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Wiederverwertbarkeit von Kunststoffen

BASF stellt erstmals Produkte auf Basis chemisch recycelter Kunststoffabfälle her

| Redakteur: Alexander Stark

Im Chem-Cycling-Projekt ist es BASF erstmals gelungen, Kunststoffe aus Abfällen chemisch zu recyceln. Mit dem Projekt erschließt das Unternehmen Kunststoffabfälle als Ressource, um ein funktionierendes Kreislaufmodell aufzubauen. Die Pilotprodukte wurden mit Partner in der Wertschöpfungskette hergestellt und zertifiziert.

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Dr. Andreas Kicherer und Dr. Stefan Gräter befassen sich mit verschiedenen Arten von Kunststoffabfällen und deren Recycling.
Dr. Andreas Kicherer und Dr. Stefan Gräter befassen sich mit verschiedenen Arten von Kunststoffabfällen und deren Recycling.
(Bild: BASF )

Ludwigshafen – Chemisches Recycling ermöglicht das Wiederverwerten von derzeit nicht recycelten Kunststoffabfällen, wie gemischten oder verunreinigten Kunststoffen. Diese Abfälle werden in der Regel je nach Region deponiert oder bei ihrer Verbrennung energetisch verwertet. Chemisches Recycling bietet eine weitere Alternative: Über thermochemische Verfahren können aus diesen Kunststoffen Synthesegas oder Öle hergestellt werden. Die so erzeugten Recycling-Rohstoffe können in die Produktion bei BASF eingespeist werden und fossile Rohstoffe teilweise ersetzen.

Mit chemischem Recycling will der Konzern einen signifikanten Beitrag leisten, die Menge des Kunststoffmülls zu reduzieren, erklärte Dr .Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer (CTO). In Partnerschaft arbeitet BASF dabei mit ihren Kunden, mit Abfallentsorgungsunternehmen und Technologiepartnern bis hin zu Verpackungsherstellern am Aufbau einer zirkulären Wertschöpfungskette.

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Von Käseverpackung bis Kühlschrankelement

Mit zehn Kunden aus verschiedenen Industrien entwickelt der Chemiekonzern bereits Pilotprodukte. Dazu zählen Mozzarella-Beutel, Kühlschrankelemente und Dämmplatten. Die Herstellung dieser in Qualität und Hygiene anspruchsvollen Produkte wie Lebensmittelverpackungen ist möglich, weil die vom Ludwigshafener Unternehmen gelieferten Chem-Cycling-Produkte in ihren Eigenschaften exakt den aus fossilen Rohstoffen erzeugten Produkten entsprechen. Im nächsten Schritt will der Konzern erste Produkte aus dem Chem-Cycling-Projekt auch kommerziell anbieten.

Verbund liefert Voraussetzungen für Chem Cycling

Zu Beginn der Produktion wird ein Öl, das durch einen Verölungsprozess auf Basis von Kunststoffabfällen gewonnen wird, in den Produktionsverbund eingespeist. Dieses Einsatzmaterial für die Pilotprodukte kommt vom Partner Recenso, Deutschland. Alternativ wäre auch die Nutzung von Synthesegas aus Kunststoffabfällen möglich. Die erste Charge dieses Öls wurde im Oktober in den Steamcracker am Standort Ludwigshafen eingebracht. Der Steamcracker ist der Ausgangspunkt der Verbundproduktion. Er spaltet bei etwa 850 °C diesen Rohstoff auf. Dabei entstehen im Wesentlichen Ethylen und Propylen. Aus diesen Basischemikalien wird im Verbund eine Vielzahl chemischer Produkte hergestellt. Über ein Massenbilanzierungsverfahren kann der Anteil des recycelten Rohstoffs dem zertifizierten Endprodukt rechnerisch zugeordnet werden. Der Kunde wählt selbst, wie hoch der zugeordnete Recyclinganteil sein soll.

Technologische und regulatorische Herausforderungen

Sowohl der Markt als auch die Gesellschaft erwarten von der Industrie konstruktive Lösungen im Umgang mit Kunststoffabfällen. Chemisches Recycling ist eine innovative Ergänzung zu anderen Recycling- und Entsorgungsverfahren. Da nicht jede Lösung ist für jede Art von Abfall sinnvoll und für jede Produktanwendung möglich ist, wird eine Bandbreite an Verwertungsformen für Kunststoffabfälle benötigt. Es sollte immer die Lösung gewählt werden, die die beste Ökobilanz aufweist, so Andreas Kicherer, Experte für Nachhaltigkeit bei BASF.

Doch bevor das Projekt Marktreife erreichen kann, sind noch technologische und regulatorische Voraussetzungen zu erfüllen. Zum einen müssen die bestehenden Technologien zur Umwandlung der Kunststoffabfälle in die recycelten Grundstoffe Pyrolyseöl oder Synthesegas so weiterentwickelt und angepasst werden, dass eine hohe und gleichbleibende Qualität erreicht wird. Zum anderen werden die regionalen regulatorischen Rahmenbedingungen maßgeblich beeinflussen, wie weit sich dieser Ansatz im jeweiligen Markt etablieren kann. So sind zum Beispiel die Anerkennung von chemischem Recycling und Massenbilanzierungsverfahren als Beiträge zur Erfüllung von produkt- und anwendungsspezifischen Recyclingquoten unabdingbar.

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