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Rohstoffpreise Mai 2018

Weltweite Krisen sorgen für anziehende Rohstoffpreise

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Geopolitisches Störfeuer sorgt im Mai für ansteigende Weltrohstoffpreise.
Geopolitisches Störfeuer sorgt im Mai für ansteigende Weltrohstoffpreise. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Die Weltrohstoffpreise erhöhten sich im April 2018 in Dollar gerechnet um 5,2 %, in Inlandswährung waren es infolge eines schwächeren Euro 5,8 %. Insbesondere wurde die Entwicklung im laufenden Monat sehr stark von geopolitischen Einflüssen bestimmt. Der Militärschlag der USA in Syrien, der unveränderte Krieg im Jemen und vor allem die Androhung der USA, das Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen, ließen den Rohölpreis deutlich kräftiger ansteigen, als von Experten der Industriebank IKB erwartet.

Düsseldorf – Sollten die USA im Verlauf des Mai 2018 erneut Sanktionen gegen den Iran verhängen, ist mit einem Rohölpreis zwischen 75 und 80 Dollar je Barrel Brent zu rechnen. Der Grund ist, dass in diesem Fall der Iran wohl deutlich weniger Rohöl liefern kann. Allerdings sehen die Experten der Industriebank IKB z.B. Indien und China durchaus als weitere große Abnehmer. Im Gesamtjahr 2018 erwartet die IKB einen Opec-Bedarf von 39,1 mbd (Million Barrel per Day), der gemessen am Fördervolumen des ersten Quartals 2018 noch einer Aufstockung bedarf. Ohne erneute Iran-Sanktionen erwarten die Experten in den nächsten drei Monaten eine Bewegung um 70 Dollar je Barrel Brent.

Nicht nur Rohöl war unter politischem Einfluss, sondern auch Aluminium. Die am 6. April 2018 verkündeten US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und Firmen trafen auch Rusal, einen der führenden Aluminium- und Alumina-Produzenten, und hatten eine im Vergleich zu den angekündigten Strafzöllen sehr viel stärkere Wirkung. Dies führte zu einem Zwischenboom der Aluminiumpreise. Nachdem die US-Regierung Rusal nach gut zwei Wochen eine Karenzzeit bis Oktober 2018 für einen Eigentümerwechsel einräumte, entspannte sich die Situation wieder. Aktuell sind die Strafzölle auf Stahl und Aluminium nochmals für einen Monat aufgeschoben. Derzeit scheint eine kurzfristige Lösung nicht sehr wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund kann es in den nächsten zwei Monaten zu erheblichen Störungen auf den globalen Metallmärkten kommen.

Die IKB erwartet für den Wechselkurs des Dollar zum Euro bis Jahresmitte 2018 eine Bewegung zwischen 1,21 und 1,24 Dollar je Euro. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich nach weiteren Zinsanhebungen der Fed der Wechselkurs unter 1,20 Dollar je Euro einpendeln.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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