Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst sowie manche Kuriosität.
Leverkusen (dpa) *13:28 Uhr – Covestro setzt in schwierigem Umfeld weiter auf Einsparungen
Der Chemiekonzern Covestro blickt in einem schwierigen Umfeld vorsichtig auf das neue Jahr. Der Fokus liege unverändert auf Effizienz, hieß es vom Unternehmen am Donnerstag. Bereits 2023 hatte der Dax-Konzern mit Einsparungen einen noch deutlicheren Rückgang des operativen Ergebnisses verhindert. Neuigkeiten zu den Gesprächen mit Abu Dhabi National Oil (Adnoc) über eine mögliche Übernahme des Dax-Konzerns durch den Ölkonzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gab es nicht.
Covestro bekam 2023 den Einbruch des chinesischen Immobiliensektors, die Schwäche der Bauwirtschaft sowie die Zurückhaltung vieler Menschen beim Kauf von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Möbeln zu spüren. Schwächeln diese Bereiche, lahmt auch die Nachfrage nach Hart- und Weichschaum-Vorprodukten von Covestro, die zu Dämmmaterial, Polstern und Ähnlichem verarbeitet werden. Auch harte Kunststoffe, Polycarbonate, etwa für Laptop- und Smartphone-Gehäuse, sind dann weniger gefragt.
Bei einem Umsatzrückgang um ein Fünftel auf 14,4 Milliarden Euro musste Covestro im abgelaufenen Jahr einen Verlust von 198 Millionen Euro hinnehmen. Die Aktionäre gehen erneut leer aus, nachdem bereits für 2022 wegen eines Fehlbetrages von 272 Millionen Euro keine Dividende gezahlt worden war.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Kunststoffherstellers fiel 2023 indes um ein Drittel auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Dass der Rückgang nicht noch deutlicher ausfiel, lag auch an einer Senkung der Fixkosten um einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Zudem wurde die Energieeffizienz von Produktionsanlagen im chinesischen Shanghai sowie hierzulande in Dormagen gesteigert. Dieses Jahr peilt Covestro-Chef Markus Steilemann einen operativen Gewinn von 1,0 bis 1,6 Milliarden Euro an, was im besten Fall so viel wie 2022 wäre.
Mainz (dpa/lrs) *11:41 Uhr – Schott Pharma profitiert vom Ausbau der Produktion
Der Ausbau der Produktionskapazitäten für margenstarke Produkte hat Schott Pharma im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2023/24 (30. September) bessere Geschäfte gebracht. Der Erlös kletterte in den drei Monaten bis Ende Dezember auf 232 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Mainz mitteilte. Das seien drei Prozent mehr als im Vorjahr. Währungsbereinigt – also ohne Wechselkurseffekte – betrug das Wachstum acht Prozent. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 45 Millionen Euro, nach 38 Millionen Euro im Vorjahr.
Für das Gewinnplus sind demnach ausgebaute Produktionslinien verantwortlich. Dazu gehöre diejenige für vorfüllbare Polymerspritzen im baden-württembergischen Müllheim im Markgräflerland. Schott Pharma war im vergangenen September an die Börse gegangen, die Aktien der ausgegliederten Pharmasparte von Schott sind inzwischen im Nebenwerteindex SDax notiert. Das Unternehmen stellt unter anderem Spritzen und Ampullen für die Arzneimittel- und Biotechindustrie her.
Stuttgart (dpa) *11:13 Uhr – Pilotprojekt rückt PFAS zu Leibe
Die umweltschädlichen Chemikalien PFC sind in der Natur kaum abbaubar – Forscher und Forscherinnen der Universität Stuttgart machen gerade einen neuen Anlauf, den Stoff vor Ort aus Boden und Grundwasser zu bekommen. In einem Feldversuch in Hügelsheim (Kreis Rastatt) wurde im Januar Aktivkohle in den Boden eines mit den Stoffen verunreinigten Ackers eingebracht, wie es am Donnerstag hieß. Ziel sei, dass sich die PFAS-Substanzen an die Aktivkohle heften, damit der Stoff nicht so schnell ins Grundwasser weitertransportiert wird. In Mittelbaden belasten die per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS oder PFC) seit Jahren Grundwasser und Ackerland. Als Ursache gilt, dass bis Ende 2008 Kompost auf die Böden gebracht worden war, der mit PFAS-haltigen Papierschlämmen versetzt war.
Ob die Methode Erfolg hat, sollen regelmäßige Proben an 13 Messstellen sowie spezielle Wasseranalysen zeigen. «Wir hoffen, so einen gangbaren Weg zu finden, die Schadstofffracht ins Grundwasser nachhaltig zu managen», sagte dazu Claus Haslauer, wissenschaftlicher Leiter der Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (Vegas) an der Uni Stuttgart.
Das PFClean genannte Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und läuft seit vergangenem Jahr. Dabei wird auch getestet, wie schädliche Stoffe durch Mikroorganismen abgebaut werden oder wasserdichte Wände die Chemikalien an bestimmten Stellen zurückhalten können. Dem Pilotprojekt waren vielversprechende Laborversuche vorausgegangen. Auch in Reilingen südlich von Heidelberg seien Versuche geplant. Dort war in Löschschäumen enthaltenes PFAS in den Untergrund gelangt.
Stand: 08.12.2025
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