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Quartalsbericht Bayer legt erfreuliche Geschäftszahlen vor und bestätigt Konzernausblick

| Redakteur: Alexander Stark

Bayer hat in allen wichtigen Bereichen Fortschritte gemacht und ist sowohl operativ als auch strategisch auf Kurs, teilte der Konzern bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Sowohl beim Umsatz und dem bereinigten Ebitda konnte das Unternehmen Steigerungen melden. Dabei zeigten alle Divisionen eine erfreuliche Geschäftsentwicklung.

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„Bayer blickt auf ein erfolgreiches 3. Quartal zurück“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann bei der Telefon-Pressekonferenz zu den Quartalszahlen.
„Bayer blickt auf ein erfolgreiches 3. Quartal zurück“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann bei der Telefon-Pressekonferenz zu den Quartalszahlen.
(Bild: Bayer)

Leverkusen – Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann legte letzte Woche bei einer Telefonpressekonferenz die Quartalszahlen vor. Nach seinen Worten blickt der Konzern auf ein erfolgreiches drittes Quartal zurück. Vor allem strategisch seien große Fortschritte gemacht worden. Baumann wies in diesem Zusammenhang auf die Effizienz-, Struktur- und Portfoliomaßnahmen hin, die Ende 2018 angekündigt wurden. Den Ausblick für 2019 bestätigte Baumann trotz weltweit rückläufiger Wachstumserwartungen.

Einen wichtigen Beitrag zu den Zahlen leisteten die angekündigten Verkäufe der vergangenen Monate: Denn hier kommt Bayer schneller voran als geplant. Im August einigte sich das Unternehmen mit Elanco Animal Health vertraglich über den Verkauf des Tiergesundheitsgeschäft für 6,8 Milliarden Euro. Außerdem wurde der Verkauf des 60-%igen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta an ein durch Macquarie Infrastructure and Real Assets kontrolliertes Unternehmen in trockene Tücher gebracht. Beide sind nun als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen. Den Vollzug des Verkaufs von Animal Health erwartet Bayer für Mitte 2020, die Veräußerung des Currenta-Anteils soll im Dezember 2019 abgeschlossen werden. Der im Juli bekannt gegebene Verkauf des Geschäfts mit Fußpflegeprodukten der Marke Dr. Scholl’s an Yellow Wood Partners soll im November vollzogen werden. Die Veräußerung der Marke Coppertone an Beiersdorf wurde bereits im August abgeschlossen.

Kennzahlen des Bayer-Konzerns und seiner Segmente zum dritten Quartal sowie zum Dreivierteljahr 2019
Kennzahlen des Bayer-Konzerns und seiner Segmente zum dritten Quartal sowie zum Dreivierteljahr 2019
(Bild: Bayer)

Der Konzernumsatz erhöhte sich im dritten Quartal währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 5,4 % (nominal: 6,1 %) auf 9,830 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 7,5 % auf 2,291 Milliarden Euro. Ein positiver Effekt von ungefähr 110 Millionen Euro ergab sich durch den seit 1. Januar 2019 angewendeten IFRS 16, in dessen Rahmen die Aufwendungen für Leasingverhältnisse nicht mehr im Ebitda erfasst werden. Zudem waren positive Währungseffekte von 77 Millionen Euro zu verzeichnen.

Das Ebit sank um 71,9 % auf 1,215 Milliarden Euro. Darin sind per saldo Sondereinflüsse von minus 13 Millionen Euro enthalten, verglichen mit einem positiven Wert von 3,128 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, als Sondererträge im Zusammenhang mit den Verkäufen an BASF in Höhe von etwa 3,9 Milliarden Euro vor Steuern anfielen. Im dritten Quartal 2019 fielen Sondererträge in Verbindung mit einem Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf des Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Dermatologieprodukten außerhalb der USA von 350 Millionen Euro an. Dem standen Sonderaufwendungen insbesondere im Zusammenhang mit dem laufenden Restrukturierungsprogramm (213 Millionen Euro) sowie mit Rechtsfällen (104 Millionen Euro) gegenüber. Das Konzernergebnis ging nach den hohen Sondererträgen ein Jahr zuvor um 63,9 % zurück auf 1,036 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft stieg um 6,4 % auf 1,16 Euro.

Der Free Cash Flow legte um 13,2 % zu auf 1,263 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte der Konzern zum 30. September 2019 im Vergleich zum 30. Juni 2019 um 2,4 % auf 37,860 Milliarden Euro.

Crop Science erhöht Umsatz und Ergebnis

Im Agrargeschäft (Crop Science) erhöhte Bayer den Umsatz wpb. um 4,8 % auf 3,948 Milliarden Euro dank eines Anstiegs in Latein- und Nordamerika. „Wir sehen bei Crop Science eine gute Geschäftsentwicklung – auch in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld“, sagte Baumann. So beeinträchtigte die Trockenheit in Europa und in Australien das Geschäft.

Der Pro-forma-Umsatz von Crop Science, welcher die Übernahme von Monsanto und die damit zusammenhängenden Desinvestitionen bereits zum 1. Januar 2018 unterstellt, legte währungsbereinigt (wb.) um 5,7 % zu. Besonders stark wuchsen auf dieser Basis die Geschäfte mit Fungiziden, Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften. Den deutlichsten Rückgang gab es in den Bereichen Gemüsesaatgut und Sonstige.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 24,9 % auf 527 Millionen Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf gesteigerte Preise und Absätze in Lateinamerika zurückzuführen und auf Kostensynergien aus der voranschreitenden Integration des erworbenen Geschäfts sowie einen positiven Währungseffekt von 51 Millionen Euro. Ergebnismindernd wirkten sich dagegen insbesondere gestiegene Herstellungskosten aus.

