Extremer Armatureneinsatz: Absperrschieber

Absperrschieber als Austragsschleuse bei der Glyzerin-Gewinnung

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Die Austragsschleuse ist typischerweise unter einem Dünnschichtverdampfer bzw. –trockner eingebaut, der ein Vakuum im Bereich von 3 bis 10 mbar absolut aufweist. Durch Verdampfung sowie diversen Destillationsstufen wird der Großteil des Glyzerins herausgesogen. Ein Rückstand aus M.O.N.G., verbunden mit einem Rest-Glyzerin lagert sich unten ab. Die unmittelbar darunter liegende Schleuse besteht aus zwei absolut abdichtenden Kammerer-Absperrschiebern, die über einen Schleusenbehälter miteinander verbunden und gegeneinander verriegelt sind.

Bildergalerie

Das Produkt gelangt auf den oberen Trennschieber, wird hier angespart. Dieser obere Trennschieber wird dann geöffnet, damit die Restprodukte durch einen Schleusenbehälter hindurch auf den unteren Trennschieber fallen können; der obere Trennschieber wird geschlossen. Der Zwischenraum zwischen beiden Absperrschiebern wird unter Atmosphäre gesetzt. Erst anschließend kann das M.O.N.G. ausgetragen werden. Der Abfall bzw. die Salzrückstände weisen in der Regel einen Glyzerin-Anteil von ca. 3-10 % auf.

Trennschieber für Spezialbereiche

In der Praxis haben sich für diesen Spezialbereich die Trennschieber-Ausführungen FK sowie FDK mit integrierten Spülvorrichtungen von Kammerer bewährt. Der erste Buchstabe bzw. die ersten beiden Buchstaben verweisen auf das Abdichtsystem, der letzte Buchstabe gibt die Bauform des Absperrorgans an. Das K-Gehäuse beugt durch die nach unten hin trichterförmig enger zulaufende Bauweise einer möglichen Produktablagerung und in der Folge einem Produktaufbau vor. Die Abdichtsysteme F sowie FD werden im Besonderen bei gasdichten Absperranforderungen bevorzugt: Hierbei erfolgt ein aktives Anpressen des jeweiligen Abdichtmaterials und hinterher bei der Variante FD auch ein aktives Zurückpressen der Dichtung. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass die Dichtungen möglichst schonend und gleichzeitig absolut zuverlässig arbeiten.

Ergebnisse

Die Austragsschleusen gewährleisten einen zuverlässig-kontinuierlichen Austrag alle 4 bis 5 Minuten. Außerdem kann das Glyzerin in einer deutlich höheren Menge zur Weiterverwendung gewonnen werden, da das Abfallprodukt trockener und somit weniger Glyzerin-enthaltend ausgetragen werden kann. Zudem wurde in allen Anlagen eine signifikante Erhöhung der Standzeiten von bis zu 12 Monaten erreicht. In der Regel amortisiert sich die Investition in das Austragsschleusen-System binnen ein bis zwei Jahren.

Optionen

Ein weiteres typisches Einsatzumfeld: Absperrschieber für den diskontinuierlichen Abfall-Austrag. Anwender, die mit Vakuumkammern arbeiten, setzen die Absperrschieber in der einfachen Variante ein. In der Regel gelangen die Restprodukte durch den Absperrschieber hindurch in einen Container. Hat dieser Container eine bestimmte Füllhöhe erreicht, wird die Vakuumkammer evakuiert, so dass der Container gegen einen leeren ausgetauscht werden kann.

* Die Autorin arbeitet bei Emil Kammerer, Tel. +49 (0) 2202 95528-0

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