Anbieter zum Thema
Wie lange brauchen Sie, bis die neue Division ihre Wirksamkeit entfaltet?
Herweck: Um es auf Neudeutsch zu sagen: Wir sind „Ready in Day One“. Vergleichen wir es mit einem Getriebe, das vom ersten Tag an läuft. Wenn wir uns zwei-, dreimal verschaltet haben, dann ist der Grat auch abgefahren und dann läuft das mit der richtigen Schmierung. Selbstverständlich ist das Ganze ein Prozess. Aber die Mannschaft ist routiniert und unsere ersten positiven Effekte haben wir bereits intern bei den Mitarbeitern erzielt, die diese neue Struktur schon antizipiert haben.
Wie kommt die neue Struktur bei den Siemens-Mitarbeitern an?
Herweck: Sehr gut. Selten habe ich so viele ungefragte, positive Kommentare aus der Mannschaft erhalten – aus den verschiedensten Ebenen bis hin zu Menschen, die in der Projektabwicklung schon seit 30 Jahren sind.
Beim Antriebsthema sind Sie in der Fertigungsindustrie besser aufgestellt als in der Prozessindustrie. Gibt es Ansätze das Portfolio zu optimieren?
Herweck: Wenn das Ihre Wahrnehmung ist, dann haben wir uns da vielleicht schlecht verkauft. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Wir sind als Antriebshersteller für die Prozessbranchen Bergbau, Zement, Papier oder Öl und Gas sehr, sehr stark aufgestellt, vielleicht sogar der stärkste Anbieter überhaupt.
Leiden Sie als Automatisierer in einer konservativen Prozessindustrie darunter, dass Innovationen hier oft lange brauchen, bis sie implementiert werden?
Herweck: Natürlich nehmen wir wahr, dass die Prozessindustrie andere Zykluszeiten hat. Die Investitionen sind in der Regel dafür um ein Vielfaches höher. Das heißt aber nicht, dass unsere Kunden in der Prozessindustrie einem technischen Wandel gegenüber nicht aufgeschlossen wären. Denn auch hier ist ein erheblicher Wettbewerbsdruck zu verspüren. Bei meinem Besuch auf der Offshore-Nordic-Sea-Messe (ONS) in Stavanger haben mir kürzlich Kunden aus der Öl- und Gasindustrie klar gesagt: „Wir müssen uns verändern, und uns den neuen Herausforderungen anpassen“.
(ID:42949882)