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In welche Richtung?
Herweck: Was das technologisch im Detail bedeutet, werden wir mit jedem Kunden im Einzelnen erarbeiten müssen. Das heißt aber nie, dass das Thema Sicherheit hinten runter fällt – ganz im Gegenteil. Sicherheit hat in der Prozessindustrie immer höchste Priorität, genauso wie die Verfügbarkeit. Aber Themen wie Standardisierung, die in einer Automobilindustrie sehr viel ausgeprägter sind, diskutieren wir mit Kunden in der Prozessindustrie immer häufiger. Egal, ob im Engineering oder in der Dokumentation. Man kann an vielen Stellen Vereinfachungen schaffen, die dem Kunden einen Mehrwert bieten
Was bleibt für Sie als Ausrüster an USPs, wenn die Standardisierung weiter voranschreitet?
Herweck: Da habe ich keine Sorge. Entwicklungen und technischer Fortschritt schreiten immer voran und auch Standards bleiben keine 100 Jahre bestehen. Im Gegenteil, wir unterstützen die Standardisierung – schon im Interesse unserer Kunden. Mit neuen Ideen werden auch neue Innovationen geboren. Der Wettbewerb wird neu entfacht und durch Anwenderstandards für den breiten Einsatz zugänglich gemacht. Das ist gut für den Wettbewerb und gut für den Endkunden.
Uns ist zu Ohren gekommen, große deutsche Chemiekonzerne würden in Deutschland Profibus einsetzen, aber ihre Anlagen im Ausland mit Fieldbus Foundation bestücken. Wie kommt das?
Herweck: Eine unserer Lieblings- bzw. Kultfragen. In der Chemiebranche sind Feldbussysteme ja noch gar nicht so stark vertreten. Viele klassische Anlagen setzen nach wie vor auf vier bis 20 Milli-Ampere. Fieldbus Foundation ist historisch besonders stark im Öl- und Gas-Sektor sowie bei Petrochemie-Applikationen gewachsen. Alleine durch die Vielzahl an amerikanischen Playern in der Petrochemie hat Fieldbus daher eine große installierte Basis geschaffen, die durch Akquisitionen und Merger-Aktivitäten dann auch bei anderen europäischen und deutschen Produzenten übernommen wurden. Andererseits haben deutsche Chemiefirmen mittlerweile auch Profibus-PA-Installationen in Nordamerika aufgebaut. Vielleicht noch nicht in der Dimension, wie wir uns das absolut vorgenommen haben, aber mit erfreulichem Zuwachs. Wir sind fest überzeugt, dass wir den Profibus und mit ihm Profinet weiterhin weltweit nach vorne bringen können, schließlich hat er viele Vorteile.
Sie glauben, es gibt noch viel Potenzial für neue Feldbus-Applikationen?
Herweck: Unbedingt.
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