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9. PROCESS-Pumpenforum 2011

„Zuerst die Anwendung, dann die Pumpe“, war das Motto des 9. PROCESS-Pumpenforums in Würzburg

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Gespannte Aufmerksamkeit bis in die letzte Reihe auf dem Pumpenforum (Bild: PROCESS)
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Gespannte Aufmerksamkeit bis in die letzte Reihe auf dem Pumpenforum (Bild: PROCESS)

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Beim 9. Pumpen-Forum von PROCESS stand die Aufgabenstellung „Feststoffbehaftete Medien in der Pharma- und Food-Industrie“ im Mittelpunkt. Diskutiert wurden u.a. die Vorteile und Einsatzgrenzen von Kreisel- bzw. Verdrängerpumpen ebenso wie Auswahlkriterien für die Wellenabdichtung und die Werkstoffwahl.

Das PROCESS-Pumpenforum beschäftigt sich seit jeher mit schwierigen Fördermedien, beispielsweise mit zähen oder feststoffhaltigen Fluiden, empfindlichen Produkten oder Medien mit besonderen Anforderungen. Parallel findet das Schüttgutforum der Fachzeitschrift SCHÜTTGUT statt. Insgesamt 190 Experten kamen in diesem Jahr zum Veranstaltungsduo ins Vogel Convention Center in Würzburg.

Auf die Frage, was denn das von ihm, mittlerweile bereits zum 9. Mal moderierte Pumpenforum von anderen Veranstaltungen dieser Art unterscheide, hat Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Hennecke – langjähriger Leiter des Pumpenzentrums der BASF – eine überaus selbstbewusste Antwort parat: „Wir sind bedeutend anspruchsvoller als vergleichbare Veranstaltungen – und bieten den Teilnehmern einen erheblich größeren Nutzen.“

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Problemstellungen und Lösungen

Um das Pferd von hinten aufzuzäumen: Offensichtlich wurde der Nutzwert ganz besonders in der Abschlussrunde des zweiten Tages. Hier wurden Teilnehmer-Fragen zu konkreten Praxisproblemen erörtert – und alle Vortragenden waren hier zu einer Einschätzung aufgerufen.

Beispielsweise stand diese Frage zur Diskussion: „Welche Pumpe ist zum kontinuierlichen Fördern geringer Mengen (20 bis 200 g/min) mittel- bis hochviskoser Stoffe wie Brei oder Teig geeignet?“ Die Empfehlung der Fachleute war, hier eine Drehkolbenpumpe oder eine Exzenterschneckenpumpe einzusetzen.

Die Frage, ob es eine herstellerunabhängige Software gibt, die alle erforderlichen Auslegungsdaten anfordert und dann die Bauart der Pumpe, einen passenden Hersteller sowie eine passende Pumpe ausgibt, musste allerdings abschlägig beantwortet werden: Nein, solch eine Software sei bislang nicht verfügbar. Allerdings, so der Ratschlag, gibt es neutrale Fragenkataloge in Papierform sowie Normblätter zu Pumpen- und Stoffdaten. Werden diese Blätter gewissenhaft ausgefüllt, könne jeder Hersteller eine Aussage zur Verfügbarkeit entsprechender Pumpen treffen.

Passend dazu mahnte Hennecke einmal mehr: „Die richtige Pumpe auswählen kann man nur, wenn der Betreiber sein Medium präzise beschreibt und auch seine Anlage charakterisiert.“

Was ist zu tun, so die Frage eines Teilnehmers, wenn aufgrund eines schlecht schmierenden Thermalöls die Lager einer Pumpe leiden? Als Lösung schlug die Expertenrunde den Einsatz einer weich-harten Lagerpaarung vor. Alternativ könne auch ein Lagerwerkstoff mit poröser Oberfläche und Notlaufeigenschaften getestet werden. Auch sei zu prüfen, ob die Temperatur gesenkt werden könne.

Schnell gelöst war das Problem, dass bei der Oben-Entleerung eines 8 m hohen Tanks (75-prozentige Phosphorsäure, Dichte 1,54) die Fördersäule immer wieder bei einer Höhe von 1,5 m abreißt und der Tank nicht vollständig entleert werde: Da stößt die installierte Verdrängerpumpe ganz einfach an ihre physikalischen Grenzen (maximale Saughöhe – Medium verdampft aufgrund des Unterdrucks). Vorgeschlagen wurde, eine auf dem Tankboden eingetauchte Spaltrohrmotorpumpe zu installieren.

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