Im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurden bis zum 11. Oktober 2019 in den USA Klagen von etwa 42.700 Klägern zugestellt. Den deutlichen Anstieg führt Bayer darauf zurück, dass die Klägerseite ihre geschätzten Ausgaben für Fernsehwerbung im dritten Quartal etwa verdoppelt hat – im Vergleich zur gesamten ersten Hälfte dieses Jahres. Die Zahl der Klagen würden allerdings nichts über deren Begründetheit aussagen. Bayer teilte mit, dass man im Unternehmen weiterhin überzeugt ist, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in den Berufungsverfahren gegen die drei erstinstanzlichen Urteile und in allen weiteren zukünftigen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen. Zugleich will sich das Unternehmen konstruktiv an dem Mediationsverfahren, das von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet wurde beteiligen.

Pharmaceuticals-Umsatz legt weiter zu

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) erhöhte sich wpb. um 5,9 % auf 4,504%Milliarden Euro. Die wesentlichen Treiber waren zum einen das weiterhin starke Wachstum in China, zum anderen der Umsatzanstieg bei unserem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmedikament Eylea. Xarelto erzielte ein Plus von wpb. 9,1 % – vor allem dank höherer Absätze in China und Russland. Der Umsatz mit Eylea stieg wpb. um 15,9 %, wobei das Geschäft vor allem in der Region Europa/Nahost/Afrika zulegte, und dort besonders in Großbritannien und Deutschland. Auch Japan trug zum gesteigerten Umsatz mit dem Medikament bei.

Besonders stark erhöhte sich – maßgeblich durch höhere Absätze in China – der Umsatz mit dem Antibiotikum Avalox/Avelox (wpb. um 32,8 %) und Stivarga (wpb. um 30,6  %). Für das Krebsmedikament stieg die Nachfrage auch in den USA und Russland deutlich. Mit Adempas zur Behandlung von Lungenhochdruck setzte Bayer wpb. 19,3 % mehr um – vor allem aufgrund der positiven Entwicklung in den USA. Weiterhin deutlich rückläufig entwickelte sich hingegen das Geschäft mit dem Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon/Betaseron (wpb. minus 18,2 %), dessen Umsatz sich im Wesentlichen bedingt durch den starken Wettbewerb in den USA reduzierte.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals sank um 1,7 % auf 1,527 Milliarden Euro. Im Ergebnis des Vorjahresquartals war ein positiver Einmaleffekt von rund 190 Millionen Euro enthalten, der in Verbindung mit dem Ertrag aus einer Entwicklungskooperation stand. Zudem verringerten gestiegene Marketing- und Vertriebsaufwendungen für Produktneueinführungen und neue Indikationen das Ergebnis. Hingegen wirkten sich der gestiegene Absatz und Währungseffekte von 20 Millionen Euro positiv aus.

Consumer Health steigert Ergebnis

Im Bereich rezeptfreie Gesundheitsprodukte (Consumer Health) setzte Bayer 1,288 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von wpb. 3,7 %. Baumann erklärte, dass die getroffenen Maßnahmen bei Consumer Health greifen würden und eine Erholung bei Umsatz und Ergebnis eingesetzt hätte. In den Regionen Europa/Nahost/Afrika und Lateinamerika erhöhte sich der Umsatz. Insgesamt am erfolgreichsten war das Geschäft in der Kategorie Schmerz und Kardio, mit einem Plus von wpb. 9,0 %, gefolgt von Allergie und Erkältung (wpb. 6,4 %). Rückläufig war der Umsatz wpb. lediglich in der Kategorie Magen-Darm-Gesundheit (minus 7,5 %).

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Consumer Health stieg um 3,2 % auf 256 Millionen Euro. Einen positiven Beitrag lieferten insbesondere das Ende 2018 initiierte Effizienzprogramm, das zu einer deutlichen Verringerung der Vertriebskosten führte, sowie ein positiver Währungseffekt von 9 Millionen Euro. Mindernd wirkte das Fehlen des Ergebnisbeitrags des verkauften Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Dermatologieprodukten.

Bayer bestätigt Ausblick

Bayer bestätigt die im Februar 2019 veröffentlichte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Sie wurde unter der Prämisse der Fortführung aller Geschäfte erstellt. Inzwischen sei die Veräußerung des Tiergesundheitsgeschäfts (Animal Health) und der Anteile an Currenta so weit vorangeschritten, dass die ursprüngliche Prognose um deren – als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesene – Umsatz- und Ergebnisbeiträge bereinigt werden kann. Zusätzlich sei die aktuelle Währungsentwicklung berücksichtigt, so Baumann.

Der Konzern erwartet damit einen Umsatz von etwa 43,5 Milliarden Euro, was wpb. unverändert einem Anstieg um etwa 4 % entspricht (die Ursprungsprognose von etwa 46 Milliarden Euro reduziert sich durch die Portfoliomaßnahmen um rund 3 Milliarden Euro und erhöht sich durch die Währungsentwicklung um etwa 0,5 Milliarden Euro). Entsprechend soll sich das Ebitda vor Sondereinflüssen in diesem Geschäftsjahr auf etwa 11,5 Milliarden Euro belaufen (die Portfoliomaßnahmen verringern die Ursprungsprognose von circa 12,2 Milliarden Euro um etwa 0,6 Milliarden Euro, die Währungsentwicklung um weitere rund 0,1 Milliarden Euro) und das bereinigtes Ergebnis je Aktie auf etwa 6,35 Euro (die Portfoliomaßnahmen reduzieren die Ursprungsprognose von 6,80 Euro um circa 0,35 Euro, die Währungsentwicklung um weitere etwa 0,10 Euro).

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