Weltrohstoffpreise Januar 2022 Angespannte Versorgungssituation belastet Rohstoffmärkte

Von Wolfgang Ernhofer

Die meisten Rohstoffe sind immer noch knapp – das wirkt sich direkt auf die Rohstoffmärkte aus. Transportprobleme und Versorgungsengpässe sorgen für weiterhin steigende Rohstoffpreise. Die Experten der Industriebank IKB analysieren die weltweiten Rohstoffmärkte und geben detaillierteren Einblick.

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Die Weltrohstoffmärkte stehen auch zu Beginn des neuen Jahres gehörig unter Druck.
Die Weltrohstoffmärkte stehen auch zu Beginn des neuen Jahres gehörig unter Druck.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise zogen im Dezember 2021 auf Dollar-Basis gerechnet um 5,2 % an. Da der Wechselkurs des Euro zum Dollar im Monatsdurchschnitt leicht abwertete, betrug der Anstieg in Inlandswährung 6,2 %. Bei den meisten Rohstoffen ist die Versorgungssituation noch immer nicht auf Normalniveau, was auch wohl noch für das 1. Quartal gelten dürfte. Transportprobleme belasten auch weiterhin.

Bei Rohöl sieht die IKB den Markt zu knapp versorgt. Im Jahresdurchschnitt 2022 besteht ein Bedarf von 100,8 mbd (= million barrel per day). Außerhalb der Opec dürften im Mittel 66,2 mbd gefördert werden. Die Opec muss also rund 34,1 mbd beisteuern. Davon werden knapp 5,3 mbd auf so genannte NGL-Sorten (Natural Gas Liquids) entfallen.

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Im Vergleich zur November-Förderung ist eine deutliche Ausweitung um gut ein mbd notwendig, die durch die angestrebte Vereinbarung über Förderausweitungen (0,4 mbd Anstieg ab Dezember) auch im Januar 2022 noch nicht ganz erreicht werden. Die Experten der Industriebank erwarten für den Rohölpreis bis Ende Q1 2022 eine Bewegung um die Marke von 75 Dollar je Barrel Brent. Im Jahresverlauf 2022 dürfte sich die zum Jahresende 2021 begonnene Preisentspannung fortsetzen.

Bei Erdgas ist die Versorgungslage bei nach wie vor sinkender inländischer Erdgasproduktion weiter zu knapp: Die Speichersalden sind erheblich abgesunken. Der Grenzübergangspreis für Erdgas dürfte daher bis Ende Q1 2022 weiter fester notieren: Die Analysten sehen, dass dieser um die Marke von 12.000 Euro je TJ in einem Band +1000 Euro oszilliert und damit um das Dreifache höher liegt als im Vorjahr.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sieht die IKB unverändert bis Ende des Quartals eine Bewegung zwischen 1,10 und 1,13 Dollar je Euro. Gründe sind eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum und politische Unsicherheiten.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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