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9. PROCESS-Pumpenforum 2011

„Zuerst die Anwendung, dann die Pumpe“, war das Motto des 9. PROCESS-Pumpenforums in Würzburg

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Ausfallursache Nummer 1: Die Wellenabdichtung

Kreiselpumpen sind, wie beschrieben, vergleichsweise einfache Konstruktionen: Eine Welle, eine Abdichtung. Zur Auswahl stehen Stopfbuchspackungen (nach wie vor kein Auslaufmodell!), Gleitringdichtungen mit und ohne Versorgungssystemen sowie Gleitringdichtungen für sterile Anwendungen (zu 80% sind das Einzeldichtungen, weil ein Quench auf Dauer schwer steril zu halten ist).

Nach wie vor ist die Gleitringdichtung die universellste Abdichtung für Wellen. Die Bandbreite der am Markt verfügbaren Angebote reicht in der Einsatzbreite vom Vakuum bis 600 bar und für Temperaturen zwischen -197 und +500 °C, wie Andreas Eilitz (EagleBurgmann) vortrug.

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Ein klarer Trend geht in Richtung der fertig montierten Cartridge-Dichtungen. Zunehmend viele Betreiber ordern auch gasgeschmierte Dichtungen sowie Dichtungen mit diamantbeschichteten Gleitflächen (Diamond Faces).

Die Anforderungen an sterile Gleitringdichtungen sind vielfältig:

  • Oberflächen: geschlossen, glatt, homogen,
  • kleinste Oberflächenrauhigkeiten, Elektropolitur/mechanische Politur,
  • wenig Spalte und Toträume – wenn nicht vermeidbar, sind große und offene Spalte und Toträume anzustreben,
  • CIP-gerechte Konstruktion,
  • SIP-gerechte Konstruktion,
  • chemische Beständigkeit gegen Produkt, Reinigungsmittel und Sterilisation (Dampfkondensat),
  • steriles Sperrmedium bei Doppeldichtungen.

Wie bei einer Pumpe, gilt auch für die Gleitringdichtung: Im bestimmungsgemäßen Betrieb erreicht sie die höchsten Standzeiten (rund 16 000 h). Praktiker wissen: Wenn die Gleitringdichtung nicht zur Anwendung passt, geht sie nach spätestens drei Monaten defekt. Fällt sie nach vielen Monaten aus, liegt das am Produkt (meist ist es dann zu abrasiv). Bleibt die Gleitringdichtung über Jahre funktionstüchtig, habe man alles richtig gemacht.

Übrigens: Es gibt keine Gleitringdichtungen ohne Leckage – als groben Anhaltspunkt kann man von einer Leckage von 1 g/h ausgehen. Deshalb, so Andreas Eilitz, sollte der Betreiber sich stets überlegen, was eigentlich mit dieser Leckage über rund 8000 h im Jahr passiert: Sind Ablagerungen zu befürchten? Tritt Sauerstoff in das System ein?

Spaltrohrmotorpumpen und Magnetkupplungspumpen kommen ohne Wellendichtung aus. Zur Kühlung des Magnetantriebs und zur Schmierung der Gleitlagerung werden Teilströme benötigt – und es ist, wie Dr. Thomas Herbers (Klaus Union) betont, unbedingt wichtig, dass diese Teilströme in jedem Fall flüssig bleiben und nicht etwa verdampfen.

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