduktion in das börsennotierte Unternehmen Qingdao Tianhua Institute of Chemistry Engineering eingebracht werden, das ebenfalls eine Chem China-Tochter ist.

Firma zum Thema

Fertigung von Schnecken unterschiedlicher Größen in der Produktion München. Sie gehören zum Herzstück der Maschinen und verteilen später geschmolzenen Kunststoff gleichmäßig in eine Form.
Fertigung von Schnecken unterschiedlicher Größen in der Produktion München. Sie gehören zum Herzstück der Maschinen und verteilen später geschmolzenen Kunststoff gleichmäßig in eine Form.
(Bild: Krauss Maffei)

München – Durch den geplanten Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt wird Krauss Maffei seinen Wachstumskurs mittelfristig weiter beschleunigen können. Das Unternehmen wird das Auslandsgeschäft aus Deutschland heraus weiter ausbauen und das chinesische Inlandsgeschäft lokal vorantreiben. „Das Geschäft von Krauss Maffei wird rund 85 % des gelisteten Unternehmens darstellen“, erklärt Frank Stieler, CEO von Krauss Maffei. Zusätzlich ist geplant, unter anderem drei Werke von Chem China zur Herstellung von Maschinen für die Reifen- und Gummiproduktion in die Gesellschaft einzubringen.

Die geplante Transaktion wäre der nächste Schritt in der Entwicklung von Krauss Maffei. Das Unternehmen ist seit April 2016 mehrheitlich im Besitz des chinesischen Chemiekonzerns. „Mit der geplanten Transaktion erhalten wir Zugang zum Kapitalmarkt und haben mit neuen finanziellen Mitteln die Möglichkeit, unser Unternehmen weiterzuentwickeln und das geplante Wachstum zu beschleunigen“, sagt Frank Stieler, CEO von Krauss Maffei. Im laufenden Geschäftsjahr sollen weltweit 350 Arbeitsplätze geschaffen werden. Bereits im August hat Krauss Maffei die Marke von weltweit 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übertroffen. Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen bereits seinen Umsatz um 5 % auf 1,27 Milliarden Euro gesteigert und steuert 2017 darauf zu, die Marke von 1,3 Milliarden Euro zu überschreiten.

Arbeitsplätze in Deutschland abgesichert

Der Firmensitz von Krauss Maffei bleibt in München. Sowohl die deutsche Mitbestimmung, die Rechtsform der Gesellschaft, als auch sämtliche Mitarbeiter- sowie Gewerkschaftsvereinbarungen bestehen weiterhin. Die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall begrüßen daher den nächsten Schritt von Krauss Maffei. „Die weitere Verbesserung des Zugangs zum chinesischen Markt wird weiteres Wachstum schaffen, wodurch die bestehenden Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert werden“, sagt Peter Krahl, Vorsitzender des Betriebsrats von Krauss Maffei. Auch die IG Metall steht der Entwicklung positiv gegenüber. „Krauss Maffei ist auf klarem Kurs unter neuer Eigentümerschaft. Gerade erst wurde der 5.000 Mitarbeiter eingestellt. ChemChina ist ein verlässlicher Partner“, sagt Horst Lischka, als Unternehmensbeauftragter der IG Metall zuständig für München und Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats von Krauss Maffei.

Chem China bleibt Mehrheitsaktionär von Krauss Maffei und wird auch das künftige Wachstum des Unternehmens unterstützen. „Wir haben schon immer an das Wachstums-Potenzial des Unternehmens geglaubt. Durch ein künftiges Listing an der Börse in Shanghai wird die Wahrnehmung von Krauss Maffei im chinesischen Markt noch einmal deutlich erhöht. Chinesische Investoren schätzen deutsche industrielle Wertarbeit und Führungskompetenz“, sagt Jianxin Ren, Chairman von Chem China.

(ID:45057817)