Extremer Armatureneinsatz: Absperrschieber Absperrschieber als Austragsschleuse bei der Glyzerin-Gewinnung

Autor / Redakteur: Seher Sevim / Wolfgang Ernhofer

Biodiesel wird aus rohen Pflanzenölen hergestellt. Als Kuppelprodukt fällt Glyzerin an. Dieses kann in frisch gewonnener Form oder aufbereitet in verschiedenen Reinheitsgraden weiter verkauft werden. Damit Glyzerin aus dem Verbund von Abfallprodukten gewonnen werden kann, müssen Abfallprodukte sicher ausgetragen werden. Im Fokus dabei: Ein Absperrschieber für anspruchsvolle Anwendungen.

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Zwei Absperrschieber sind als Austragsschleuse bei der Gewinnung von Glyzerin aus dem Verbund von Abfallprodukten im Einsatz.
Zwei Absperrschieber sind als Austragsschleuse bei der Gewinnung von Glyzerin aus dem Verbund von Abfallprodukten im Einsatz.
(Bild: Emil Kammerer)

Bei der Gewinnung des Glyzerins aus der Biodieselherstellung entsteht ein Abfallprodukt, dieses enthält überwiegend Salz, und noch eine geringe Menge Glyzerin. Der glyzerinfreie Anteil der Abfallprodukte wird M.O.N.G. (Matter Organic Non-Glycerol) genannt. Der Austrag des M.O.N.G. stellt allgemein an Absperrlösungen in zweifacher Hinsicht eine ganz besondere Herausforderung dar. Zum einen muss der Absperrschieber das Vakuum im System absolut zuverlässig halten, d.h. einwandfrei abdichten. Zum anderen muss der Trennschieber einen möglichst rückstandsfreien Austrag das M.O.N.G. ermöglichen – ohne dabei durch die Eigenschaften des auszutragenden Produktes selbst einen Schaden zu nehmen

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Hierfür ist die Beschaffenheit des M.O.N.G. entscheidend: Da es nicht immer leicht rieselfähig ist, sondern manchmal auch anhaftend, stark abrasiv sowie chemisch-aggressiv sein kann. Es weist einen Aggregatzustand von feucht-pastös bis fest auf. Eine abrasive sowie schnell trocknende Produkteigenschaft kann angefangen von leichten Verblockungen bis hin zu einer vollständigen Beschädigung der Absperrarmatur führen. Letzteres birgt das Risiko eines Anlagenstillstandes und somit eines vollständigen Produktionsausfalls.

Die Konsistenz des M.O.N.G. kann grundsätzlich über den Glyzerin-Anteil beeinflusst werden. Dies wiederum ist grundsätzlich eine kostentechnische Entscheidung des Anlagenbetreibers: Denn jede Glyzerin-Menge, die im Abfallprodukt ausgetragen wird, damit dieser gut fließfähig ist, kann nicht weiterverwertet bzw. -verkauft werden.

Automatisierte Austragsschleuse

Erstmals im Jahre 1988 hat das Unternehmen Emil Kammerer eine Quasi-Schleuse konstruiert, die einen Austrag des M.O.N.G. relativ automatisiert ermöglicht hat. In den darauffolgenden 26 Jahren bis heute wurde das Schleusensystem in Kooperation mit den jeweiligen Anwendern so weiterentwickelt, dass die unterschiedlichen, kundenspezifischen Betriebsparameter ohne Qualitäts- oder Funktionseinbußen berücksichtigt werden konnten. Somit wird die Austragsschleuse optimal an die Betriebsbedingungen der jeweiligen Anlage angepasst, damit die Unternehmen technisch, chemisch und kommerziell bestmögliche Ergebnisse erzielen können. Inzwischen hat sich die modifizierbare Absperrlösung in der Praxis in diversen Anlagen im In- und Ausland erfolgreich bewährt.

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